DEL Saison 2025/26
45. Spieltag
25.02.2026 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 2:3 (1:0/1:3/0:0)
Beim amtierenden Meister Eisbären Berlin, die trotz der vier Teilnehmern am olympischen Eishockeyturnier auf einen gelungenen Re-Start hoffen, mussten bereits in der Vorbereitung einen Dämpfer hinnehmen. Beim Testspiel in Wolfsburg verletzte sich Goalie Jake Hildebrand. In einer Pressemitteilung ließen die Eisbären verlauten: „Ein Comeback in der laufenden Saison wird vom Heilungsverlauf abhängen. Eisbären-Cheftrainer Serge Aubin muss neben Hildebrand auch auf Patrick Khodorenko und Blaine Byron verzichten. Die beiden Stürmer werden die gesamte restliche Saison verletzungsbedingt nicht mehr zum Einsatz kommen.“ Die schier unglaubliche Verletzungsmisere in der laufenden Saison setzt sich fort. Aktuell leider auch bei der im Eishockey hochsensiblen Position des Torhüters. Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer sagt: „Die Nachricht ist natürlich sehr bitter für uns. Jake ist ein wichtiger Pfeiler und starker Rückhalt unserer Mannschaft. Wir werden ihn selbstverständlich bestmöglich in der Reha unterstützen. Unsere anderen Torhüter Jonas Stettmer und Lennart Neiße genießen unser volles Vertrauen.“
Jake Hildebrand spielt seine dritte Saison für den Hauptstadtclub. In den beiden vorherigen Spielzeiten gewann der US-Amerikaner mit den Eisbären jeweils die Deutsche Meisterschaft. Der Linksfänger absolvierte bislang insgesamt 127 DEL-Spiele für Berlin, in denen er 91 % aller gegnerische Torschüsse entschärfte. In der laufenden Spielzeit kommt der Torhüter auf 30 DEL-Spiele für die Eisbären und eine Fangquote von 89,04 %.
Ein erfolgreicher Re-Start wäre der direkte Einzug in das Playoff-Viertelfinale. Der dafür notwendige Platz 6 in der Tabelle ist noch in Reichweite. Die Aufgabe ist nicht leichter geworden, der Ausgang, angesichts der Verletztenmisere ungewiss. Die Olympiafahrer hatten eine im Großen und Ganzen positive Erfahrung. Bei Olympia dabei waren auch Eisbären-Cheftrainer Serge Aubin und Alexander Sulzer von den Fischtown Pinguins. Sie assistierten dem Bundestrainer Harold Kreis. Am kommenden Sonntag, 1. März 2026 kommt Bremerhaven nach Berlin, sie sind ein direkter Konkurrent im Kampf um den begehrten Einzug ins Viertelfinale.
Vor dem Spiel gegen die Straubing Tigers gab es Gedenkminute für den ehemaligen Co-Trainer der Eisbären Vince Malette. Er war von 2010 bis 2015 bei den Eisbären tätig und an drei Meistertiteln beteiligt.
Der Re-Start gelang nicht. Im ersten Drittel war beiden Mannschaften anzumerken, dass eine Wettkampfpause hinter ihnen lag. Testspiele sind kein ganz so vollwertiger Ersatz für den Wettkampf. Die ersten Torchancen hatten die Gäste aus Straubing, nach knapp fünf Minuten kamen die Eisbären zu ihrer ersten Gelegenheit. Eine Riesenchance ließ Lean Bergmann in der 7. Minute liegen. Ein Puckverlust vor dem Straubinger Tor, Bergmann hatte nur noch Henrik Haukeland vor sich und verzog. Ein Powerplay in der 14. Spielminute brachte die Führung für die Eisbären. Sie brauchten nur 8 Sekunden und zwei Schlägerberührungen, um den Puck im Tor zappeln zu lassen. Der Torschütze war Ty Ronning. Mit dem knappen Vorsprung ging es in die erste Drittelpause.
