Mit dem 1. FC Union und Hertha BSC sind die beiden Berliner Profi-Vereine mehr oder minder souverän in die 2. Hauptrunde des DFB-Pokals eingezogen. Beide mussten auswärts bei einem Dritt-Ligisten bestehen. Die Eisernen waren am Sonntag in Jena erfolgreich. Das Spiel stand natürlich auch im Zeichen des Jubiläums des bisher einzigen Titels in der Vereinsgeschichte der Unioner. So sahen auch einige Helden und Unterlegene des Pokalendspiels von 1968 den 4:2 Sieg des 1. FC Union gegen den FC Carl-Zeiss Jena. Das tradionsbeladene Ernst-Abbe Sportfeld war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Jenaer oder Jenenser (Jenenser ist nur derjenige, der in Jena geboren wurde, alle anderen sind Jenaer) leisteten großen Widerstand, mussten sich am Ende dem größeren spielerischen Potential der Wuhlheider beugen. Leider musste Felix Kroos nach einem Zusammenstoß des Spielfeld vorzeitig verlassen. Zum Glück war es nicht ganz so schlimm, wie es zunächst aussah, gegen St. Pauli wäre er wieder zu einem Einsatz bereit. Jetzt hoffen die Wuhlheider auf ein Heimspiel, am Besten gegen Schalke 04. Es wäre ein Wiedersehen mit Steven Skrzybski, der ja unter Tränen seinen Herzensverein verlassen hat.
Am Montag, 20.08. war Hertha BSC in Braunschweig dran. Aller Anfang ist schwer und ohne Wettkampfpraxis zum Saisonauftakt zu einem Drittligisten, der zudem bereits durch vier absolvierte Punktspiele voll Geschäft ist, da gibt es angenehmere Aufgaben. Es lief zunächst recht zäh an, bis Marvin Plattenhardt in der 38. Minute ein Traumtor schoss. Er schickte einen vom Braunschweiger Torwart weggefausteten Ball postwendend zurück, der dann unhaltbar im Kasten landete. Braunschweig war zunächst geschockt. Nach der Halbzeitpause schaltete die Alte Dame zu sehr in den Verwaltungsmodus. Die Braunschweiger Eintracht kämpfte und wurde in der 81. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Hertha war gnadenlos effektiv, sie ließen die Braunschweiger etwas feiern und erzielten vom Anstoß weg den erneuten Führungstreffer. „Der alte Mann und das Tor“, so beschrieb der TV-Kommentator den Treffer von Vedad Ibisevic. Der Kapitän behauptete den Ball perfekt gegen einen Verteidiger und schob ihn aus kurzer Distanz ein. Eine drohende Verlängerung blieb der Hertha erspart. Die erste Aufgabe in der Saison wurde erfüllt. In der Bundesliga steht jetzt der 1. Spieltag bevor, Hertha erwartet am Samstag, 25.08. im Olympiastadion Aufsteiger Nürnberg und am Sonntag, 26.08. kommt der FC St. Pauli in die Alten Försterei.
Hans-Peter Becker
