Nun geht es wieder um Punkte

Welch ein Auftakt im Profibereich:   Von heute, Donnerstag, 09. Januar an noch sieben Tage, am Freitag, 17. Januar 2020, 20:30 Uhr, in Gelsenkirchen Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach. Am Samstag, 18.01. 18.30 Uhr, RB Leipzig – 1.FC Union und am Sonntag, 19.01., 15.30 Uhr, Hertha BSC – FC Bayern München.

Chefcoach David Wagner weilt mit seinem Team vom 03.01. bis heute in Murcia/Spanien und absolviert morgen, 10.01. noch ein Testspiel beim Hamburger SV. Trainer Marco Rose bereitet seine Borussen in Jerez de la Frontera vor.

Wir erinnern uns. Hertha holte in den letzten drei Spielen unter Klinsi sieben Punkte (kein Gegentor), der 1. FC Union verspielte, total unnötig, in den  letzten zwei Begegnungen (1:1 in Paderborn und 1:2 in Düsseldorf) fünf Punkte, schloss die Hinrunde dennoch mit einem Punkt besser als Hertha BSC (19) ab. Jetzt heißt es am kommenden Samstag beim Tabellenführer RB Leipzig zu bestehen. RB ist natürlich klarer Favorit. Erstaunlicherweise bereitet sich Leipzig unter Trainer Julian Nagelsmann nicht in einem Trainingslager auf die Rückrunde vor – trainiert daheim. Union weilt mit Urs Fischer vom 4. – 12.01. in Campoamor/Spanien und absolviert auf dem Trainingsplatz des Golf-Hotels am Samstag, 11.01. noch ein Testspiel gegen Ferencvaros Budapest.  

Jürgen Klinsmann führte Hertha BSC mit 26 Spielern vom 02.01. – 10.01. nach Orlando/Florida, USA. Am 10.01. wird offiziell noch einmal in Saint Petersburg, Florida, USA, getestet. Infolge der erhöhten Konkurrenzsituation wurde Eduard Löwen zum Ligakonkurrenten FC Augsburg ausgeliehen. Sozusagen in Konsequenz der Verpflichtung des argentinischen Nationalspielers Santiago Ascacibar vom VfB Stuttgart, dem defensiven Spieler im zentralen Mittelfeld. Hertha ist sich zwar mit dem Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka einig, doch Arsenal hat plötzlich die ursprünglichen 25 Millionen auf 30 Millionen erhöht – heißt: Der Wechsel könnte noch platzen.

Herthas Auftakt zur Rückrunde in München ist alles andere als von Pappe. Bayern-Torjäger Lewandowski ist 18 Tage nach seiner Leisten-Operation wieder fit. Natürlich will der Tabellendritte wieder an die Spitze. Sie absolvierten ein Trainingslager vom 04.01. – 10.01. in Doha/Katar. Einen letzten Test vor der Reise nach Berlin gibt es am 11.01. beim 1. FC Nürnberg.

Im Profigeschäft hat er einen Namen: Claus-Dieter Wollitz. Pele schied bekanntlich in Cottbus als Chefcoach aus – sah wohl aus finanziellen Gründen keine Perspektive, steigt jetzt beim Tabellendritten FC Magdeburg ein. Er folgt auf Stefan Krämer.  

Christian Zschiedrich

Hertha holt einen Punkt und Union verliert tragisch

Ein Herthaner und ein Eiserner schafften es in die Kicker-Elf des Spieltages. Nomminiert wurden zwei Verteidiger, der Blau-Weiße
Dedryck Boyata und der Rot-Weiße Michael Parensen. Die Gesamtausbeute für beide Berliner Proficlubs betrug nur ein einziger Punkt. Mal abgesehen vom 10. Spieltag, wo beide gegeneinander spielten, gewannen beide an einem Spieltag niemals gemeinsam. Am letzten Spieltag der Hinrunde erkämpfte sich die „Alte Dame“ ein gerechtes Unentschieden gegen die Borussia aus Mönchengladbach. Es war ein 0:0 der leicht besseren Sorte. In der 1. Halbzeit war Hertha besser, nach der Pause steigerten sich die Gäste und das Ergebnis gab den Spielverlauf wieder. Herthas Trainer Jürgen Klinsmann hat es geschafft, die Mannschaft zu stabilisieren, jetzt muss an den auch gegen Gladbach nicht zu übersehenden Schwächen im Aufbauspiel gearbeitet werden. Das Spiel erinnerte ein bisschen an die Zeiten von Pal Dardai.

