Es rumort wieder bei Hertha BSC

Es geht diesmal nicht um die Schmach der Mannschaft, aktuell Tabellenplatz 14., nur 6 Punkte nach 7 Spielen, es trifft wieder einmal die Führung des Vereins, den Vorsitzenden der Geschäftsführung des Bundesligisten Carsten Schmidt. Er nimmt seinen Hut und verabschiedet sich nach nicht mal einem Jahr. Genannt werden rein private Gründe. Wer den ehemaligen Sky Chef kennt, weiß, dass vorläufig nichts anderes zu erfahren sein wird, als persönlichen Gründe für seinen Rücktritt. Von einem Krankheitsfall im unmittelbaren Familienumfeld ist die Rede.

Allerdings reagierte Investor Lars Windhorst gemeinsam mit Carsten Schmidt bestürzt darüber, „dass wieder Dinge an die Öffentlichkeit gebracht wurden, die vertraulich waren“. Hertha bestätigte Schmidts Amtsniederlegung zunächst nicht. Sportdirektor Arne Friedrich auf Anfragen über das Aus: „Ich kann dazu nichts sagen“. Schmidt hatte mit Hertha als CEO große Pläne, Herthas künftige Philosophie zu erarbeiten, den Verein wirtschaftlich zu stärken und neue Geschäftsfelder erschließen.

Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto: Hans-Peter Becker

Nicht nur wir Berliner wundern uns über die Häufung von negativen Schlagzeilen in so kurzer Zeit bei prominenten Führungspersonen. Im Rampenlicht der Präsident Werner Gegenbauer als starker Mann, dann die Geschehnisse um Michael Preetz, Bruno Labbadia, Jürgen Klinsmann, Jens Lehmann, namhafte Spielerverkäufe und Transfers, nun Carsten Schmidt. Besonders nachdenklich stimmt, dass Lars Windhorst als Investor ohne maßgeblichen Einfluss bei wichtigen Entscheidungen zu sein scheint. Mal ehrlich, würden Sie viel Geld geben, ohne Mitspracherecht. Ich jedenfalls nicht! Ich würde nicht eine Million aus Lust und Tollerei, ohne Gegenleistung verschenken. Lars Windhorst dagegen soll 375 Mill. Euro an Hertha verschenkt (?) haben, mit welchem Ergebnis?

Weil der sportliche Erfolg bisher ausblieb, die aktuellen Ergebnisse niederschmetternd sind, scheint Windhorst aufzubegehren. Das Geld brachte sportlich bisher keinen Erfolg, dafür jede Menge Unruhe. Wer hielt bei diesem Machtspiel den Investor mit seiner Holding bisher klein (?) – Windhorst ein Machertyp vom Scheitel bis zur Sohle degradiert zum fast machtlosen Zuschauer am Spielfeldrand. Kann das auf Dauer überhaupt gut gehen? Ein Machtkampf: Geld bestimmt die Welt!

Setzt sich, am nächsten Spieltag in Frankfurt auch die sportliche Krise fort. Fredi Bobic, als Geschäftsführer Sport jetzt mit weiteren Aufgaben betraut, weiß die Arbeit von Trainer Pal Dardai zu schätzen. Noch hat er Rückendeckung. Letztendlich bleibt der Trainer das schwächste Glied im Verein. Sollte er abgelöst werden, geht er eben wieder zurück und übernimmt die U 16.

Christian Zschiedrich    

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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

2 Gedanken zu „Es rumort wieder bei Hertha BSC“

  1. Es mutet alles etwas merkwürdig an. Was die Person Carsten Schmidt betrifft, es gibt Dinge im Leben, die einfach wichtiger sind als alles andere. Dass der Krankheitsfall vorgeschoben sein könnte, ist schwer zu glauben. Die 50+1 Regel gilt, das wusste Windhorst von vornherein. Man hat eher den Eindruck, dass Hertha geführt wird wie ein Amateurverein.

  2. Bezeichnend, dass es auf und neben dem Platz einfach nicht läuft. Dass jetzt Bobic und Friedrich die Aufgaben von Schmidt übernehmen, wird die Lage jetzt nicht leichter machen…
    BSC = Baustellen-Sport-Club

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