Sieg(e) am Freitagabend

Fotos: © Stephan Wenske

Die Eisbären Berlin holten sich am 5. Spieltag den zweiten Dreier in der noch jungen Saison. Vor 9.430 Zuschauern in der MB-Arena am Ostbahnhof hieß es am Ende 4:3. Held des Tages war Eisbären-Stürmer Jamie MacQueen, der sich als dreifacher Torschütze auszeichnen konnte. Das erste Drittel verging torlos. Einen Aufreger gab es in der 13. Spielminute, als Denis Shevyrin Eisbären-Verteidiger Jonas Müller in die Bande checkte. Müller blieb verletzt liegen und konnte das Spiel nicht fortsetzen. Mit Verdacht auf eine Schulterverletzung wurde er ins Krankenhaus gefahren und droht jetzt länger auszufallen.

Es dauerte bis zur 27. Minute, da fiel der erste Treffer, die Eisbären nutzen ein Überzahlspiel. Die Iserlohner verloren bei einem Angriffsversuch. Nur eine knappe Minute später konnten die Gäste durch ihren Kapitän Justin Florek egalisieren. Er schob Eisbären-Goalie Maximilian Franzreb den Puck durch die Beine. Franzreb stand im Tor, weil sich Kevin Poulin mit einer Augenentzündung plagt. Im Mittelabschnitt hatten beide Mannschaften ihre Möglichkeiten. Das Spiel war auch geprägt durch Fehlabspiele. In der 39. Minute war ein langer Pass von Danny Richmond der Ausgangspunkt für die erneute Führung. MacQueen blieb eiskalt, war einen Tick schneller als zwei Verteidiger und schob dem Iserlohner Goalie Sebastian Dahm den Puck durch die Schoner. Natürlich ging der Blick jetzt ab und zu auf die Ticker der Fußball-Bundesliga. Ein paar Kilometer westlich der Arena spielte fast zeitgleich Hertha BSC gegen Bayern München und blickte eine 2:0 Führung für die Berliner aus den Displays.

Im Schlussabschnitt bauten die Eisbären ihre Führung aus. Zunächst traf Colin Smith zum 3:1 und in der 51. Minute machte MacQueen seinen Hattrick perfekt und trug sich wieder in die Torschützenliste ein. Im Eishockey können neun Spielminuten lang werden. Die Iserlohner waren mit der Empfehlung der bisher besten Offensive nach Berlin gereist. 19 Tore nach vier Spielen, kein anderes Team hatte bisher so oft getroffen. In der 52. Minute traf Jonathan Matsumoto für Iserlohn. Die Eisbären hatten Überzahl und Richmond lieferte mit einem Fehlabspiel die Vorlage für den shorthander. Der Sieg drohte dann ernsthaft in Gefahr zu geraten, als erneut Matsumoto in einer unübersichtlichen Situation den Puck in den Torraum stocherte. Irgendwie landete der Puck dann im Tor. In der verbleibenden Spielzeit konnten die Eisbären den knappen Vorsprung verteidigen. Der Sieg war wichtig, den jetzt haben die Eisbären drei Auswärtsspiele in Folge vor der Brust. Das nächste Heimspiel wird am Sonntag, 7.10. gegen die Adler Mannheim ausgetragen.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel sprach Eisbären-Trainer Clement Jodoin von einem interessanten Spiel. Bemängelte, dass die Führung nach dem 4:1 fast noch aus der Hand gegeben wurde. Für seinen jungen Torhüter Maxi Franzreb freute es ihn, dass er seinen ersten Saisonsieg feieren konnte. Leider wurde er im Schlussdrittel zu oft im Stich gelassen. Zudem sah er zu viele Fehler und dadurch unnötige Puckverluste, vor allem im 1. Drittel bei seiner Mannschaft.

Maximilan Franzreb meinte nach dem Spiel, dass natürlich die Knie zittrig wurden, als der Vorsprung von 4:1 in der Schlussphase dann auf 4:3 zusammenschrumpfte. Es ist ein Mannschaftsport und gemeinsam haben wir es geschafft. Die Chance jetzt spielen zu können will er nutzen.

Nach den Interviews in der Mixed-Zone und der Erleichterung bei den Eisbären über den Sieg, wurde aus dem Olympiastadion der 2:0 Sieg der Hertha über den FC Bayern vermeldet. Besser konnte das Wochenende für die Sportfans nicht beginnen.

Hans-Peter Becker

DEL 5. Spieltag 28.09.2018 19:30 MB-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 4:3 (0:0/2:1/2:2)
Zuschauer: 9.430

Torfolge:
1:0 27. Min Jamie Macqueen (James Sheppard/Micky DuPont) PP1
1:1 28. Min Justin Florek (Kevin Schmidt/Jonathan Matsumoto) EQ
2:1 39. Min Jamie Macqueen (Daniel Richmond/James Sheppard) EQ
3:1 46. Min Colin Smith (Kai Wissman) EQ
4:1 51. Min Jamie MacQueen (Jens Baxmann) PP1
4:2 52. Min Jonathan Matsumoto SH1
4:3 56. Min Jonathan Matsumoto (Justin Florek/Marco Friedrich) EQ

Strafminuten:
Eisbären 6
Iserlohn 12

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