Im Mittelabschnitt drehten die Gäste das Spiel. Ein Doppelschlag in der 25. und 27. Minute brachte die Eisbären ins Hintertreffen. Einer torgefährlichste DEL-Verteidiger, trägt das Trikot der Straubing Tigers mit der Nummer 92 und heißt Marcel Brandt. Er traf doppelt. In der 31. Minute erhöhten die Gäste auf 3:1 und die Eisbären wirkten geschockt. Sie mussten sich mächtig schütteln. Sie gaben nicht auf und in der 37. Minute blitzte kurz das Meistereishockey auf. Andreas Eder verkürzte auf 2:3.
Der Schlussabschnitt war ein offener Schlagabtausch. Die Eisbären warfen alles nach vorn. In der 49. Minute hatten sie eine Chance im Powerplay und trafen leider nur den Pfosten. Sieben Minuten vor dem regulären Spielende kassierte Frederik Tiffels eine Strafe wegen unnötiger Härte. Die Unterzahl überstanden sie. In den Schlussminuten deckten sie das Straubinger Tor mit Schüssen ein. Jonas Stettmer ging aus dem Kasten, ein Tor gelang den Eisbären nicht mehr. Die Gäste brachten ihre knappe Führung ins Ziel.





Ein enttäuschter Eisbären-Trainer fasste ohne weitere Nachfragen das Spiel so zusammen: „Nach der langen Pause waren wir zunächst noch etwas eingerostet. So war unsere knappe Führung nach dem Startdrittel etwas glücklich. Das Mitteldrittel hat mir dann überhaupt nicht gefallen. Wir waren viel zu passiv und haben den Tigers zu viel Raum und Zeit gelassen. Straubing war die bessere Mannschaft und hat einige gute Spielzüge aufgezogen. Im Schlussdrittel haben wir noch einmal Druck aufgebaut. Uns lief dann jedoch die Zeit davon. So wie in der Schlussphase des dritten Spielabschnitts müssen wir von Beginn an auftreten. Das ist uns nicht gelungen, daraus müssen wir lernen. Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir unser Spiel über die gesamte Spieldauer aufziehen.“
Bereits am kommenden Freitag, 27.02.2026 haben die Eisbären in einem weiteren Heimspiel gegen Iserlohn eine weitere Chance, die dringend benötigten Punkte für eine bessere Ausgangsposition in den Playoffs zu holen.
Hans-Peter Becker
Fotos: © Stephan Wenske
Spieldaten
Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße) – Smith, Wissmann (C); Geibel, Mik; Niemeläinen, Reinke – Tiffels (A), Kirk, Ronning; Noebels, Dea, Pföderl; Bergmann, Vikingstad, Eder; Hördler, Wiederer, Veilleux (A) – Trainer: Serge Aubin
Straubing Tigers: Haukeland (Bugl) – Brandt, Leslie; Beaudin, Green; Klein, Merkley; Zimmermann – Hede, Madden, Halloran; Scott, Leonhardt, Loibl; Varejcka, Brunnhuber, Fleischer; Connolly, Melnick, Seidl – Trainer: Craig Woodcroft
Tore
1:0 – 13:39 – Ronning (Wissmann, Kirk) – PP1
1:1 – 24:31 – Brandt (Loibl, Leonhardt) – EQ
1:2 – 26:52 – Brandt (Beaudin, Fleischer) – PP1
1:3 – 30:01 – Merkley (Fleischer, Varejcka) – EQ
2:3 – 36:15 – Eder (Noebels, Pföderl) – EQ
Strafen
Eisbären Berlin: 13 (2, 9, 2) Minuten – Straubing Tigers: 13 (4, 7, 2) Minuten
Schiedsrichter
Roman Gofman, Martin Frano (Wayne Gerth, Lukas Pfriem)
Zuschauer
14.200
