Ja, der 11. Spieltag in der Regionalliga Nordost sollte im Spitzenspiel Erster gegen Zweiter entscheidende Veränderungen bringen, doch die in dieser Saison starken Babelsberger schafften als Tabellenzweiter keinen Sieg in ihrem Karl-Liebknecht-Stadion am Freitagabend, 28.10. vor 3.333 Zuschauern in einer torlosen, aber dennoch rasanten Partie. Tabellenführer BAK 07 war bereits zum neunten Mal ohne Gegentreffer und dem Sieg sogar näher als die Heimmannschaft. Babelsberg lies im ersten Durchgang die Berliner nicht zu ihrem gewohnt guten Aufbauspiel finden, die 07er gerieten beeindruckend in Zweikämpfen, mit gelungenen Attacken, dazu temporeich und immer wieder früh störend in die Defensive. BAK gelang es, sich allmählich vom Druck zu befreien und enorme Torgefahr mittels einstudierter Standards zu erzeugen. Insbesondere nach Eckbällen war es erst Meyer und dann Richter, die mit Aluminiumtreffern aufwarteten. Trainer Benjamin Duda war auf seine junge Mannschaft voller Lobeshymnen und stolz, wie sie sich behauptete und standhaft, eben nicht umfiel. Trotz fehlender Tore sprach er von einer „gutklassigen Partie“.

Mit dem Remis fiel Babelsberg punktgleich mit Chemie Leipzig, je 22, auf den 5. Rang zurück, davor nun von Platz 2 bis 4 gleich drei Vereine mit 23 Punkten. Energie Cottbus, Rot-Weiß Erfurt und der 1. FC Lok Leipzig. Ausgerechnet gegen Chemnitz (in Folge drei zu Null-Spiele), dann zu Carl Zeiss Jena (18 Punkte), und gegen den 1. FC Lok Leipzig, (2:0-Sieger über FSV Luckenwalde), stehen weitere schwere Aufgaben bevor. Bleibt zu hoffen, dass der Berliner Tabellenführer weiterhin standhaft bleibt und die Tabellenführung souverän, derzeit 5 Punkte Vorsprung, verteidigen kann.
Mit der VSG Altglienicke folgt erst auf Platz 7 ein weiterer Berliner Club. Im Amateurstadion fertigten die Heine-Schützlinge Herthas zweite Mannschaft mit sage und schreibe 5:0 ab. Hertha BSC II nimmt mit 11 Punkten Platz 12 ein. Der BFC Dynamo, 3:2-Sieger über Schlusslicht Germania Halberstadt, rangiert im Mittelfeld, mit 16 Punkten, Platz 10. Unmittelbar über den Relegationsplätzen stehen drei Berliner Clubs, Hertha II, Lichtenberg 47 und FC Viktoria 89. Lichtenberg erkämpfte in Jena ein 0:0, Viktoria 89 verlor zu Hause 0:2 gegen Chemie Leipzig.
Weiterhin, mit 4 Punkten, stark abstiegsgefährdet ist Tennis Borussia, Vorletzter in der Tabelle. Es war vor 1.491 Zuschauern im Mommsenstadion gegen Energie Cottbus fast absehbar, ins Hintertreffen zu geraten. Ohne Einwirkung eines Gegners brach Abwehrspieler Lucas Bähr nach dem 0:2 in der 55. Minute an der eigenen Strafraumgrenze regungslos zusammen. Das Spiel wurde einschließlich der eintreffenden Rettung 30 Minuten lang unterbrochen. TeBe’s Vorsitzender Günter Brombosch: „Lucas geht es jetzt den Umständen entsprechend gut“. Tennis Borussia kassierte in der Nachspielzeit das 0:3 und 0:4 und obendrein zwei Rote Karten: 90 + 6 Albers (Notbremse) und 90 + 12 Oschmann (Foulspiel). Am Samstag, 5.11. muss TeBe zu Chemie Leipzig, dem 2:0 Sieger im Jahnsportpark gegen Viktoria 89, nun ab in den Alfred-Kunze-Sportpark nach Leipzig.
Christian Zschiedrich