Einen Tag später waren die Eisernen in Düsseldorf gefragt. In Abwandlung des Spruches „never change the winning System“ traten die Eisernen am Rhein mit gewohnter 3er bzw. 5er Kette in der Abwehr an. Für die von Friedhelm Funkel trainierten Düsseldorfer war das, wie zuvor für die TSG Hoffenheim, keine Überraschung, sie waren vorbereitet. Beide neutralisierten sich in der kampfbetonten Auseinadersetzung. Der Fußballgott spielte den Weihnachtsmann für die abstiegsbedrohten Düsseldorfer. Rouwen Hennings durfte ein Traumtor aus dem Nichts schiessen, zwischenzeitlich gab es ein kleines Fußballmärchen für den Union Oldie Michael Parensen. Er ist der einzige noch aktive Spieler, der damals schon half, den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu erkämpfen. Mit dem Spiel in Düsseldorf kommt er aktuell auf 230 Einsätze im Trikot der Eisernen, dazu weitere 11 Spiele im DFB-Pokal. In Düsseldorf erzielte er im zarten Alter von 33 Jahren sein erstes Tor in der Bundesliga. Leider ohne Bedeutung für den Spielausgang. In der Nachspielzeit verließ das Matchglück die Gäste aus Berlin. Es lief bereits die Nachspielzeit, als ein Schuss oder war es eine verunglückte Flanke, jedenfalls war der Ball im Tor und es stand 1:2 aus Sicht der Eisernen. Schade, jetzt wird es wieder enger im Kampf gegen den Abstieg. Paderborn, Köln und eben Düsseldorf haben Boden gut machen können.

Jetzt erst einmal die Feiertage genießen, Hertha hat 19 Punkte und sogar einen Punkt mehr hat der Aufsteiger aus Köpenick, das ist doch alles nicht so schlecht.

Hans-Peter Becker

Niederlagen für die Clubs aus der Hauptstadt

Es war nicht die Stunde der Berliner Profi-Clubs, dieser 13. Spieltag der Saison 2019/20. Im Freitagspiel verloren die Eisernen mit 1:2 auf Schalke, dabei sah es lange nach einem Punktgewinn aus. Ein individueller Fehler von Innenverteidiger Neven Subotic leitete den Siegtreffer für die Schalker ein. Das Matchglück hatte die Eisernen verlassen. Beim Ausgleichstreffer war der Schiedsrichter auf ihrer Seite, der wohl mehr auf eine Schwalbe hereinfiel und auf Foulstrafstoß entschied. Ansonsten lieferte der Aufsteiger eine gute Leistung ab, musste sich letzlich der Leistungssteigerung des Gegners in Halbzeit Zwei sowie der größeren individuellen Klasse der Schalker geschlagen geben.

Keine 24 Stunden später startete die Alte Dame mit neuem Trainerstab in das Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Die Problemzonen wurden sofort sichtbar. Motiviert und nervös nahmen die Spieler in Blau und Weiß die Partie auf. Bereits in der Anfangsphase bekamen sie einen brutalen Doppelschlag verpasst. Die Abwehr wackelte weiter, das waren Gegetreffer 26 und 27 und erst 13 Spiele absolviert. Nach nur 17. Minuten lagen sie 0:2 hinten und Jürgen Klinsmann war das sonst so freundliche Gesicht eingefroren. Dass die Hertha anschließend nicht auseinander fiel, sondern kämpfte war das einzig positive an diesem Spiel. Die Belohnung folgte in der 34. Minute, mit dem Anschlusstreffer durch Vladimir Darida. Kurz vor der Pause flog Dortmunds Mats Hummels mit Gelb-Rot vom Platz. Aus den über 45 Minuten Überzahl konnten die Herthaner nichts machen. Ein Tor von Davie Selke fand nach Videobeweis keine Anerkennung.

Vor Jürgen Klinsmann und seinem Team liegt jetzt eine Menge Arbeit. Auf der Tribüne saß Lars Windhorst und wird sich seinen Teil gedacht haben. Das bemerkenswerteste an diesem Spiel war ein Interview mit dem Manager Michael Preetz. Er wurde gefragt, ob sich jetzt seine Rolle im Verein verändern wird. Verärgert ließ er den Reporter wissen, “ ..einem Acki Watzke würden sie solch eine Frage wohl nicht stellen…“.

Hertha, mit größeren Ambitionen in die Saison gestartet, hat erst 11 Punkte und ist auf den Relegationsplatz abgerutscht. Fortuna Düsseldorf ist durch ein bemerkenswertes 1:1 bei der TSG Hoffenheim auch noch vorbeigezogen. Da werden böse Erinnerungen wach an die Saison 2009/10.

Hans-Peter Becker