„Icke“ Thomas Häßler, Berlin United und der BFC Preussen

Jetzt in der Sommerpause, in der viele Redaktionen und TV-Sender wie die Bundesliga in der Sommerpause Kraft schöpfen, vernehmen wir ungewöhnliche Kapriolen von Aufsteiger Berlin-United in Form von Manager Stefan Teichmann. Schließlich hat Thomas Häßler mit dem Club Italia, umgetauft in Berlin-United, in drei Jahren zwei Aufstiege geschafft. Ist Stefan Teichmann der Ansicht, die Mannschaft wäre auch ohne Trainer aufgestiegen ? Derlei Aussagen gab es ja mal zu Beckenbauers Zeiten bei Bayern München in den anfänglichen Erfolgsjahren. Doch drei Jahre bei United, da spricht das Durchhaltevermögen eines Trainers gegen eine solche Annahme. Auch für ein Imagegebaren, man schmückt sich mit einem Weltmeister, ist die Zeit um ein Jahr zu lang. Die einstige Verpflichtung von Thomas Häßler und der aktuelle Rauswurf kann natürlich in die Richtung Werbemaßnahme mit dem prominenten Namen eines langjährigen Bundesliga- und Nationalspielers einhergehen. Über die tatsächlichen Gründen darf spekuliert werden. Erfolgslosigkeit ist es jedenfalls nicht.

Stefan Teichmann äußert sich – nicht unbedingt überzeugend, „er möchte der Mannschaft neue Impulse geben“. Angeblich werden neun neue Spieler verpflichtet. Die zu integrieren traut er Thomas Häßler wohl nicht zu, obwohl der Erfahrungsschatz von Thomas Häßler den des Neu-Trainers vom Berliner SC, Fabian Gerdts, bei weitem übersteigt. Heißt: Das alles könnte zumindest langfristig gesehen nach hinten losgehen. In der Fußballersprache nennt man das ein Eigentor. Es ist ungewöhnlich einen Erfolgstrainer in die Wüste zu schicken. Völlig legitim ist seitens „Icke“ Häßler, nicht in die Verwaltung zu gehen: „Ich gehöre auf den Platz“.

Mit Sicherheit hat „Icke“ angenommen, in der kommenden Saison gegen United antreten zu können. Nicht mit seinem Ursprungsverein Füchse Berlin, sondern mit dem BFC Preussen. Ihm genügte ja im Jubiläumsjahr nur ein Punkt im letzten Spiel gegen TSV Rudow, verlor die entscheidende Partie aber in der 93. Minute, was die Rettung der Füchse zur Folge hatte. Wir berichteten. Icke Thomas wird sich also weiter mit dem BFC Preussen in der Landesliga präsentieren. Die Erwartungen sind natürlich an den Aufstiegstrainer enorm groß. Thomas Häßler könnte im Erfolgsfall seinen dritten Aufstieg als Trainer schaffen.

Christian Zschiedrich

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

Kommentar verfassen