Ein Blick auf die Tabelle der 2. Liga zeigt, wie eng und verrückt es zugeht. Es geht rauf und runter. Der 1. FC Union muss am 25. Spieltag bereits am Freitagabend auf dem Betzenberg in Kaiserslautern ran. Für den Tabellenletzten ist verlieren verboten, wenn die Hoffnung, in der nächsten Saison wieder in der 2. Liga zu spielen, weiter leben soll. Der 1. FC Union beteiligt sich am Schneckenrennen um Platz 3. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass keiner so richtig will.
Es ist für die Eisernen das 12. Auswärtsspiel in dieser Saison, nur 3 davon konnten sie gewinnen. In Kaiserslautern gelang noch nie ein Sieg. Trainer Andre Hofschneider machte in der Pressekonferenz vor der Abreise in die Pfalz einen entspannten Eindruck. Ihm steht fast der komplette Kader zur Verfügung, etwas mehr Sorgen hat da sein Kollege Michael Frontzek. Es wurde unter Woche viel im geheimen trainiert, dazu einige bisher gewohnte Abläufe verändert. Zudem sollten sich die Profis dazu äußern, was sie selbst wollen. Jetzt ist allerdings genug gequatscht, jetzt sollen Taten folgen. Mit dem kämpferischen Auftritt gegen den SV Sandhausen können sie zufrieden sein, jetzt geht es darum, diesen Eindruck erneut zu bestätigen.
Trotz der großen Entfernung werden an Freitagabend etwa 1.000 Fans der Eisernen in Kaiserslautern vor Ort sein. Viele werden mit dem extra organisierten Sonderzug fahren. Das wird ein zusätzlicher Ansporn sein. Mal ganz verrückt gedacht, sollte Union mit 4 Toren Unterschied und mehr gewinnen, würden sie sogar für eine Nacht auf dem Aufstiegsrelegationsplatz stehen. Am Freitag (2. März) können sie es probieren. Das Spiel wird um 18:30 Uhr im Fritz-Walter-Stadion von Schiedsrichter Sven Waschitzki angepfiffen werden.
Eine Prognose ist schwierig. Es könnte sein, das Lauter’n den Berlinern komplett die Initiative überlässt, um gefährliche Konter zu fahren. Sehr schmerzvoll musste das Holstein Kiel erfahren, die am 22. Spieltag mit 1:3 auf dem Betzenberg untergingen.
Hans-Peter Becker
