Hui und Pfui für den Berliner Profifußball

Am 23. Spieltag durchbrach der 1. FC Union endlich seine Serie an sieglosen Spielen, während Hertha in Paderborn einem herben Absturz erleben musste. Einen Sieg hatte man weder von den Eisernen noch von der Alten Dame erwartet, die Spielausgängen waren einigermaßen überraschend. Am Samstag, 21.02.2026, zur besten Fußballzeit am Nachmittag feierte der 1. FC Union einen 1:0 Erfolg gegen Bayer Leverkusen. Sie machten in ihrem Matchplan nicht den Fehler, im Vergleich des Spiels gegen Dortmund, den Ball weitgehend dem Gegner zu überlassen und auf die Umschaltmomente zu hoffen. Erstaunlicherweise übernahm die Baumgart Elf gleich die Initiative. Bis zur Halbzeitpause hatten das Heimteam 44 % Ballbesitz, ein erstaunlicher Wert gegen eines der spielstärksten Mannschaft der Bundesliga. In der 28. Minute packten die Gäste ihr Geschenk aus. Leverkusens Kapitän Robert Andrich wollte einen Ball mit dem Körper abschirmen, ihn ins Aus trudeln lassen, mit Abstoß vom Tor sollte es weitergehen. Rani Khedira spitzelte dazwischen und hob den Ball ins Tor. So kann es gehen, einen Moment nicht aufgepasst und schon ist es passiert. Im Interview nach dem Spiel nahm dann auch Andrich die Schuld auf sich, kurz und bündig: „Sowas darf mir nicht passieren.“

Mit einem Rückstand in die Pause zu gehen, das war den Leverkusenern schon lange nicht mehr passiert. Die zweite Halbzeit verging ohne Wertung. Die Eisernen taten, was sie am besten können, das eigene Tor verteidigen. Es ergaben sich, da Leverkusen mehr und mehr alles nach vorn werfen musste, einige gute Möglichkeiten das Spiel vorzuentscheiden. Ein bisschen Matchglück hatten sie auch, das gehört eben dazu. Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Das war mal kein Antifußball.

Von der Hertha gibt nichts Positives. Trainer Stefan Leitl wollte noch mehr offensive Akzente setzen und schickte seine Mannschaft mit einem 5-2-3 gegen den Ball (3-4-3 bei Ballbesitz) in Paderborn auf den Rasen. Das Experiment misslang, vor allem im Mittelfeld klafften große Lücken, darunter litt das Aufbauspiel. Das Ergebnis war ein 2:5 Klatsche. Wurde hier die Taktik zur Fallgrube?

In diesem Spiel waren die Berliner in allen Bereichen unterlegen, hatten keine Chance ins Spiel zu kommen. Bereits zur Pause lag Hertha mit 1:3 und wie zufrieden der Trainer mit der Leistung war, zeigt sich darin, dass bereits mit Beginn der zweiten Spielhälfte drei Spieler ausgetauscht wurden. Insgesamt war es ein Tag zum Vergessen und mehr als nur ein Dämpfer für das angestrebte Saisonziel. Solch einen Auftritt dürfen sie sich einfach nicht erlauben.

Hans-Peter Becker

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