Sieg in Flensburg: Füchse kämpfen sich ins Viertelfinale des DHB-Pokals

Riesenjubel bei den Füchsen Berlin: Die Hauptstädter sind am Mittwochabend aus einer hochdramatische Begegnung im DHB-Pokal bei der SG Flensburg-Handewitt als Sieger hervorgegangen. Das Petkovic-Team steht nach einem packenden 29:26 (14:14)-Sieg im Viertelfinale des deutschen Pokals.

Erleichtert und mit einem breiten Lächeln im Gesicht fielen sich die Füchse-Spieler nach der Schlusssirene in die Arme. Die Berliner haben nach der 27:33-Niederlage in der Liga beim TSV Hannover-Burgdorf die richtige Reaktion gezeigt und das Pokal-Auswärtsspiel im hohen Norden nach einem großen Kampf für sich entschieden. „Wir sind überglücklich und genießen den Abend“, sagte ein sichtlich erleichterter und zufriedener Bob Hanning. Der Füchse-Geschäftsführer: „Wir haben das Torhüter-Duell und das Gegenstoß-Spiel diesmal für uns entschieden. Das waren die Schlüssel zum Erfolg. Wir haben eine klasse Leistung gezeigt. Jetzt freuen wir uns auf Kiel.“

Es war ein spannendes und hochdramatisches Pokalspiel, in dem sich keine der beiden Mannschaften auch nur einen Zentimeter Boden schenkten. In einem richtigen Abreibungskampf vor 5644 Zuschauern in der Flens-Arena markierte zu Beginn Kreisläufer Erik Schmidt die ersten beiden Füchse-Treffer (2:2/5.). Die Berliner kamen gut ins Spiel und führten nach zehn Minuten mit 5:3, nach 26 Minuten mit 12:10. Zur Pause stand es 14:14.

In der zweiten Hälfte erwischten die Füchse den schlechteren Start. Die Berliner, die im vergangenen Jahr im Pokal noch an der dänischen Grenze mit 34:36 scheiterten, gerieten kurz nach Wiederanpfiff in Rückstand. Und das, obwohl Silvio Heinevetter ganz starke Paraden zeigte. Die Füchse konnten sich mehrfach bei ihrem Schlussmann bedanken, der eine starke Leistung zeigte und im zweiten Durchgang wichtige Bälle wegnahm – beispielsweise gegen Henrik Toft (41.) und Holger Glandorf (43.).

Trotzdem lag das Team von Trainer Velimir Petkovic gegen den vierfachen DHB-Pokalsieger nach 52 Minuten mit 21:23 zurück. Es ging aber plötzlich ein Ruck durch die Mannschaft. Angetrieben von Regisseur Petar Nenadic, dem treffsicheren Bjarki Elisson und einem starken Heinevetter holten die Füchse Tor um Tor auf und gingen durch Jakov Gojun sechs Minuten vor Schluss mit 24:23 in Führung. Diesen Vorsprung brachten die Berliner letztlich in einer packenden und kämpferisch großartigen Schlussphase über die Zeit.

Die Füchse Berlin, die 2014 den DHB-Pokal gewannen, stehen nach dem Sieg in Flensburg jetzt im Viertelfinale. Am Samstag erwarten die Berliner in der Liga vor heimischer Kulisse den THW Kiel zum Topspiel.

Trainer Velimir Petkovic jubelnd: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben über 60 Minuten einen riesigen Kampf gezeigt und waren mit dem Kopf zu keiner Zeit woanders. Jeder hat gekämpft bis zum Umfallen. Der Sieg ist verdient.“

Sportkoordinator Volker Zerbe: „Die Mannschaft hat nach der Niederlage gegen Hannover ein super Gesicht gezeigt. Sie hat großartig gespiel.“

Spielfilm: 2:2 (5.), 4:2 (7.), 5:3 (10.), 7:7 (17.), 10:10 (22.), 12:10 (26.), 14:14 (30.), 15:17 (37.), 18:18 (40.), 18:19 (44.), 20:22 (50.), 21:23 (52.), 23:23 (54.), 25:24 (56.), 29:26 (60.).

Statistik: Stochl, Heinevetter – Wiede (3), Elisson (5), Vukovic, Struck, Gojun (1), Nenadic (7), Jimenez Plaza, Lindberg (5/1), Zachrisson, Fäth (3), Schmidt (4), Drux (1)

Neun Füchse sind ab heute auf Länderspielreise:

Kumpel-Duell in Island. Es steht die erste Länderspielwoche der neuen Spielzeit bevor – und neun Akteure der Füchse Berlin sind international vertreten. In Island kommt es sogar zu einem Duell zwischen zwei Füchse-Freunden.

Deutschlands Nationaltrainer Christian Prokop gab vor wenigen Tagen bei einer Pressekonferenz seinen Kader für die Länderspiele am 28. und 29. Oktober in Magdeburg und Berlin gegen Spanien bekannt. Mit den Spielen gegen Spanien richtet Prokop den Fokus bereits auf die im Januar stattfindende EHF EURO 2018. In der Hauptrunde könnte Spanien zu den Gegnern des DHB-Teams zählen. „Der Lehrgang ist ganz wichtig“, sagt Prokop und sagt mit Blick auf die Vorbereitung zur EM 2018 in Kroatien: „Wir wollen diesen intensiv taktisch nutzen.“ Zum Kader der deutschen Nationalmannschaft gehören auch vier Füchse-Profis. Fürs Tor wurde Silvio Heinevetter nominiert. Steffen Fäth, Paul Drux und Fabian Wiede werden im Rückraum eingesetzt.

Aber nicht nur die deutschen Nationalspieler sind für Länderspiele nominiert. Jakov Gojun und der zurzeit noch angeschlagene Marko Kopljar haben für die Zeit vom 22. bis 29. Oktober in Zagreb für die Länderspielwoche eine Einladung des kroatischen Verbandes erhalten. Kopljar, der zuletzt noch an einer Adduktorenverletzung laborierte, wird aber nicht in seine Heimat fliegen.

Petar Nenadic wird die serbischen Landesfarben vertreten. Die Nordlichter Bjarki Elisson, Mattias Zachrisson und Hans Lindberg sind für Island, Schweden und Dänemark im Einsatz. Lindberg wird am 26. Oktober in Brondby gegen Norwegen, am 28. Oktober in Aarhus gegen Polen und am 29. Oktober in Herning gegen Frankreich spielen.

Kurioserweise kommt es zu einem Füchse-Freunde-Duell: in Reykavik kommt es nämlich zum Aufeinandertreffen zwischen Island und Schweden und damit zum Duell zwischen den beiden eng befreundeten Füchsen Elisson und Zachrisson.

Quelle: Füchse Berlin

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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