Grandiose Eisbären gleichen Serie aus

Stephan Richer war stolz auf seine Mannschaft. Die Eisbären boten im Spiel Zwei der Play-off Viertelfinalserie gegen den amtierenden Meister ihre bisher beste Saisonleistung. Die Halle am Ostbahnhof war am Freitagabend nicht ganz ausverkauft. gekommen waren 13.511 Zuschauer und trauten, je länger das Spiel dauerte, ihren Augen nicht.

Tor für die Eisbären Foto: © Stephan Wenske

Die Anfangsphase gehörte den Münchnern, die kamen mit ihrer gewohnten Angriffswucht. Es dauerte sieben Minuten bis die Eisbären zu ihrer ersten Torchance kamen. In der der 11. Spielminute war es soweit, John Mitchell musste auf die Sünderbank und das fällige Überzahlspiel nutzten die Eisbären und gingen durch Sean Backman mit 1:0 in Führung. Vorsichtshalber sahen sich die Schiedsrichter den Treffer nochmals am Bildschirm an. Es war alles in Ordnung. Backman ist ein eher kleiner, wendiger Spieler, von ähnlicher Statur ist auch Austin Ortega. Der vernaschte in der 17. Minute die Verteidigung und der Puck war erneut im Tor.

Eisbären Goalie Kevin Poulin hielt 40 Schüsse Foto: © Stephan Wenske

Im Mittelabschnitt wurde immer deutlicher, dass die Eisbären Schnelligkeitsvorteile hatten. Ein Doppelschlag in der 26. und 27. Minute sotgte für einen Vorsprung von vier Toren. Die Torschützen waren Brandon Ranford in Überzahl und erneut Sean Backman. Die Münchner wehrten sich mehr und mehr mit fragwürdigen Mitteln. Nach einer halben Stunden durfte Andreas Eder nach einem fiesen Foul vorzeitig das Spiel beenden. Der negative Höhepunkt war der Stich mit dem Stockende von John Mitchell gegen Daniel Fischbuch. Das passierte sechs Sekunden vor dem Spielende, beim Spielstand von 4:0 für die Eisbären. Das war Frust pur.

Foto: © Stephan Wenske

Insgesamt gingen 82 Strafminuten für München ins Spielprotokoll ein. Es war nur ein Sieg. Aus der „Best of seven “ Serie ist eine „Best of Five“ geworden. Nach den bisher gezeigten Leistungen scheint der Ausgang der Serie offener zu sein, als erwartet. Wenn es gelingen sollte, der Angriffswucht der Münchner zu widerstehen, dazu etwas Matchglück und Goalie Kevin Poulin seine Form behält, wer weiss.

Hans-Peter Becker

Sieg im letzten Spiel der Hauptrunde

Wie lang geht sie noch, die Saison für den Finalisten des vergangenen Jahres ? Ein Playoff Spiel auf jeden Fall, die Straubing Tigers werden anreisen. Im letzten Spiel der Hauptrunde ging es für die Eisbären lediglich um die Ehre, Platz 9 in der Tabelle und somit die Teilnahme an den Playoffs stand bereits fest. Für die Gäste aus der Karnevalshochburg Düsseldorf stand dagegen mehr auf dem Spiel. Sie waren als Tabellenfünfter angereist und hätten im Falle eines Sieges mit drei Punkten, auf Grund des guten Torverhältnisses auf Platz 3 springen können.

Daraus wurde nichts, viel mehr als eine gute Anfangsphase hatten die Gäste nicht zu bieten. Es gelang ihnen kein Treffer, so dass die Eisbären einen in dieser Saison seltenen zu Null Sieg feiern konnten. Ledig deren drei waren es in 52 Spielen. Eisbären Goalie Kevin Poulin hatte mit einigen großartigen Taten einen gehörigen Anteil an dem 2:0 Erfolg. Neben dem doppelten Torschützen Louis-Marc Aubry anvancierte er zum Spieler des Tages.

