Zwei Nullnummern hielt der vergangene Spieltag für den Berliner Profifußball parat. Am Freitagabend, 24.04.2026, eröffneten die Eisernen aus Köpenick den 31. Spieltag der 1. Bundesliga mit ihrem Auswärtsauftritt bei RB Leipzig. Sie hatten an der Stätte des ehemaligen Leipzigers Zentralstadions nicht die Spur einer Chance. Das Endergebnis fiel aufgrund des Chancenwuchers der Leipziger moderat aus. Dass sie nur mit einer 1:3 Niederlage wieder in den Bus steigen konnten, sich das Torverhältnis nicht weiter versauten bleibt das einzig positive. Es spielte ein heißer Anwärter auf die Champions League gegen einen Bewerber auf den Relegationsplatz.
Der Kader der Eisernen ist nicht ausgewogen genug für die Bundesliga, ein Glück, dass es mindestens drei Vereine gibt, die bei der Kaderplanung noch weniger Glück, Geld und Geschick hatten. Der Trainerwechsel hatte bisher keine positive Wirkung. Auffällig war, die langen Bälle auf den pfeilschnellen Oliver Burke funktionierten nicht. Entweder lief er ins Leere oder musste beim Verteidigen helfen. Umschaltsituationen ergaben sich wenig, immerhin sprangen vier Eckbälle heraus. Einer davon fand den Weg ins Tor, zu diesem Zeitpunkt war alles schon verpackt.
Die Mitnahme eines Punktes oder gar Punkten durfte niemand im Berliner Lager erwarten, auf eine Leistungssteigerung nach dem verpatzten Heimspiel gegen Wolfsburg allerdings schon. Stattdessen drängte sich der Eindruck allgemeiner Überforderung auf. Die Schützlinge von Trainer Ole Werner machten das Spiel über ihre schnellen Außenstürmer bewusst breit und kombinierten in einer Geschwindigkeit, die immer wieder die Union-Abwehr zu Schwimmfesten einlud. Ab der 31. Minute konnte Frederik Rönnow nicht mehr weiterspielen, ohne Einwirkung des Gegners, bei einem Abschlag verletzte er sich. So kam er im zarten Alter von 32 Jahren Carl Claus zu seinem ersten Einsatz in der Bundesliga.
Es gab in dieser Spielzeit mal ein 2:2 in der “Alten Försterei” gegen den großen FC Bayern, das war am 8. November im vergangenen Jahr und knapp vier Wochen später eine beachtliche Leistung gegen die Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokals. Da konnten sie die Tugenden, kompakt in der Abwehr und Nutzen von Umschaltmomenten teilweise erfolgreich demonstrieren. Warum funktioniert das knapp vier Monate später nicht mehr?
Am 32. Spieltag wartet in Köpenick erneut ein “Endspiel”. Der ebenso abstiegsgefährdete 1. FC Köln wird keine Punkte herschenken wollen. Eher im Gegenteil, sie haben einen Punkt weniger als der 1. FC Union. Dank dem Fastabsteiger Heidenheim, die den FC St. Pauli bezwungen haben, bleibt es bei den sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz.
Einen Tag später konnte Hertha mal wieder nicht, trotz überlegenem Spiel, im Oly gewinnen. Macht aber in dieser Situation rein gar nichts, außer für die Geldrangliste sind kommende Zähler nichts mehr wert. Zu dem Spiel will ich nichts weiter sagen, nur soviel, wer gut spielt, hat noch lange nicht gewonnen. Zu beachten sind folgende Maße 7,32 Meter in der Breite und 2,44 Meter in der Höhe, seit dem 19. Jahrhundert hat sich daran nichts geändert. Manchmal ist es eben doch zu klein oder der VAR hat etwas dagegen.
Das war es jetzt endgültig mit Herthas Aufstiegshoffnungen. Es steht wieder einmal ein Neuanfang auf der Tagesordnung. Ob es gelingt für die kommende Saison einen Kader zusammenzustellen, der um den Aufstieg mitspielen kann?
Hans-Peter Becker
