Fachblatt „Fußball-Woche“ vor der Auferstehung

Spendenkampagne für den Amateurfußball in Social Media und Druck

Tino Loest ist vorsichtig optimistisch. Der ambitionierte Retter, der schon fast abgeschriebenen „Fußball-Woche“ (FuWo), will im besten Fall durch eine am 30. April 2026 angelaufene Kampagne eine Million Euro einsammeln. „Kick-off“ nannte sich das Treffen von Interessierten und Pressevertretern in der Magnet-Bar. Ein Anstoß, um die hungrige Berliner Fußball-Gemeinde wieder mit dem Lesestoff zu versorgen, der monatelang fehlte. Das Kultblatt soll ab der kommenden Saison wieder regelmäßig von den Sportplätzen der Berliner Vereine berichten. „Das mit der Summe ist aber nur eine Wunschvorstellung. Es gibt einen Mindestbetrag von 100.000, der erzielt werden sollte, damit die zeitgemäße Online-Präsenz richtig anlaufen kann“, erzählt der Mann, der nur Erster unter Gleichen sein will. Bei der von ihm und einigen anderen neuen Leuten vorgestellten Kampagne in der Fußballkneipe ist die Liebe zum Amateurfußball zu spüren. Interessierte Zuhörer sind zahlreiche frühere Mitarbeiter des Blattes, auch der letzte Herausgeber, Horst Bläsig. Kilian Depuhl bereits für die alte Fußball-Woche-App verantwortlich und Peer Hempel, ein weiterer Mahlsdorfer, sind die digitalen und grafischen Macher des neuen Erscheinungsbildes.

Tino Loest, Mitte mit Mikrophon bei der Vorstellung des Projekts

Wie und wann soll es zur Auferstehung des im Herbst 2025 in die Insolvenz abgetauchten Fußballmagazins von 1923 kommen? „Wir wollen mit dem bekannten FuWo-Sonderheft vor Beginn der neuen Saison starten. Die Inhalte, die sich für eine neue FuWo-App eignen, sollen bereits vor einer hoffentlich möglichen Druckversion eingestellt werden“, sagt Loest – Unternehmer und auch Präsident von Eintracht Mahlsdorf. Dass alles ungewöhnlich schnell gehen muss, ist den neuen Inhabern der Markenrechte bewusst. Die inhaltlichen Schwerpunkte sollen etwas anders verteilt werden. Spielberichte von Hertha und Union, die am traditionellen Erscheinungstag montags bereits zuvor überall veröffentlicht wurden, möchte Loest möglichst vermeiden. Der Fußball bei den Frauen und auch eine etwas ausführlichere Präsentation vom Jugend- und Seniorenfußball sollen mehr Leser und Leserinnen ansprechen. Im allgemeinen Layout und vor allem im Titel wird die FuWo ab demnächst auch ein verändertes Äußeres zeigen. Erkennen lässt sich das Blatt weiterhin, der grüne Schriftzug soll kürzer sein – statt „Fußball-Woche“ nur „FuWo“. Ein Trailer mit einem kauzigen Repräsentanten vor Berliner Kulisse ist bereits online. Motto: Berlin, vereint euch!

Tino Loest, links und Kilian Depuhl

Grundlage für einen erhofften Neustart ist die Spendenbereitschaft der Anhänger aus Vereinen, alter Leserschaft und auch Sponsoren aus der Wirtschaft. Die Crowdfunding-Aktion startete am Donnerstag, 30.04.2026 mit 60 Euro, bereits nach wenigen Stunden waren bereits über 10.000 im Topf – immerhin. Über die Webseite der FuWo und in der App kann sich ab sofort jeder beteiligen, um das Projekt zu beleben. „Wenn es nicht gelingt, haben wir es wenigstens versucht“, meint der ambitionierte Neustarter. Zunächst sind für einen weiteren Kick-off aber dringend Taten nötig. Viel Arbeit also für den Kaufmann Loest, der seine Menschenkenntnis früh beim Obstverkauf im Handel seines Vaters schulen konnte. Die Kampagne findet sich hier: www.startnext.com/fuwo.

Text und Fotos: © Frank Toebs

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