Sein erster Treffer gelang ihm in der 30. Spielminute, die Eisbären hatten Überzahl und im Gewühl vor dem Düsseldorfer Tor brachte er den Puck über die Linie. Die endgültige Entscheidung fiel erst in der Schlussminute. Der Puck, abgeschossen von Aubry fand den Weg in das verlassene Düsseldorfer Tor. Durch diese Niederlage rutschten die Düsseldorfer auf Tabellenplatz 6 ab, qualifiziert für das Viertelfinale waren sie bereits vorher. Düsseldorfs Trainer Harold Kreis war mit dem Ergebnis nicht zufrieden, aber froh, dass die Hauptrunde um die Punkte zu Ende ist. Im Viertelfinale treffen sie auf den Überraschungsdritten Augsburg. „Wer weiß, vielleicht sie wir uns im Finale wieder.“

Daran will im Lager der Eisbären so keiner richtig glauben. Nach Köln wurde Düsseldorf geschlagen, für das Selbstbewußtsein sicherlich förderlich. Nach dem Spiel begaben sich die Spieler hinter die Bande, direkt vor die Stehplatz-Tribüne, um sich bei den treuesten Fans zu bedanken. Die Halle war, wie gegen Köln, ausverkauft. Damit belegen die Eisbären wenigstens den Spitzenplatz in der Zuschauergunst. Nach dem Saisonende für die Eisbären wird vieles zu analysieren sein. Egal wie erfolgreich die Playoffs verlaufen werden, einen größeren Umbruch muss es geben. Eine Reizfigur der Fans ist Sportdirektor und Trainer Stephane Richer. Es gab wieder Pfiffe vor dem Spiel gegen ihn.

Hans-Peter Becker

Eisbären ziehen die Reißleine – Clement Jodoin muss gehen

Das Saisonspiel Nummer 29 war das letzte für Clement Jodoin als Cheftrainer der Eisbären. Am Dienstagabend, 18.12. verloren die Eisbären mit 2:5 gegen die Nürnberg Ice-Tigers. Es war die vierte Heimpleite in Folge. Ein Tag später war folgendes in einer Pressemitteilung zu lesen: “ Clément Jodoin ist nicht mehr Cheftrainer bei den Eisbären Berlin. Der 66-jährige Kanadier wird von seinen Aufgaben mit sofortiger Wirkung entbunden. Sportdirektor Stéphane Richer übernimmt vorübergehend den Cheftrainer-Posten und wird bei der Mannschaftsführung von den bisherigen Co-Trainern Gerry Fleming und Steffen Ziesche unterstützt.

„Wir danken Clément für seine Arbeit mit den Eisbären in den vergangenen 1 ½ Jahren“, sagt Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee. „Er ist ein Mann mit absoluter Klasse!“

Ahnte er bereits etwas am Dienstagabend bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Seine meist temperamentvoll vorgetragenen Statements zu den Spielen drohten oft zu Vorlesungen, über das gerade zu Ende gegangene Spiel im besonderen und über den Eishockeysport im allgemeinen zu geraten. Bei der letzten Pressekonferenz war Pressesprecher Daniel Goldstein gerade dabei die Journalisten zu verabschieden, als Clement Jodoin nochmals das Wort ergriff. Er entschuldigte sich für seine Mannschaft, bei den Mitarbeitern der Organisation der Eisbären und bei den Zuschauern. Es waren seine Schlussworte in Berlin.

Während seiner Zeit als Assistenztrainer unter Uwe Krupp soll er ein hohes Ansehen bei den Spielern genossen haben. Es oft so, dass einem Assistenten die pädagogische Rolle im Trainerstab zufällt. Der Schritt in die neue Rolle des Chef-Trainers ist sicherlich nicht leicht. Hier könnte ein Grund für das Scheitern liegen.

Gleich zu Beginn schlug das Verletzungspech zu, was die Aufgabe nicht gerade erleichterte. Zwei junge deutsche Torhüter sollten sich gegenseitig zu Leistungssteigerungen anstacheln. Marvin Cüpper fiel bereits vor dem Saisonstart aus und fehlt bis heute. Geholt wurde Kevin Poulin, der für die Eisbären einige Siege festhielt, aber ein anderes Temperament als sein Vorgänger Petri Vehanen zu haben scheint. Im letzten Spiel gegen Nürnberg zertrümmerte er nach dem dritten Gegentor vor Wut seinen Schläger und fuhr in Richtung Bank, wechselte sich quasi selbst aus.

