Zwei Unentschieden in den oberen Klassen

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Hans-Peter Becker

Sowohl Hertha BSC (1:1) als auch der 1.FC Union (0:0) holten sich jeweils „nur“ einen Punkt. Für die Eisernen war es ein Auswärtspunkt beim SC Paderborn und Trainer Steffen Baumgart. Dem Spielverlauf nach hätte es mehr sein können. Was bemerkenswert ist, in den bisherigen zehn Saionspielen sind die Eisernen unbesiegt (4 Siege, 6 Unentschieden), Tabellenplatz drei. Nur einen Punkt besser, die SpVgg Greuther Fürth und auch nur zwei Zähler besser der Tabellenführer 1.FC Köln – spielte 1:1 in Kiel. Nun kommt Dynamo Dresden am nächsten Sonntag, 28.10. in die Alte Försterei. Ein heisses Ost-Derby ist zu erwarten.

Herthas 1:1 zu Hause gegen den SC Freiburg war äußerst unglücklich. Der Mannschaft war nur vorzuwerfen, bei der deutlichen Überlegenheit im 1. Durchgang nicht das zweite Tor nachgelegt zu haben. Duda (7.) hatte vor 53.716 Zuschauern am Hertha 1:0 in Führung gebracht. Durch einem Sonntagsschuss, Koch (36.), kassierten sie den Ausgleich.

Ein interessanter Wechsel in der 84. Minute, Pal Dardai wechselte Pal Dardai jr. für Kalou ein. Der vierte Heimsieg war zum Greifen nah. Der schnelle Junior drang im Strafraum der Freiburger ein und der Zweikampf mit Manuel Gulde hätte zunächst keinen Pfiff erfordert, doch der letzte Kontakt, als Gulde sein rechtes Bein stehen ließ, führte zum entscheidenden Kontakt. Dardai wurde zu Boden geschickt – ein klarer Elfmeter für Hertha. Schiedsrichter Cortus pfiff und zeigte auf den Punkt. Es meldete sich Köln. Der Videoassistent hatte nichts bei der klaren Entscheidung zu suchen. Nach Blick auf den Videomonitor nahm dann Cortus den Elfmeter zurück. Eine unsägliche Situation, die dem Videobeweis schadet und in Frage stellt.

In der 3. Liga ist Aufsteiger Energie Cottbus nach dem 1:3 bei der Fortuna in Köln mit 12 Punkten nach 12 Spielen auf den vorletzten Tabellenplatz angekommen, empfängt jedoch am Samstag, 27.10. den nur einen Punkt besseren Carl Zeiss Jena. Der Absteiger aus Liga Zwei Eintracht Braunschweig ziert mit Abstand, mit nur 8 Punkten das Tabellenende. Der VfL Osnabrück und Preußen Münster führen das Feld an. Tuchfühlung hat mit 22 Punkten Aufsteiger KFC Uerdingen.

Außergewöhnlich ist die Siegesserie des Chemnitzer FC mit Trainer David Bergner in der Regionalliga, 13 gewonnene Spiele, 39 Punkte, bestes Torverhältnis und 10 Punkte Vorsprung vor zwei Berliner Vereine: Wer gewinnt schon 5:1 in Nordhausen? Antwort, der Berliner AK.

Viktoria 89 gab zwar alle 3 Punkte zu Hause mit der 0:1 Niederlage an RW Erfurt ab, steht auf den 6. Rang der Tabelle, unzufrieden ist man im Lager der Himmelblauen damit sicherlich nicht. Der stark verbesserte BFC Dynamo klettert weiter nach oben, 6:0 in Bischofswerder gewonnen, bereits Tabellenachter mit aktuell 18 Punkten. Selbst die VSG Altglienicke gewann 4:2 über den 1. FC Lok Leipzig. Das gibt für die Zukunft Mut und Selbstvertrauen.

Am kommenden Samstag, 26.10. hat der BFC Dynamo sein Heimspiel gegen Union Fürstenwalde. Am darauffolgenden Sonntag kommt es zum Berlin-Derby im Poststadion Berliner AK – Hertha BSC II.

Was bestimmt Nachwirkung auf die Oberliga, der fünften Spielkalsse haben wird – Aufsteiger Optik Rathenow, Tabellenletzter mit nur 7 Punkten aus 13 Spielen, hat zwar ein Achtungszeichen gesetzt, 4:1 gegen Budissa Bautzen gewonnen, muss sich aber weiter enorm sputen, um den Anschluss  an den davor platzierten Clubs herzustellen.

Christian Zschiedrich

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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

Ein Gedanke zu „Zwei Unentschieden in den oberen Klassen“

  1. Ich hätte in der Szene mit Dardai junior gar nichts gepfiffen, beim Versuch, den Ball vorbei am Verteidiger zu spielen, lag wohl erst ein Stürmerfoul vor, sicherlich, man hätte pfeiffen können, der Elfer wäre vertretbar, dann kam Köln dazu und es wurde alles Grütze. Schlimmer fand ich das nicht geahndete Foul an Selke an der Strafraumkante. Cortus leitete großzügig, machte nur diesen einen Fehler. Alles andere müssen die Videoassistenten erklären. Ansonsten hat das Spiel gezeigt, dass die Hertha (noch) kein Spitzenteam der Liga ist. Wer spielerisch so überlegen ist, wie Hertha in der ersten Halbzeit, muss als Sieger vom Platz gehen.

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