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Eishockey

Deutlicher Sieg und eine wüste Prügelei

Nach dem Auswärtssieg am vergangenen Sonntag gegen Ingolstadt ließen sich die Eisbären nicht lumpen und legten nur zwei Tage später den nächsten Dreier nach. Mit einer 0:4 Niederlage wurden die Straubing Tigers wieder nach Hause geschickt. Den Torreigen eröffnete in der 11. Minute Jonas Müller und eine knappe Minute später erhöhte Brendan Ranford auf 2:0, beide Tore wurde ohne zuschauende Spieler auf der Strafbank erzielt. Ranford fand gefallen am Toreschießen und netzte in der 23. Minute erneut ein. Der Treffer wurde von Martin Buchwieser vorbereitet, der einen Bauerntrick antäuschte, dann den Puck zu Ranford passte und der das halbe offene Tor vor sich hatte.

Die Tigers aus Straubing wehrten sich, hatten durchaus ihre Chancen, gaben sogar mehr Schüsse auf das Tor von Kevin Poulin ab, nur war Puck nie über der Linie. Kevin Poulin hatte 29 Saves und insgesamt schossen die Gäste 50 Mal in Richtung Tor der Eisbären. In der 57. Minute Jami MacQueen im Power Play zum 4:0 traf, war der Drops mehr als gelutscht. Im Eishockey passieren die verrücktesten Sachen, aber einen 4:0 Vorsprung in 3 Minuten und 22 Sekunden zu verspielen, so viele Eishockeygötter auf einmal können nicht helfen.

Nach dem Torjubel ging es weiter mit dem obligatorischen Bully vom Mittelkreis. Es standen sich gegenüber Eisbär Colin Smith und Mitchell Heard. Was war bei der Ausführung des Anspiels passiert ? Es entstand eine wüste Prügelei, wie selten im Eishockey zu sehen ist. Eisbär Martin Buchwieser gegen Sena Acolatse, ein ungleicher Kampf, den Acolatse ist fast 9 Kilogramm schwerer. So ging dieser Faustkampf nach Punkten klar an den Straubinger Verteidiger. Ein anderes Pärchen für den Faustkampf bildeten Ranford und Mitchell Heard, involviert waren auf Eisbärenseite Danny Richmond und selbst Torwart Poulin blieb nicht ganz abseits. Es hagelte Strafzeiten, allein 68 Strafminuten der insgesamt 72 für Straubing resultierte aus der Schlägerei. Auf Seiten der Eisbären waren es 28 von insgesamt 34.

Die ausstehende Spielzeit wurde ausschließlich mit den erlaubten Mitteln des Eishockeysports zu Ende gespielt. Zur Pressekonferenz nach dem Spiel erschien für die Eisbären nicht wie sonst üblich der Head-Coach Clement Jodoin, sondern Co. Trainer Gerry Fleming. Eine entsprechende Nachfrage ergab, dass Jodoin sich über das Ende des Spiels sehr erregt hatte und lieber nichts sagen wollte, was er eventuell hinterher bereuen könnte. Straubings Trainer
Tom Pokel sagte in seinem Statement nichts zu dem unrühmlichen Ende. Dafür wurde Fleming dazu sehr deutlich. „Es hat wenig Klasse bewiesen, wie sie am Ende aufgestellt waren. Zwei „taft guys“ in dieser Situation auf das Eis zu schicken war so nicht notwendig. Eigentlich bereitet man sich, angesichts der nicht der abwendbaren Niederlage auf das nächste Spiel vor.“ So eine Situation hat Fleming selten erlebt. Direkt auf die Vorwürfe angesprochen erwiderte Pokel, dass er das anders sieht. Es eskalierte am Bullypunkt und wären die beiden Center unter sich geblieben wäre nicht soviel passiert. Es war schon auffällig, dass bei den Straubingern mit Acolatse und Heard zwei Spieler auf dem Eis standen, die in der bisherigen DEL Saison im Durchschnitt bei drei Strafminuten pro Spiel liegen, diese Werte erreichen die beteiligten Buchwieser und Ranford nicht.

Es waren nur 7.610 Zuschauer am Dienstagabend der Halle. Die hatten jedenfalls ein Spiel mit hohem Unterhaltungswert gesehen und dem Sieg für Ihre Mannschaft.
Hans-Peter Becker

DEL Saison 2018/19
22.Spieltag 27.11.2018 19:30 MB-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 4:0 (2:0/1:0/1:0)
Zuschauer: 7.610

Torfolge:
1:0 11. Min. Jonas Müller (Marcel Noebels) EQ
2:0 12. Min. Brendan Ranford (Colin Smith, Florian Busch) EQ
3:0 23. Min. Brendan Ranford (Martin Buchwieser, Florian Kettemer) EQ
4:0 57. Min. Jamison MacQueen (Sean Backman, Marcel Noebels) PP1

Strafminuten:
Eisbären 36
Straubing 72

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