Es hat nicht funktioniert, den Assistenten zum Chef zu befördern. Die Mannschaft wird bis auf weiteres vom Sportdirektor Stephane Richer geführt werden. Er nimmt damit eine Doppelfunktion war. In der Presseerklärung heiße es dazu:“Bei seinen Aufgaben als Sportdirektor wird er künftig noch stärker von Peter John Lee und dem Leiter für Spielerentwicklung und Scouting, Stefan Ustorf unterstützt.“

Bereits am Donnerstag, 20.12. wird Richer, der im Januar 2017 als Assistenztrainer nach Berlin kam, erstmals als Cheftrainer das Eistraining leiten und einen Tag später im Heimspiel gegen Augsburg hinter Bande stehen. Richer war für die Neuverpflichtungen mit verantwortlich. Kann er mehr aus dem Kader herausholen. Es sind in der Hauptrunde noch 23 Spiele zu bestreiten und die direkte Qualifikation für die Playoffs bleibt in Reichweite.
Hans-Peter Becker

Müde Eisbären – Serie der Heimniederlagen geht weiter

Nach dem sehr guten Auswärtsauftritt der Eisbären in Köln hofften die immerhin 8.226 offiziell bekanntgegebenen Besucher am Dienstagabend, 18.12. in der heimischen Arena auf den nächsten Sieg. Der Gegner, die Ice-Tigers aus Nürnberg kam bisher schwer in die Saison. Bereits im September trennten sie sich von Trainer Kevin Gaudet. Es übernahm erneut Martin Jiranek, der eigentlich den Posten des Sportdirektors in Nürnberg einnimmt. Seine Mannschaft gewann mit 5:2, ein wichtiger Sieg, denn die Nürnberger kämpfen um Platz zehn.

Bereits nach 23 Sekunden musste Kevin Poulin im Tor der Eisbären hinter sich greifen. Gleich der erste Angriff saß, Torschütze Jason Bast. So etwas kann passieren. Schnell gelang der Ausgleich durch Andre Rankel, dessen fulminater Schuss von der blauen Linie zusätzlich vom Nürnberger Will Acton abgefälscht wurde. Da gab es für Andreas Jenike im Tor der Nürnberger nichts zu halten. Ein Nürnberger Doppelschlag traf die Eisbären in der achten Spielminute. Zunächst kann Poulin einen Puck nicht festmachen, so dass Leonard Pföderl nachsetzen kann und Maxi Adam, den Eisbären-Verteidiger zu einbem Eigentor zwingt. Nur 31 Sekunden später tunnelt Mike Mieskowski Poulin, der darauf hin seine Kelle zertrümmert und entnervt das Spiel aufgibt. Backup Maximilian Franzreb übernimmt. In der 15. Minute war es soweit, Florian Busch erzielte nach einem Alleingang sein 150 Tor in seiner DEL-Karriere und da nie für einen anderen Club gespielt hat, war es gleichzeitig sein Jubiläumstor für die Eisbären.

Die Eisbären kamen mit dem Willen aus der Kabine, das Spiel zu drehen. Leider machten sie zu viele Fehler. So viel der vierte Treffer für Nürnberg in der 33. Minute durch Brandon Buck. Danny Richmond hatte seinen Verteidiger-Kollegen Florian Kettemer viel zu hart angespielt. Ihm versprang der Puck in Richtung Slot und das Unheil nahm seinen Lauf.  Es hätte sein Abend werden können, wenn er acht Sekunden vor Ende des zweiten Spielabschnitts seinen Penalty verwandelt hätte. Der Anschlußtreffer zum 3:4 fiel nicht, Busch schoss über das Tor. Martin Jiranek sah darin die Schlüsselszene des Spiels.

Mit Hypothek eines Rückstands von zwei Toren begannen die Eisbären den Schlussabschnitt. Sie versuchten es. Der Puck wollte nicht an Jenike vorbei. Ein Schuss ins leere Tor von Will Acton stellte das Ergebnis auf 2:5 aus Eisbärensicht. Wieder wurde es ein bitterer Abend für die Fans der Eisbären.

Was ist los ?  „Wir waren nicht bereit im ersten Drittel, wir haben uns überschätzt und Nürnberg unterschätzt und dann kam alles zusammen,“ so äußerte sich Jubiläumstorschütze Florian Busch nach dem Spiel. In der Tabelle sind die Eisbären jetzt auf Platz neun abgerutscht. Es ist eine handfeste Krise. Am kommenden Freitag, 21.12. steht erneut ein Heimspiel an. Die Augsburger Panther kommen nach Berlin.

Vor dem Spiel wurde Hans (Hanne) Frenzel zu seinem 90. Geburtstag gratuliert, die Zuschauer in der Halle sangen ihm ein Ständchen.

