DEL Saison 2025/26
Playoff-Halbfinale Spiel 1
08.04.2026 19:00 Uhr Uber-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Kölner Haie 6:3 (2:1/3:1/1:1)
Serienstand (best of seven) 1:0
Aus der Sicht der Eisbären geht die aktuelle Saison nach einigem Auf und Ab mit dem Erreichen des Halbfinales bereits jetzt in versöhnlichen Bahnen zu Ende. Der größere Druck dürfte bei den Kölner Haien liegen. Für den souveränen Sieger der Hauptrunde soll der Meistertitel noch folgen. Der Meistertitel konnte in der Domstadt zuletzt am 21. April 2002 gefeiert werden. Nun, das ist fast ein Vierteljahrhundert her, die angesetzte Patina soll endlich abgeschrubbt werden. Im vergangenen Jahr scheiterten sie am aktuellen Halbfinalgegner,
Wie bereits im Viertelfinale, die Eisbären sind nicht der Favorit. Wir haben Respekt, aber keine Angst vor den Haien, so äußerte sich Eisbären-Stürmer Lean Bergman. Die Hauptrundenbilanz sieht gar nicht so schlecht aus, das alles zählt nicht mehr und ebenso die Geschichte der letztjährigen Finalserie. Aufgrund der Hallenbelegung in Köln starten die Eisbären mit einem Heimspiel in die Serie. Die Eisbären wollen alles daran setzen, mit einem Sieg zu starten und stellen sich auf eine lange Serie ein.
Das Spiel am Mittwochabend war nicht ganz ausverkauft, dazu der Spielbeginn um 19:00 Uhr, die Hartmut-Nickel-Kurve zeigte ein Transparent „gefühlter Spielbeginn 19:30“. Jedenfalls wurde in den ersten zehn Minuten eine Menge geboten. Es fielen drei Tore. Die Eisbären führten nach sieben Minuten mit 2:0 durch Treffer von Adam Smith und Moritz Kretschmar, der sein erstes Tor in der DEL erzielen konnte. Sie mussten sich kräftig schütteln die Gäste aus Köln, konnten dann in der neunten Minute ein Powerplay für den Anschlusstreffer nutzen. Mit dieser kleinen Verzögerung waren die Haie nun vollständig im Spiel angekommen. Beide Goalies hatten einiges zu tun. Beide schlugen ein hohes Tempo an. Die knappe Führung konnten die Eisbären mit in die erste Drittelpause nehmen.
Mit Beginn des Mittelabschnitts drückten die Haie vehement auf den Ausgleich. Die Eisbären wurden zunächst in ihrem Verteidigungsdrittel förmlich eingeschnürt. Es folgte der Doppelschlag der Eisbären, der sich nicht unbedingt angedeutet hatte. Erst traf Marcel Noebels und nicht einmal eine Minute später zimmerte Jonas Müller die Scheibe in das Gehäuse. Ein erstaunlicher Zwischenstand nach knapp der Hälfte der regulären Spielzeit. Allerdings musste Jonas Stettmer anschließend zwei Großtaten vollbringen, um den Zwischenstand zu halten. Köln hatte ab der 31. Minute zwei Powerplay Gelegenheiten. Die erste brachte nichts Zählbares und im zweiten Powerplay schwächten sie sich, in dem sie selbst eine Strafe kassierten. Ein Konter bescherte den Gästen einen short hander, bei eigener Unterzahl traf Patrick Russel zum 2:4 Anschluss. Dieser Zwischenstand resultierte aus der 34. Minute und passte zu diesem Spiel. In der 36. Minute setzte erneut Kretzschmar den Puck in das Tor. Das war fast nicht zu glauben fünf Tore für die Eisbären und vier davon erzielten Verteidiger. Die Eisbären nahmen den Vorsprung mit in die letzte reguläre Drittelpause.
Mit Beginn des letzten regulären Drittels entschloss sich Kölns Trainer Kari Jalonen seinen Torhüter zu wechseln. Für Janne Juvonen stand Felix Brückmann zwischen den Pfosten. Einen neuen Reiz setzen, möglichst früh im Drittel den Anschlusstreffer erzielen, nur so konnte noch was gehen für die Haie. In der 44. Minute musste Andreas Eder wegen einer Spielverzögerung auf die Strafbank. Diese Überzahl konnten die Gäste nicht nutzen. Die Kölner steckten nicht auf, die Eisbären blieben gefährlich bei ihren Kontern. Die Eisbären schafften es, den kostbaren Vorsprung bis in die Schlussphase zu halten. Knapp sechs Minuten vor dem regulären Spielende nahmen die Haie ihren Goalie vom Eis. Jetzt wurden die Eisbären in ihrem Drittel mehr oder minder eingeschnürt. Sie versuchten es mit sechs Feldspielern. Jetzt wurde jede Sekunde wertvoll. Die Erlösung kam durch Lester Lancaster, der den Puck in das leere Tor beförderte. Ein Erfolgserlebnis bescherten sich die Haie anschließend, Gregor MacLeod konnte Stettmer überwinden und stellte den Endstand von 6:3 her. Das Spiel verfolgten 13.822 live in der Uber-Arena. Sie machen torreich in den Playoffs die Eisbären. Mit ausschlaggebend war erneut die Leistung von Jonas Stettmer, der die Kölner Stürmer verzweifeln ließ.
Hans-Peter Becker
Fotos: Stephan Wenske
Spieldaten
Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand; Neiße) – J. Müller, Wissmann (C); Mik, Niemeläinen; Kretzschmar, Smith; Nieleck – Tiffels (A), Pföderl, Ronning; Noebels, Eder, Kirk; Veilleux (A), Vikingstad, Bergmann; Hördler, Wiederer, Lancaster – Trainer: Serge Aubin
Kölner Haie: Juvonen (ab 41. Spielminute: Brückmann; Ancicka) – Austin, Kaski; Vittasmäki, Kemiläinen; Sennhenn, M. Müller; Glötzl – Kero, MacLeod, Russell; Storm, Aubry, Bokk; Kammerer, Tyrväinen, Niedenz; Tuomie, van Calster, Uher – Trainer: Kari Jalonen
Tore
1:0 – 04:14 – Smith (Tiffels, J. Müller) – 4-4
2:0 – 06:20 – Kretzschmar (Smith, Tiffels) – EQ
2:1 – 08:52 – Kemiläinen (Aubry, MacLeod) – PP1
3:1 – 23:42 – Noebels (Eder, Kirk) – EQ
4:1 – 24:48 – J. Müller (Tiffels, Ronning) – EQ
4:2 – 33:30 – Russell (Tyrväinen, Russell) – SH1
5:2 – 35:22 – Kretzschmar (Kirk) – EQ
6:2 – 57:22 – Lancaster (Kirk, Smith) – EN
6:3 – 58:07 – MacLeod (van Calster, Austin) – EQ
Strafen
Eisbären Berlin: 10 (4, 4, 2) Minuten – Kölner Haie: 6 (4, 2, 0) Minuten
Schiedsrichter
Sean MacFarlane, Jackson Kozari (Maksim Cepik, Tobias Schwenk)
Zuschauer
13.822
Bildergalerie von Stephan Wenske
