Füchse: Mit Leidenschaft und Nervenstärke ins Final Four gestürmt


Wenn ein rheinischer Gassenhauer zum Lieblingslied einer Berliner Mannschaft und ihres Anhangs wird, muss das einen besonderen Grund haben. Nach Abpfiff der CL-Partie gegen One Veszprem dröhnte es aus den Lautsprechern:
Da simmer dabei! Dat es prima! VIVA COLONIA! Und Mannschaft und Publikum stimmten in den Song der Kölner Kult-Band Höhner lauthals ein. Mit dem 35:33-Erfolg hatten sich die Füchse wie im Vorjahr die Teilnahme an der Endrunde der Königsklasse gesichert. Die findet am 13./14. Juni in Köln statt.

Der Deutsche Meister startete mit einem enormen Tempo in das Rückspiel gegen den ungarischen Topklub, als müsse der Ein-Tor-Rückstand sofort und nicht am En-de des Spiels aufgeholt sein. Aus sicherer Deckung, mit einem Dejan Milosaljev in Top-Form (acht der ersten 16 Gäste-Abschlüsse entschärfte er) setzten die Gastgeber Veszprem unter Druck und fanden trotz der aggressiv-beweglichen Abwehr der Gäste immer wieder Lücken zum Torwurf – 8:3/10. Zur Mitte der ersten Hälfte stellte sich Veszprem besser auf das Füchse-Spiel ein. Dennoch blieben die Gastgeber zunächst dominant – 12:8/20. Durch einige technische Fehler und eine nicht ganz gelungene Variante des 7:6-Spiels (ohne Torhüter) büßten die Berliner etwas von ihrem Vorsprung ein – 17:15/30. „Wir lagen oft in Führung, aber sie haben sich immer wie-der zurück ins Spiel gekämpft. Großer Respekt vor der Mentalität und der Moral, die Veszprém gezeigt hat“, lobte Trainer Nicolej Krickau die Leistung der Gäste, die sich bereits in der Gruppenphase mit den Füchsen duelliert hatten.

Nach dem Wechsel erhöhten die Ungarn den Druck auf die Füchse, die jedoch in einem weiterhin temporeichen Spiel dagegenhielten. Lange Zeit stand die Partie auf des Messers Schneide. Mit einigen unglücklichen Aktionen (Treffer an Pfosten) und technischen Fehlern holten die Berliner den Gegner zurück ins Spiel. Beim Stand 29:29/57 schien der Weg nach Köln verbaut. Milosavljev`s Siebenmeter-Parade zwei Minuten vor Schluss und ein Treffer in der letzten Minute sorgten für einen Ergebnis-Gleichstand nach Hin- und Rückspiel. So musste das Siebenmeter-Werfen entscheiden, bei dem der mit „Milo,Milo“-Rufen gefeierte Berliner Keeper zweimal Sieger blieb. Für die Gastgeber verwandelten zuerst Lichtlein, Freihöfer und Grøndahl, bevor Mathias Gidsel mit dem letzten Wurf Sieg und Final-Four-Einzug perfekt machte. „Veszprém ist eine unglaubliche Mannschaft, die uns jedes Mal herausfordert“, befand der Welthandballer hinterher. Beide Mannschaften hätten es verdient, nach Köln zu fahren“.

Für die Füchse erfolgreich:  Andersson (6), Grøndahl (2/2), Lichtlein (3/1), Gidsel (11/1), Freihöfer (8/7), Langhoff (1), av Teigum (2), Marsenić (2).

Am Sonntag, 10. Mai 2026 geht es für die Füchse in der Bundesliga weiter – mit dem Auswärtsspiel beim THW Kiel.

Herbert Schalling

Foto: Füchse Berlin

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