Hans-Peter Becker

DEL 29. Spieltag 18.12.2018 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers  2:5 (2:3/0:1/0:1)

Eisbärensieg nach Riesenspiel in Mannheim

Die Eisbären Berlin kamen am vergangenen Freitag, 30.11. gegen die Kölner Haie in eigener Halle mit 0:4 unter die Räder. Es war ein Spiel zum Vergessen, glatt durchgefallen, es gab so gar nichts was hätte Hoffnung geben können für den schweren Gang nur knapp 48 Stunden später beim Tabellenführer Adler Mannheim. Die Mannheimer hatten ihr Freitagspiel ebenfalls verloren, allerdings erst in der overtime. Dem Mannheimer Trainer Pavel Gross wird das an einstiger Wirkungsstätte überhaupt nicht gefallen haben. Für beide Teams war also Wiedergutmachung angesagt. Man ist sich zudem in herzlicher Abneigung zugetan.

Das erster Drittel enthielt alles, was von diesem Spiel erhofft wurde. Hohes Tempo und viele Torchancen, das erste Tor fiel für die Adler in der 10. Minute durch Brendan Mikkelson. Die Eisbären überstanden vier Minuten in Unterzahl und Kevin Poulin konnte sich bereits im Anfangsdrittel mit 14 Saves auszeichnen. Louis-Marc Aubry musste einen harten Check von Denis Reul einstecken und konnte das Drittel nicht zu Ende spielen. Nach der Drittelpause musste er in der Kabine bleiben, für ihn war das Spiel beendet.

Der Ausgleich fiel gleich zu Beginn des Mittelabschnitts, sie nahmen eine Überzahl mit über die Drittelpause und schlugen zu. Sean Backman holte sich den Puck, den Mannheim Goalie nach vorn abprallen ließ.  Im Mittelabschnitt gelang den Eisbären bei einem weiteren Power Play die Führung durch Jamie MacQueen in der 39. Minute. Kurz zuvor war ein Treffer der Eisbären zu Recht wegen einer Torwartbehinderung nicht gegeben worden.

Der Schlussabschnitt begann furios. Vom Eröffnungsbully weg stellten die Adler die Partie wieder pari. Der Torschütze nach nur acht Sekunden Spielzeit war Thomas Larkin, der mit seinem Schuss Poulin keine Chance der Abwehr ließ. Die Adler waren mächtig am Drücker, unterbrochen durch ein Überzahlspiel der Eisbären zwischen der 46. und 48. Minute. Dieses Überzahlspiel konnten die Eisbären nicht nutzen. In den verbleibenden zehn Spielminuten konnten die Gäste aus Berlin das Spiel wieder offener gestalten. Wer macht den entscheidenen Fehler, wohin neigt sich das Matchglück an diesem ersten Adventssonntag ?

Knapp drei Minuten vor dem Ende musste Danny Richmond auf die Strafbank, eine Situation wie gemalt für die Adler. Zunächst verhinderte eine Riesentat von Poulin einen Treffer der Adler. Kurz vor dem Ende des Ablaufs der Strafzeit waren die Eisbären nah dran das Spiel zu entscheiden. Es klappte 19 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit. Florian Busch setzte einen Schlagschuss in das Tor, es war der game winner. Unfaßbar, was Kevin Poulin alles hielt.

Hans-Peter Becker

Deutlicher Sieg und eine wüste Prügelei

Nach dem Auswärtssieg am vergangenen Sonntag gegen Ingolstadt ließen sich die Eisbären nicht lumpen und legten nur zwei Tage später den nächsten Dreier nach. Mit einer 0:4 Niederlage wurden die Straubing Tigers wieder nach Hause geschickt. Den Torreigen eröffnete in der 11. Minute Jonas Müller und eine knappe Minute später erhöhte Brendan Ranford auf 2:0, beide Tore wurde ohne zuschauende Spieler auf der Strafbank erzielt. Ranford fand gefallen am Toreschießen und netzte in der 23. Minute erneut ein. Der Treffer wurde von Martin Buchwieser vorbereitet, der einen Bauerntrick antäuschte, dann den Puck zu Ranford passte und der das halbe offene Tor vor sich hatte.

Die Tigers aus Straubing wehrten sich, hatten durchaus ihre Chancen, gaben sogar mehr Schüsse auf das Tor von Kevin Poulin ab, nur war Puck nie über der Linie. Kevin Poulin hatte 29 Saves und insgesamt schossen die Gäste 50 Mal in Richtung Tor der Eisbären. In der 57. Minute Jami MacQueen im Power Play zum 4:0 traf, war der Drops mehr als gelutscht. Im Eishockey passieren die verrücktesten Sachen, aber einen 4:0 Vorsprung in 3 Minuten und 22 Sekunden zu verspielen, so viele Eishockeygötter auf einmal können nicht helfen.

