Eisbären holen den dritten Sieg gegen die Kölner Haie

DEL Saison 2025/26

Playoff-Halbfinale Spiel 5

17.04.2026 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Kölner Haie 5:2 (0:0/2:1/3:1)

Serienstand (best of seven) 3:2

Nach der Niederlage im vierten Spiel der Halbfinalserie stand die Frage, wer holt sich den ersten Matchball für das sechste Spiel. In einer ausgeglichenen Partie in Köln hatten die Haie das bessere Ende für sich.

In Köln mussten die Eisbären eine erneute Verletzung ihres Goalis Jake Hildebrand hinnehmen. Zum Glück hat man mit Jonas Stettmer einen gleichwertigen Ersatz. Nach einer Bewegung zum Spagat konnte er nur gestützt und mit schmerzverzerrtem Gesicht die Eisfläche verlassen. Etwas Ähnliches war ihm bereits im Februar im Rahmen eines Trainingsspiels in Wolfsburg passiert. Nach dem Ausfall von Lean Bergmann, tut jetzt die erneute Verletzung des Goalies den Eisbären weh. Dieses Verletzungspech der Eisbären zieht sich über die gesamte Saison.

Unmittelbar vor dem Spiel war die Prognose der Medienbeobachter eindeutig. Das wird eine enge Kiste und sollten die Eisbären dieses Spiel verlieren und somit ohne den Matchball im Gepäck zum Spiel sechs reisen müssen, die Chancen auf den Finaleinzug dann minimal wären. Eine gewisse Anfangsnervosität war beiden Teams anzumerken. Beide versuchten gleich den direkten Weg zum gegenerischen Tor zu finden, möglichst den Gegner in seinem Verteidigungsdrittel zu binden. Das erste Powerplay im Spiel hatten die Eisbären und fast hätten sie dabei einen Gegentreffer kassiert. Den Kölnern gelang in diesem Spiel besser, den Eisbärenangriffen bereits in der neutralen Zone zu begegnen. So entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Nur auf eventuelle Fehler des Gegners lauern, würde in diesem Spiel nicht reichen. Es war hohes Tempo im Spiel, darunter litt ein bisschen die Genauigkeit. Folgerichtig blieb es bis hinein in die Schlussphase des Anfangsdrittels torlos. Die erste kleine Handgreiflichkeit datierte aus der 17. Spielminute, nachdem Jonas Stettmer eine Riesenchance der Haie parieren konnte. Torlos gingen beide Teams in die erste Pause. Es war ein ausgeglichenes Drittel, die Statistik wies 12 zu 13 Torschüsse aus, ein minimales Plus für die Haie.

Der Mittelabschnitt begann mit einer Überzahl für die Gäste und einer Riesenchance für die Eisbären. Leider wurde zu genau gezielt und Janne Juvonen stand richtig. Ein Tor konnten die Eisbären verhindern. Hohes Tempo im Spiel und in der 25. Minute ertönte der der Coldplay Song. Adam Smith in Kontermanier überwand mit einem Flachschuss zentral Köln Goalie. Es kam noch besser, zwei Minuten später ließ Manuel Wiederer einen short hander zur 2:0 Führung folgen. Er war schneller als zwei Kölner und konnte vollenden. Zur Hälfte der Spielzeit führten die Eisbären. Wie beindruckt waren die Haie und gab die Führung den Eisbären mehr Sicherheit?

Die Kölner schafften den Anschlusstreffer in der 32. Minute durch Dominik Bokk, der hatte ja bereits im Spiel zuvor in Köln entscheidend getroffen. Es war ein verdeckter Schuss. Jetzt waren die Kölner etwas mehr am Drücker. Die Chance zum 3:1 wurde nur um Zentimeter vergeben. Die Eisbären lauerten jetzt mehr auf mögliche Konter. Drei Minuten vor dem Drittelende musste der Hai Bokk auf die Strafbank. Zweimal scheiterten die Eisbären knapp. Beide Mannschaften hatten sich gut auf das jeweilige Überzahlspiel eingestellt.

Mit der knappen Führung von 2:1 für die Eisbären ging es in die letzte reguläre Drittelpause. Während der letzten Drittelpause hatten die Mannheimer Adler ihren Finaleinzug mit dem vierten Sieg gegen München gebucht. Der Gegner wird noch ermittelt. In Berlin begann um 21:15 Uhr das reguläre Schlussdrittel, verbunden mit der Frage: Wer holt sich die erste Chance auf den Matchball und darf sich mit Mannheim in der Finalserie duellieren.

In der 43. Minute schlugen die Eisbären wieder zu. Jonas Müller holte den guten Bauertrick aus dem Schrank und stellte den Zwischenstand auf 3:1. Da kickte der Kölner Kapitän und Namensvetter des Torschützen den Puck verärgert weg. Der Weg zurück in die Partie für die Haie hatte sich wieder etwas verlängert. Es war allerdings zu diesem Zeitpunkt noch eine Ewigkeit zu spielen. Fast 14 effektive Spielminuten, da gab es noch viele Möglichkeiten, was so ein Spiel an Wendungen nehmen kann. Es ist enorm schnell und eine Möglichkeit, nur auf Halten des Ergebnissen zu spielen ist unmöglich. Die Spieluhr zeigte bereits einstellige Werte, blieb 06:30 Minuten stehen und Köln stellte auf 2:3. Das Tor fiel in Überzahl für Köln, eine sehr umstrittene Strafe für Markus Vikinstad wegen einer Behinderung ging dem Treffer voraus. Also war wieder die Haltbarkeit der Fingernägel der Eisbären- und natürlich auch der Haifans gefragt. Die Eisbären schafften es, die Spieluhr am laufen zu halten. So nahm der Kölner Trainer den Goalie im laufenden Betrieb vom Eis und das ging schief. Der empty net Treffer von Liam Kirk entschied das Spiel. Er nahm die Auszeit nach dem 4:2 und es folgte ein weiterer Treffer ins leere Tor. Es wurde zelebriert von Manuel Wiederer, Liam Kirk und Marcel Noebels durfte vollenden.

Von den Haien bekamen Louis-Marc Aubry und Robin van Calster jeweils eine 10 Minuten Strafe wegen unsportlichen Verhaltens.

Jetzt haben die Eisbären am kommenden Montag, 20. April 2026 die Chance auf den Matchball

Hans-Peter Becker

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Fotos: Stephan Wenske

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