Gelingt den BR Volleys auf direktem Weg der Finaleinzug oder führt die Straße im Halbfinale zurück in die Max-Schmeling-Halle? Unter dieser Frage steht das zweite Playoff-Duell in der „best of three“-Serie gegen den VfB Friedrichshafen am Samstagabend (18. Apr. 2026 um 20.00 Uhr) in der SPACETECH ARENA. Bei ihrem „Matchballspiel“ rechnen die Berliner mit Häflern in besserer Verfassung und wollen dem Druck im ausverkauften Haus trotzdem standhalten.
Mit 3:1 konnten die BR Volleys vor einer Woche in der Halbfinalserie vorlegen und verzückten dabei zeitweise ihr Heimpublikum. Fedor Ivanov führte leidenschaftlich Regie, Jake Hanes steuerte sechs Asse und 28 Punkte bei, Moritz Reichert wurde MVP und Ruben Schott präsentierte sich in alter Stärke. „Für mich war das erste Halbfinale definitiv eine unserer besten Saisonleistungen“, war Libero Kyle Dagostino ebenfalls angetan und lobte seine Mannschaft weiter: „Die Statistiken und die Zahlen, die jeder individuell geliefert hat, bestätigen das. Es war eines dieser Spiele, wo quasi jeder den MVP verdient hätte.“
Mit diesem positiven Gefühl stiegen die Berliner nach einer guten Trainingswoche Freitagmorgen in den Bus und traten zum dritten Mal in dieser Saison die weite Reise an den Bodensee an. Vom VfB, der nur im ersten Satz am Ende knapp besser war, ist in heimischen Gefilden mehr zu erwarten. Das denkt auch US-Nationalspieler Dagostino: „Ich kann mir vorstellen, dass Friedrichshafen zu Hause besser aufschlägt. Dazu werden sie vor ihren Fans mit mehr Kampfgeist und Leidenschaft zu Werke gehen. Das Publikum wird bei ihnen Extraenergie freisetzen. Wir kennen das schon aus den Spielen dort.“ 3:1 in der Liga und 2:3 im DVV-Pokal-Halbfinale gingen die bisherigen Duelle in der SPACETECH ARENA aus BR Volleys-Sicht aus. „Für unsere mentale und körperliche Vorbereitung auf das Match sollten wir verstehen, dass uns eine bessere Version des VfB empfangen wird.“ Sportlich stehen die Gastgeber mit dem Rücken zur Wand, weshalb es an Motivation nicht mangeln dürfte. Dazu möchte man aufseiten des Rekordpokalsiegers die Spielzeit von Ex-Nationalspieler Marcus Böhme noch verlängern. Der frühere SCCer, der mehr als 20 Jahre auf internationalem Topniveau spielte, hat vor Spiel zwei sein Karriereende verkündet. Gelingt den Hauptstädtern also ein Auswärtssieg, wäre das gleichbedeutend mit dem Schlussstrich unter eine große Laufbahn des gebürtigen Berliners, dem so oder so am Samstagabend ein besonderer Moment nach dem Spiel gebühren soll.
Doch zuvor wollen Dagostino & Co dem Aufschlagdruck der Friedrichshafener, bei denen sich Tim Peter in Berlin wieder als starke Alternative empfahl, standhalten: „Wir fühlen uns aktuell ziemlich gut in der Annahme. Egal, wie der Annahmeriegel sich zusammensetzt, wir haben eine klare Idee, wie wir als Einheit funktionieren, wie wir die Stärken nutzen und Schwächen ausgleichen. Dabei geht es nicht nur um die drei Annahmespieler, sondern auch darum, wie die Mittelblocker oder Diagonalen uns helfen können, um uns auf unsere Verantwortlichkeiten zu konzentrieren“, erklärt der Chef im Hinterfeld.
Nicht nur beim 30-jährigen Dagostino, der über die gesamte Spielzeit zu den konstantesten Berlinern zählte, ist vor Spiel zwei der Erfolgshunger spürbar. Der Libero fasst das so zusammen: „Wir wollen unbedingt wieder ins Finale und uns eine Chance auf den wichtigsten Titel der Saison holen. Man kann sagen, dass einige Ergebnisse im Saisonverlauf enttäuschend waren. Wir haben zwar den Ligacup gewonnen, aber das Pokalfinale und die nächste Runde in der Champions League und im CEV Cup verpasst. Doch jetzt haben wir die Möglichkeit, das größte Ziel noch zu erreichen. Dazu muss man die besten Mannschaften schlagen. Friedrichshafen in Friedrichshafen zu besiegen, ist keinesfalls einfach. Wir haben gezeigt, dass wir das können. Aber wenn wir die Trophäe gewinnen wollen, müssen wir weiter beweisen, dass wir Widerstände überwinden können.“
Christof Bernier/BR Volleys
Credit: Pressefoto Gora