Nach dem Torjubel ging es weiter mit dem obligatorischen Bully vom Mittelkreis. Es standen sich gegenüber Eisbär Colin Smith und Mitchell Heard. Was war bei der Ausführung des Anspiels passiert ? Es entstand eine wüste Prügelei, wie selten im Eishockey zu sehen ist. Eisbär Martin Buchwieser gegen Sena Acolatse, ein ungleicher Kampf, den Acolatse ist fast 9 Kilogramm schwerer. So ging dieser Faustkampf nach Punkten klar an den Straubinger Verteidiger. Ein anderes Pärchen für den Faustkampf bildeten Ranford und Mitchell Heard, involviert waren auf Eisbärenseite Danny Richmond und selbst Torwart Poulin blieb nicht ganz abseits. Es hagelte Strafzeiten, allein 68 Strafminuten der insgesamt 72 für Straubing resultierte aus der Schlägerei. Auf Seiten der Eisbären waren es 28 von insgesamt 34.

Die ausstehende Spielzeit wurde ausschließlich mit den erlaubten Mitteln des Eishockeysports zu Ende gespielt. Zur Pressekonferenz nach dem Spiel erschien für die Eisbären nicht wie sonst üblich der Head-Coach Clement Jodoin, sondern Co. Trainer Gerry Fleming. Eine entsprechende Nachfrage ergab, dass Jodoin sich über das Ende des Spiels sehr erregt hatte und lieber nichts sagen wollte, was er eventuell hinterher bereuen könnte. Straubings Trainer
Tom Pokel sagte in seinem Statement nichts zu dem unrühmlichen Ende. Dafür wurde Fleming dazu sehr deutlich. „Es hat wenig Klasse bewiesen, wie sie am Ende aufgestellt waren. Zwei „taft guys“ in dieser Situation auf das Eis zu schicken war so nicht notwendig. Eigentlich bereitet man sich, angesichts der nicht der abwendbaren Niederlage auf das nächste Spiel vor.“ So eine Situation hat Fleming selten erlebt. Direkt auf die Vorwürfe angesprochen erwiderte Pokel, dass er das anders sieht. Es eskalierte am Bullypunkt und wären die beiden Center unter sich geblieben wäre nicht soviel passiert. Es war schon auffällig, dass bei den Straubingern mit Acolatse und Heard zwei Spieler auf dem Eis standen, die in der bisherigen DEL Saison im Durchschnitt bei drei Strafminuten pro Spiel liegen, diese Werte erreichen die beteiligten Buchwieser und Ranford nicht.

Es waren nur 7.610 Zuschauer am Dienstagabend der Halle. Die hatten jedenfalls ein Spiel mit hohem Unterhaltungswert gesehen und dem Sieg für Ihre Mannschaft.
Hans-Peter Becker

DEL Saison 2018/19
22.Spieltag 27.11.2018 19:30 MB-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 4:0 (2:0/1:0/1:0)
Zuschauer: 7.610

Torfolge:
1:0 11. Min. Jonas Müller (Marcel Noebels) EQ
2:0 12. Min. Brendan Ranford (Colin Smith, Florian Busch) EQ
3:0 23. Min. Brendan Ranford (Martin Buchwieser, Florian Kettemer) EQ
4:0 57. Min. Jamison MacQueen (Sean Backman, Marcel Noebels) PP1

Strafminuten:
Eisbären 36
Straubing 72

Zwei Punkte am Donnerstagabend

Nach der Aussage von Harold Kreis, seit Saisonbeginn wieder Trainer der Düsseldorfer EG, war es „ein unterhaltsames und sehr gutes Eishockeyspiel“. Unterhaltsam, das würde ich unterstreichen, über das andere Attribut läßt sich streiten. Nach der schwachen Vorstellung der Eisbären in Augsburg, war für das Team von Clement Jodoin Wiedergutmachung angesagt. Offiziel hatten sich 9.218 Zuschauer in der MB-Arena eingefunden, darunter eine handvoll, die der DEG die Daumen drückten. Zuerst jubelten die Gäste, wieder gerieten die Eisbären früh in einen Rückstand, zwei Minuten und 26 Sekunden exakt waren gespielt, da erzielte Patrick Buzas das 1:0. Kurz zuvor hatte Kevin Poulin mit einem Monstersafe die Eisbären vor dem frühen Rückstand bewahrt.

Es folgten wütende Angriffe der Eisbären, es wirkte nicht sehr strukturiert. Die Düsseldorfer versuchten, das Aufbauspiel der Eisbären bereits im Verteidigungsdrittel zu stören. In der 18. Minute musste Sean Backman wegen Hackens auf die Sünderbank, das überstanden die Eisbären schadlos. Das war das einzig positive aus Sicht der Eisbären nach den ersten zwanzig effektiven Spielminuten. Auffällig war, wie wenig Bullys die Gastgeber gewinnen konnten, im ersten Drittel waren es lediglich deren fünf.

