Die letzten Minuten des Spiels verliefen, als wären sie von einem Drehbuch-Autor erdacht. Zunächst rückte Torhüter Dejan Milosavljev mit einem gehaltenen Siebenmeter und zwei spektakulären Paraden (15 insgesamt) gegen frei werfende Flensburger in den Fokus. Kurz darauf setzte Lasse Andersson den Schlusspunkt zum 43:38-Endstand. Beide Spieler waren dann Mittelpunkt der Abschiedszeremonie. Neben Lukas Herburger und Nejc Cehte verlassen Andersson (geht in seine Heimat Dänemark) und Milosavljev (spielt künftig in Kielce) die Füchse. Beide erlebten diese emotionalen Minuten mit Tränen in den Augen. In den 60 Minuten zuvor hatten die 9.000 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle ein temporeiches und munteres Hin und Her von zwei Top-Teams der Bundesliga gesehen. Da die Tabellenkonstellation vor der Partie geklärt war – Berlin beendet die Saison als Zweiter, Flensburg auf Platz drei – konnten beide frei von taktischen Zwängen agieren. Die Füchse bezogen diese Freiheit zunächst auch auf ihre Abwehrarbeit. Die Folge war ein fünf-Tore-Rückstand – 5:10/11. Dank des überragenden Mathias Gidsel – 13 Tore in der ersten Hälfte – erreichten die Hausherren zunächst den erstmaligen Gleichstand – 18:18/26. und zur Pause ein zwei-Tore-Plus – 22:20/30. Diese Aufholjagd beeindruckte auch Trainer Nicolej Krickau: „Die Moral, dass wir uns von minus fünf zurückgekämpft haben, war stark. Mathias‘ erste Halbzeit war Wahnsinn und in der zweiten Halbzeit war unsere Abwehr besser“.
Auf Basis dieser verbesserten Abwehr bauten die Gastgeber ihren Vorsprung schnell bis auf vier Treffer aus – 30:26/40. Die Flensburger jedoch hielten dagegen. Vor allem Simon Pytlick, ab Sommer 2027 ein „Fuchs“ erwies als zielsicherer Werfer. Am Ende war er mit elf Toren Bester seines Teams. Für eine kurze Spielphase konnten die Gäste noch mal einen Ergebnis-Gleichstand erreichen, bevor sich die Füchse in der Crunchtime den Sieg sicherten.
Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Andersson (8), Lichtlein (2), Gidsel (18), Freihöfer (9/8), Langhoff (2), av Teigum (1), Marsenić (3).
Am kommenden Wochenende sind die Füchse beim Final Four der Champions League in Köln gefordert. Im Halbfinale (13.6., 15.00) treffen sie auf den frisch gekürten deutschen Meister SC Magdeburg.
