Keine Aufstiegsmannschaft

2. Fußball-Bundesliga

29. Spieltag: Hertha BSC – 1. FC Kaiserslautern 0:1

Hertha hatte dem Spielverlauf nach eine gute Mannschaft, aber keine Aufstiegsmannschaft. Das Heimspiel hätte der Tabellenkonstellation und den Torchancen nach schon gewonnen werden müssen. Bei aller lobenswerten Aufholjagd muss der Situation Rechnung getragen werden, dass der Hauptstadtclub fünf Spiele vor Ultimo in ganz anderer Tabellenposition hätte auftrumpfen können, wären erstens nicht so viele Heimspiele vergeigt worden und zweitens, Siege, so viele, in der Endphase, trotz Führung nicht so oft zwei Punkten verschenkt worden. Das darf bei stets verkündetem Aufstiegswillen vielleicht einmal passieren, aber nicht in der Folge wie in dieser Saison leider geboten. So eben auch wieder zu Hause gegen Kaiserslautern. Da waren es sogar wieder drei Punkte, die verloren gingen. Es bleibt also, fünf Spiele vor Saisonende, bei 47 Punkten. Kaiserslautern rückt sogar bis auf einen Zähler an Hertha heran.

Aus Zuschauersicht führen wir diesmal nicht detailliert das fehlerhafte Zustandekommen auf, sondern die Vielzahl der negativen Ergebnisse. Wiederholt wurde die fehlende Konstanz bemängelt. „Ob Hertha vielleicht doch daraus lernt(?)“, wurde uns von Anhängern geschrieben, wenn aus Sicht der Zuschauer, den bewundernswerten Fans, Tränen in den Augen standen, weil Spiele nicht erfolgreich über die Zeit gebracht werden konnten. Das hatte dann mitunter Fragen zur Einstellung und Taktik zur Folge. Von Kritik an der Vereinsführung ganz zu schweigen, was erfahrungsgemäß im Erfolg nicht so aufgetischt wird. Da lasen wir doch vor Saisonbeginn: „Hertha ist zum Aufstieg verdammt!“ Das lassen wir heute mal so stehen. In der Bundesliga benötigen die Teilnehmer auch Interessenten, die bei Niederlagen nicht weinen. Vielleicht nicht einmal regelmäßig die Spiele verfolgen. Deshalb sei heute auch einmal besonders an diese gedacht. Mitunter schaffen es nicht alle, pünktlich zu Spielbeginn den Fernseher anzumachen.

Ein paar Tipps: Mit den Aussagen der Reporter muss keine Übereinstimmung bestehen, nicht etwa sich mit ihnen identifizieren! Ich habe mir abgewöhnt, mich nicht mehr zu ärgern, wenn der Berichterstatter, vielleicht zu Beginn, den Spielernamen einmal in einer riskanten Aktion genannt hat – wer kennt schon alle Spieler (?). Wenn ich ihn dann gern vernommen und bestätigt hätte, fehlte er. Schraubt die Objektivität auch nicht zu hoch… Der Spielverlauf kann einen auf die Palme bringen. Vor allem, wenn der Treffer in der Nachspielzeit, entweder vor dem Seitenwechsel oder noch ärgerlicher, wenn es am Ende des Spiels geschieht.

Mit 0:0 verabschiedete sich Hertha diesmal beim Pausenpfiff in die Kabine. Dafür erzielte Kaiserslautern unmittelbar nach Wiederbeginn das Siegtor. Die Mannschaftsaufstellungen geben häufig Diskussionsstoff. Da ist es ratsam, sich Ärger vom Leibe zu halten. Warum? Wer beim Abschlusstraining nämlich nicht dabei ist, hat absolut keine Chance, Einfluss zu nehmen. Mitunter kann er deshalb viele Dinge nicht wissen. Man gebe am besten dem Trainer die Chance, ein glückliches Händchen zu haben. Selbst dann, wenn ein Lieblingsspieler zunächst erst auf der Bank Platz nehmen muss. Was eventuell lautstark zu beeinflussen ist, sind mit Rufen und Pfiffen geforderte Wechsel. Da staunt man oft über die Kenntnis des Anhangs. Na ja und wie eine Mannschaft kämpferisch zu Werke geht, das ist offenkundig.

Christian Zschiedrich

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