Dieser Wert besserte sich im Mittelabschnitt. Das Spiel der Eisbären wurde besser. Ein Tor gelang auf beiden Seiten nicht bis zur Drittelsirene. Ein Überzahlspiel für die Eisbären blieb ungenutzt. Nacheinander mussten Buzaz und Kevin Marshall auf die Strafbank. Keine Tore, dafür ein unerlaubter Körperangriff zwischen Eisbär James Sheppard und Kevin Marshall als Höhepunkt des Mittelabschnitts.

Im Schlussabschnitt schien der Käse für die Hausherren gegessen zu sein, als Alexander Barta in der 44. Minute abzog, Poulin den Puck nicht festmachen konnte und dann gegen den Nachschuss keine Chance hatte. Die Eisbären gaben nicht auf, nur wie sollten hier Tore fallen ? Die Spieluhr tickte unbarmherzig runter. Es ist das Schöne an der schnellsten Mannschaftsportart, das es wirklich sehr schnell gehen kann. Genau 30 Sekunden lagen zwischen dem 1:2 und dem 2:2. Zuerst traf Brendan Ranford und dann Jamie MacQueen. Vor Schreck nahm Düsseldorfs Trainer gleich eine Auszeit. Es waren noch fast zwölf Minuten zu spielen und jetzt waren die Eisbären mehr am Drücker. Es gab gute Möglichkeiten, das Spiel endgültig zu entscheiden. Es blieb nach 60 Minuten bei dem Unentschieden.

Die Düsseldorfer mussten zum zehnten Mal in der laufenden Saison in die Overtime, für die Eisbären wurde es der fünfte Nervenkrimi. Das Spiel drei gegen drei mit Torwart brachte keine Entscheidung. Letzte Ausfahrt Penaltyschuss, für die DEG war es das erste Mal, während die Eisbären bereits zwei Mal ein Penaltyschiessen gewinnen konnten. Es gelang erneut. Florian Kettemer verwandelte seinen Penalty, nachdem Ranford und Jaedon Descheneau für Düsseldorf vergeben hatten. Es scheiterte auch Philip Gogulla, jetzt musste nur noch Jamie MacQueen für die Eisbären treffen. Er überwand Mathias Niederberger im Düsseldorfer Tor und sicherte den Zusatzpunkt.

Es war bereits zum dritten Mal in dieser Saison, dass die Nummer 69 der Eisbären, Florian Kettemer einen entscheidenden Penalty verwandeln konnte. Der Neuzugang vom amtierenden Meister aus München ist ein Aktivposten in der Mannschaft der Eisbären. Eigentlich wollte der 32jährige Verteidiger seine Schlittschuhe bereits an den berühmten Nagel hängen, nachdem ihm kein neuer Vertrag angeboten wurde. Sein aktuell laufender Vertrag bei den Eisbären endet mit Ablauf des Monats November. Wird das Management der Eisbären handeln ? Nicht nur seine statistischen Werte (20 Spiele 8 Tore  4 Vorlagen und durchschnittlich 20 Minuten Eiszeit) sprechen für den Verteidiger. Er hat in Berlin den Spass am Eishockey zurückgefunden. „Mal sehen, wie sich Berlin jetzt verhält…. Ich habe gemerkt, dass sich meine angestrebte berufliche Fortbildung und weiter professionell Eishockey zu spielen gut vereinbaren lassen.“ Ein andere Aussage von ihm lautete:“Es liegen mir auch andere Angebote vor.“ Es wird sicherlich bisher eine Rolle gespielt haben, dass seitens der sportlichen Leitung befürchtet wurde, einen überzähligen Verteidiger zu haben. Kettemer selbst hat auch schon Stürmer gespielt. Angesichts der momentanen personellen Situation wäre es eine gute Entscheidung, den Vertrag zu verlängern.

Die Eisbären müssen im November noch drei Spiele absolvieren. Am kommenden Sonntag, 25.11. spielen sie auswärts in Ingolstadt und anschließend geht mit zwei Heimspielen in Folge weiter, Dienstag, 27.11. gegen Straubing, dann folgen die Kölner Haie als Gegner am Freitag, 30.11..

