Die Ergebniskrise beim 1. FC Union hält weiter an. Am Dienstagabend wurde in der kurpfälzischen Provinz mit 0 : 1 verloren. Ein strammer Schuss von Abwehrspieler Leart Paqarada in der 55. Spielminute, gemessen mit fast 99 km/h fand den Weg an Jakub Busk vorbei in das Tor. Die Eisernen schafften es nicht, die ausgeklügelte 3-5-2 Defensivtaktik des SV Sandhausen zu überlisten. Abwehrchef Toni Leistner und Kapitän Felix Kroos blieben verletzungsbedingt in Berlin. In die 4er Abwehrkette rückte Christoph Schösswendter neben Fabian Schönheim in die Innenverteidigung. Für Christopher Trimmel verteidigte Atsuto Uchida auf der rechten Außenbahn und links spielte, wie gewohnt, Kristian Pedersen. Stephan Fürstner und Damir Kreilach bildeten die sogenannte Doppelsechs und davor im offensiven Mittelfeld agierten Marcel Hartel (zentral), rechts Akaki Gogia und etwas ungewohnt auf der linken offensiven Mittelfeldseite Steven Skrzybski, der auch die Mannschaft als Kapitän auf das Feld führte. In der Sturmspitze des 4-2-3-1 Systems spielte Philipp Hosiner für Sebastain Polter.
In beiden Halbzeiten erwischten die Sandhausener vor 4.893 Zuschauern, darunter etwa 500 Anhänger der Eisernen jeweils den besseren Start, dann übernahmen die Gäste das Kommando. „Wir haben versucht über Ballbesitz unser Spiel zu entfalten, uns dabei jedoch zu viele Fehler geleistet. So konnten wir in einer ausgeglichenen Partie nicht den nötigen Druck nach vorne entwickeln und kassieren durch einen Sonntagsschuss den Gegentreffer“, so fasste ein enttäuschter Jens Keller die Partie zusammen. Immer wieder versandeten die Angriffsbemühungen der Eisernen. Ein 0 : 0 und somit wenigstens ein Punkt wäre möglich gewesen, wenn da nicht dieses unglückliche Gegentor gewesen wäre.
Das Angriffsspiel der Eisernen wirkte einfallslos, Flanken aus dem Halbfeld, die immer wieder von den hochgewachsenen Abwehrspielern aus der gefährlichen Zone befördert wurden. Vor allem Tim Kister stand immer schon da wo der Ball hinflog. Der Doppelwechsel in der 64. Minute, für Sebastian Fürstner und Philipp Hosiner kamen Sebastian Polter und der dribbelstarke Simon Hedlund, veränderte nichts. Es fehlte der geniale Moment. Der SV Sandhausen konnte sich immer wieder aus der offensiven Umklammerung befreien. Dieser Sieg bringt den schwarz-weißen für mindestens 24 Stunden die Tabellenführung, Darmstadt und Düsseldorf konnte im Falle des Sieges vorbeiziehen. Die Eisernen hängen im Mittelfeld und müssen dringend punkten, um nicht den Anschluss zu verlieren. Sie haben jetzt bis zum kommenden Montag Zeit, sich auf den 1. FC Kaiserslautern im nächsten Heimspiel vorzubereiten. Da treffen zwei Leidensgefährten aufeinander, den auch die Pfälzer mussten die Erfahrung einer 0 : 1 Niederlage in Sandhausen machen. Während die Eisernen ihr fünftes Spiel in Folge ohne Sieg gestalteten, kassierten die Lauterer, etwa 95 km Luftlinie weiter westlich, ihre fünfte Saisonniederlage. Die Verantwortlichen hatten genug gesehen und entließen Trainer Norbert Meier am Tag seines 59. Geburtstages. Wer am 25. September in der Alten Försterei auf dem Trainerstuhl der Gäste sitzen wird ist ungewiss. Vorerst hat Manfred Paula, der Leiter des Leistungsnachwuchszentrum die Betreuung des Profi-Kaders übernommen.
Hans-Peter Becker
