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Ich verstand die Welt nicht mehr, hatte die Nase gestrichen voll vom Trainer-Job und fand Trost bei anderen Trainern: „Klar, das erste Mal, da tut es noch weh“. Ja,ja, der Trainer ist das schwächste Glied im Verein. Auch als geschasster Trainer mit sonst gutem Image gab es genügend Angebote. Doch ich baute mittlerweile gegenüber von Spandau auf der anderen Havelseite. Da rannte mir, dem Bauherrn, der SC Heiligensee die Bude ein. Ich konnte zu dieser Zeit nur noch Trainerämter mit weniger Zeitaufwand (mit wöchentlich zweimal Training) übernehmen. Und der Verein musste in der Nähe sein, am besten direkt vor der Tür. Der sportliche Erfolg setzte sich fort. Mit dem SC Heiligensee gelang eine Sensation. Der Verein aus der C-Klasse warf einen Oberligisten aus dem Pokal. Wann hat es das schon einmal gegeben… Apropos Pokal: Mit dem SSV war ich ein Jahr zuvor noch Berliner Hallen-Pokalsieger geworden. Zur Pokalsensation gab es, gewissermaßen als Zugabe, den Aufstieg. Mit dem SC Tegel fusioniert findet sich der SC Heiligensee als Nordberliner SC in der Berlin-Liga, meist im Mittelfeld platziert, wieder. Beruflich stand wieder mal ein Ortswechsel an. Ich wurde nebenbefruflich Jugendtrainer bei den Reinickendorfer Füchsen und eine Saison später wieder zum Männertrainer des BSC Hota, Sportplatz Reginhardstraße. Ich unterrichtete am Bertha-von-Suttner-Gymnasium in der Reginhardstraße. Dieter Dolgner, in Berlin kein Unbekannter, engagierte sich ebenfalls dort. Nach einer Saison verlor ich den Club aus den Augen. Später verließen viele der guten Spieler den Verein. Inzwischen heißt der Club BSC Reinickendorf und spielt, um mehrere Klassen abgestürzt, in der Kreisklasse C – 1. Abteilung, aktuell Tabellenplatz 5. Mehrere Sponsoren lockten mich zu den Sportfreunden nach Kladow. Zu meinem ersten Training boten die Kladower ganze sechs Spieler auf. Mir ist es heute noch ein Rätsel, weshalb ich den langen Fahrtweg aus Tegel-Ort auf mich nahm. Die Sache hatte sein Gutes. Ich lernte dort meine zweite Frau kennen und sportlich war auch wieder Erfolg da, nämlich der Aufstieg mit der Mannschaft. Der VfB Hermsdorf im Norden Berlins hatte viel mehr zu bieten. Unvergessen bleibt ein Polterabend mit den partylustigen, öfter zum Feiern geneigten Spielern, eine Turnier-Fahrt nach Westdeutschland und regelmäßige Besuche in der Sauna. Eine fehlende profihafte Einstellung zum Fußball bemängelte ich, vielleicht zu oft. Der Aufstieg war auch nicht das Ziel. Dennoch sahen Webers und Co. in der Seebadstraße oft spannenden Angriffsfußball, packende Torszenen und Tore. Zu der Zeit wurde die Entscheidung dringender denn je: Will ich nun weiter Trainer sein oder widme ich mich mehr sportjournalistischen Aufgaben. Die Erfahrung zeigte, beides ging nicht. Über meine Anfänge in den Medien habe ich in meinem Buch „Von Weltkrieg bis Web-TV“ ausführlich berichtet. Wer es genauer wissen will, das Buch kann bestellt werden, einfach eine Mail schreiben, an redaktion@sportick.de.
Herthas Heim- und Unions Auswärts-Niederlage sind nicht die einzigen Negativmeldungen. Blicken wir (wie bei uns regelmäßig) in die Regionalliga Nordost und eine Klasse tiefer, in die NOFV Oberliga Nord. Der Berliner AK verliert allmählich die Bindung nach oben. Das Heimspiel gegen RB Leipzig II wurde – bei beachtlichem Zuschauerrückgang (248) – mit 3:5 verloren. Herthas Zweite unterlag dem 1.FC Lok Leipzig zu Hause vor 591 Zuschauern 1:2. Der Tabellenführer Carl Zeiss Jena gewann vor 4.106 Zuschauern 2:0 gegen den BFC Dynamo, der auf den siebenten Tabellenplatz abrutschte. Eine Berliner Mannschaft aber gewann und das auswärts, mit 2:0 bei Union Fürstenwalde. Den Sieg sahen nur 242 Zuschauer. Gemeint ist Viktoria, sie rücken mit beachtlichen 28 Punkten nach 17 Spielen auf Platz fünf vor. Mit 17 Spielen ist die Hinrunde absolviert. Jena ist mit 42 Punkten souveräner Herbstmeister. Es gab eine Begegnung mit über 4.000 Zuschauern. Energie Cottbus – FC Oberlausitz, sahen genau 4.003, Endergebnis 3:1, Tabellenplatz 2 für das Team von Pele Wollitz mit 35 Punkten. In der NOFV Oberliga Nord verlor Tennis Borussia am Freitagabend im Mommsenstadion 0:1 gegen Anker Wismar. Lange Zeit sah es nach einer Punkteteilung aus. In der 90. Minute erzielte Zakharchenko für die Gäste den Siegtreffer. Der zweite Charlottenburger Verein in der Oberliga, Hertha 06, bekam vom Malchower SV mit 2:6 ordentlich einen eingeschenkt. Das Derby zwischen Tabellenführer und Herbstmeister Altglienicke und Lichtenberg 47 endete äußerst knapp 1:0. In der NOFV OL Nord gibt es nur 16 Vereine, die Hinrunde ist nach 15 Spielen beendet. Da Optik Rathenow mit 31 Punkten unangefochten Vize-Herbstmeister ist, sie können Altglienicke (14 Spiele, 33 Punkte) und einer ausstehenden Begegnung die Herbstmeisterschaft nicht mehr streitig machen. Auch hier gewann eine Berliner Mannschaft, (Ademi 17. + 86. und Zellner 41.) auswärts 3:1 in Rostock. Es ist der Verein, der zur Winterpause den Trainer wechseln wird, Hertha 03 Zehlendorf. Auf der Habenseite stehen nunmehr 24 Punkte, TeBe schaffte die selbe Anzahl. Sie teilen sich Tabellenplatz vier und fünf.
Es rauscht ein bisschen im Blätterwald. Hertha plant ein neues Stadion zu bauen und im Februar wird dazu eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Ein Umzug vor die Stadtgrenzen von Berlin soll in den Überlegungen eine Rolle spielen. Einigen Ultra-Gruppierungen passt die ganze Richtung nicht. „Wer die Mitglieder nicht ehrt, ist bei Hertha verkehrt – Gegenbauer raus“, so stand es auf einem Banner. Laut Berliner Morgenpost war dafür die Ultra-Gruppierung „Hauptstadtmafia“ zuständig. Es geht dabei nicht nur um den geplanten Stadionneubau, es gibt auch unterschiedliche Auffassungen über den Umgang mit RB Leipzig. Sind es nur die Ultras oder gärt es auch unter den anderen Anhänger von Hertha BSC ? Könnte aus den ultra-kleinen Problem ein ultimativ großes werden ? Sportlich läuft es ja glänzend.