Hans-Peter Becker

Deutsche Eishockey-Liga DEL
20. Spieltag EHC Eisbären Berlin – Düsseldorfer EG
22.11.2018 19:30 Uhr MB-Arena Berlin
Ergebnis 3:2 SO (0:1/0:0/2:1/ OT 0:0/2:0 Shootout)

Torfolge:
0:1 3.min Patrick Buzas (Alexandre Picard, John Henrion)
0:2 44.min Aleaxander Barta (Philip Gogulla)
1:2 48.min Brendan Ranford (Collin Smith, Jonas Müller)
2:2 49.min Jamison MacQueen (Louis-Marc Aubry, Jens Baxmann)

Florian Kettemer und Jamison MacQueen trafen im Shootout

Strafen:
Düsseldorf 10
Eisbären 8

Niederlage in Augsburg

Es war ein gebrauchter Sonntagnachmittag, am 18. November im Augsburger Curt-Frenzel Eisstadion für die Eisbären. Am 19. Spieltag unterlagen sie vor 5.462 Zuschauern mit 0:3. Es war das erste Spiel in dieser Saison, wo die Mannschaft von Clement Jodoin ohne eigenen Torerfolg blieb. Das Spiel hatte noch gar nicht so richtig begonnen, die lagen die Eisbären bereits mit 0:1 hinten. Es dauerte 19 Sekunden, die Eisbären hatten das Eröffnungsbully gewonnen und trugen den ersten Angriff des Spiels vor. Tragischerweise schlug Danny Richmond über den Puck und daraus entwickelte sich ein Konter für die Augsburger. Dieser frühe Gegentreffer zeigte Wirkung.

Die Eisbären zeigten sich durchaus bemüht, ein Treffer wollte nicht gelingen. Eher im Gegenteil, Eisbärengoalie Kevin Poulin hielt seine Mannschaft im Spiel. In der 29. Minute war er machtlos, als Andrew Leblanc zum 2:0 für Augsburg treffen konnte. Als zehn Minuten später die Augsburger auf 3:0 erhöhten, Torschütze Matthew White, war das Spiel Vorentscheiden. Bei diesem Gegentreffer fälschte Micky DuPont den Puck für seinen Torwart unglücklich ab. Die Eisbären fanden keine Mittel gegen die leidenschaftlich kämpfenden Augsburger Panther.

Das Schlussdrittel endete torlos. Wenigstens konnte James Sheppard in der 58. Minute einen Sieg nach Punkten erringen. Er lieferte sich einen Faustkampf mit Augsburgs Adam Payerl, für beide war das Spiel vorzeitig beendet. Das Spiel war von vielen Raufereien gekennzeichnet. Es kam zu einer beachtlichen Ansammlung von Strafminuten. Die Eisbären fügten ihrer Saisonstatistik weitere 64 Minuten hinzu, die Augsburger brachten es auf 52. Neben James Sheppard musste auch Danny Richmond vorzeitig duschen. Sein zweiter Faustkampf war einer zuviel.

Die Eisbären bleiben bei 30 Punkten und belegen Platz sechs in der Tabelle. Sie spielen bereits am kommenden Donnerstag, 22.11. 19:30 in der heimischen MB-Arena gegen die Düsseldorfer EG. Die DEG kommt mit der Empfehlung eines Sieges in der Overtime gegen den rheinischen Rivalen Kölner Haie nach Berlin.

Hans-Peter Becker

Sieg nach Penalty im Bärenduell

Nach zehn Spielminuten hatten beide Teams ihr Zielwasser aufgebraucht. Auf dem Würfel stand der Spielstand, angegeben mit 2:2. Auf die Eisbärenführung in der 3. Spielminute durch Marcel Noebels folgte nur 28 Sekunden später der Ausgleich durch die Grizzlys aus Wolfsburg, Torschütze war Alexander Karachun. Die erneute Führung gelang den Eisbären durch Charlie Jahnke. Nach dem Spiel gab er diesen Treffer an Martin Buchwieser weiter, der wohl seinen Schuss noch entscheidend abfälschte. Für den erneuten Ausgleich sorgte Alexander Weiss.

Bis zur Schlusssirene sahen die 11.292 Zuschauer ein temporeiches Eishockeyspiel, viele Torchancen, nur Puck landete nicht mehr im Tor. Die Entscheidung fiel auch nicht in der Verlängerung, erst das Penaltyschiessen brachte die Entscheidung. Während Florian Kettemer und Brandon Ranford für die Eisbären trafen, scheiterten Gerrit Fauser und Brent Aubin am wieder glänzend aufgelegten Kevin Poulin.

