Wie Bob Hanning einst den jungen Florian Kehrmann entdeckte

Sie verbindet eine ganz besondere Beziehung. Bob Hanning  und Florian Kehrmann kennen sich seit über 20 Jahren. Der Geschäftsführer der Füchse Berlin ebnete dem heutigen Trainer des TBV Lemgo einst eine Karriere zum Weltklassehandballer. Am Sonntag  kommt es zum Aufeinandertreffen im Fuchsbau.

„Ich freue mich sehr, Flo endlich mal wieder zu sehen“, hält Bob Hanning seine Vorfreude nicht hinter dem Berg. Und auch Kehrmann sagt: „Bob hat mich als junger Spieler zum Leistungshandball gebracht und danach bestand immer freundschaftlicher Kontakt, deswegen freue ich mich immer, nach Berlin zu kommen und neben dem Beruf auch ein paar nette Worte mit Bob zu wechseln.“

Rückblick ins Jahr 1994. Der junge, damals 17-jährige Florian Kehrmann, wird durch starke Leistungen bei der HG Kaarst-Büttgen entdeckt – und zwar von Bob Hanning. Der heutige Geschäftsführer der Füchse Berlin war seinerzeit Co-Trainer und A-Jugend-Trainer bei TUSEM Essen und holte den Rechtsaußen zu sich. „Sein großes Potenzial sah man damals sofort. Ich hätte mich geärgert, wenn ich ihn nicht geholt hätte“, erinnert sich Hanning zurück.

Gemeinsam feierten beide auf Anhieb den Deutschen Meistertitel in der A-Jugend. Ein Jahr später nahm Hanning Kehrmann mit zur SG Solingen – es folgte ein gemeinsamer Aufstieg in die Bundesliga. „Das waren schöne Zeiten, an die ich mich natürlich gerne zurückerinnere“, sagt Hanning. Und Kehrmann erzählt: „Leider ist es schon ein bisschen her, dass wir Deutscher A-Jugendmeister geworden sind. Dennoch war das eine tolle Zeit und diese Zeit hat mich auch geprägt.“

Die Beziehung ist eine besondere. Hanning hat nicht einen ganz unbedeutenden Anteil daran, dass Kehrmann zum Weltklasse-Rechtsaußen avancierte und zwischen 2003 und 2006 gar drei Mal zu Deutschlands Handballer des Jahres gewählt wurde. Hanning nahm sich Kehrmann schon früh an, ließ ihn als junger Handballer sogar für eine kurze Zeit bei sich wohnen. Von Mutti Kehrmann bekommt Hanning zu Weihnachten heute noch ein Päckchen mit Keksen zugeschickt. „Uns pflegt heute noch ein freundschaftliches Verhältnis“, sagt Kehrmann. „Auch meine Eltern haben Bob ins Herz geschlossen. Sie wissen, dass er mich als Spieler geprägt und auch geformt hat und deshalb steht ihm die Tür im Hause Kehrmann sicherlich immer offen.“

Am Sonntag ruht die Freundschaft aber für 60 Minuten. Im vergangenen Jahr lieferten sich die Füchse mit dem TBV stets enge und umkämpfte Duelle, in denen die Berliner jeweils als Sieger vom Parkett (34:29/26:24) gingen Hanning: „Ich bin sehr froh, dass der TBV mit Flo so eine tolle Saison spielt und seine Arbeit allmählich positive Früchte trägt. Aber heute wollen wir die zwei Punkte bei uns behalten.“

Kehrmann abschließend: „Man muss sagen, dass die Füchse und der Fuchsbau sich in den letzten Jahren enorm entwickelt haben. Berlin ist vielleicht sogar in der Lage, um den Titel mitzuspielen, deshalb wird es natürlich sehr schwer für uns. Trotzdem haben wir in den letzten Jahren immer gute Spiele gegen Berlin abgeliefert. Vielleicht können wir ja dieses Mal den Bock umstoßen und Punkte mitnehmen.“ Da haben aber Hanning und die Füchse sicherlich etwas einzuwenden.

Quelle: Füchse Berlin

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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