Die Wolfsburger waren am Ende froh, wenigstens einen Punkt aus Berlin mitnehmen zu können. Sie hatten am letzten Sonntag eine herbe 0:6 Klatsche in Augsburg kassiert. Bisher läuft es für die Wolfsburger alles andere als gut. Man bleibt Tabellenvorletzter mit jetzt 9 Punkten aus 12 Spielen. Die Eisbären konnten sich durch den Sieg mit 2 Punkten um einen Platz in der Tabelle verbessern und reisen zum nächsten Spiel, kommenden Sonntag, 21. Oktober auswärts bei den Haien in Köln, als Tabellenachter an. Lang ist nach wie vor die Liste der verletzten Spieler. Gegen Wolfsburg fehlten insgesamt sechs Profis.

Hans-Peter Becker

Ein unmöglicher Sieg

Nach sechzig effektiven Spielminuten hatten die Eisbären die Partie des 9. Spieltages gegen die Adler Mannheim mit 4:1 für sich entschieden. Wer nicht in der Arena dabei war oder den Livestream verfolgt hatte, würde das Ergebnis als normal einordnen. Es war seit Gründung der DEL das 128 Aufeinandertreffen und den Eisbären gelangen 38 Siege gegen den „Lieblingsgegner“ innerhalb der regulären Spielzeit, dazu kommen 12 Siege entweder nach Verlängerung oder Penalty.

Nach den 1. Drittel stand es torlos. Zu verdanken war das einem überragenden Kevin Poulin, einer guten Abwehrleistung und dass die Mannheimer einmal nur das Torgestänge trafen. Poulin war der Turm in der Abwehrschlacht. Allein im 1. Drittel entschärfte  18 Schüsse, die Eisbären brachten es auf 6. Es gehörte sehr viel Phantasie dazu, in der ersten Drittelpause an einen Sieg der Eisbären zu glauben.

Im Sport sind Überraschungen nie ausgeschlossen. Im Mittelabschnitt ging es zunächst so weiter, wie aus dem Anfangsdrittel gewohnt. Es war Schwerstarbeit in der Abwehr zu verrichten, Poulin flogen weiter die Pucks um die Ohren und der Führungstreffer für die Adler schien nur eine Frage der Zeit zu sein. In der 31. Minute änderte sich alles. Abseits des Geschehens leistete sich Brent Raedeke ein böses Foul an Eisbär Daniel Fischbuch, der erst nach einer Behandlungspause weiterspielen konnte. Seit dieser Saison gibt es dafür eine neue Regel, bisher war solch ein Vergehen unter Behinderung geführt worden. Raedeke checkte Fischbuch ohne dass er den Puck führte. Die daraus resultierende fünfminütige Überzahl nutzten die Eisbären für zwei Tore. (34. Min. 1:0 James Sheppard und 35. Min. 2:0 durch Micky DuPont). Diesen Schock mussten die Mannheimer erst einmal verarbeiten.

Im Schlussabschnitt setzten die Gäste alles auf eine Karte und hatten in der 45. Minute Erfolg. Matthias Plachta überwand mit einem ansatzlos aus dem Handgelenk abgefeuerten Schuss den Eisbären-Goalie. Es war ein offener Schuss, platziert, am Fanghandschuh vorbei. Der Sturmlauf der Adler ging weiter. Die Eisbärenabwehr hielt und Poulin hatte weitere gute Saves. Die Eisbären versuchten es mit Kontern. In der 48. Minute schickte Sheppard mit einem genialen Pass Jamie MacQueen auf die Reise und der überwand Dennis Endras im Mannheimer Tor. Das 3:1 fiel genau zum richtigen Zeitpunkt und nur eine Minute später machten die Eisbären alles klar. Brandon Ranford netzte ein zum Endstand von 4:1.

Nach dem Spiel sagte Clement Jordion: „Es gibt Spiele, wo du denkst gewinnen zu müssen und verlierst, heute war es umgekehrt.“ Der neue Adler Trainer Pavel Gross hatte einige Mühe, das Geschehene zu verarbeiten. Eine Frage nach dem Foul von Raedeke wollte er nicht beantworten. Bei den Eisbären stimmte der Einsatz und das Sahnehäubchen war die Leistung von Goalie Kevin Poulin (49 Saves im Spiel), unter Beobachtung von seinem Vorgänger Petri Vehanen. Unter großem Jubel hatte er den Ehrenbully vollzogen. Zum Spiel traten die Eisbären in pinken Trikots an, es war der Auftakt zur Pink in the Ring Aktion. Bereits zum neunten Mal findet diese Aktion zur Unterstützung von krebskranken Mensch statt.

Hans-Peter Becker