Spätes Glück – Viktoria gewinnt im Aufsteigerduell gegen Dortmund II

In der 3. Liga tummeln sich auch die 2. Mannschaften von Borussia Dortmund und dem FC Freiburg. Ob es zur Attraktivität der Liga beiträgt, ist eher zu bezweifeln. Rein vom Standpunkt des Fußballs betrachtet bringen sie ein hohes Niveau mit ein. Sie sind Ausbildungsmannschaften Nachwuchsspieler haben hier die Chance sich gegen gestandene Profis zu beweisen.

Am 14. Spieltag stellte sich Borussia Dortmund II im Jahnsportpark bei der Berliner Viktoria vor. Beides sind Neulinge in der Liga, in der Tabelle eng beieinander und mit ähnlichem Saisonverlauf. Nach einer längeren Phase des Abtastens zeigte sich die größere individuelle Klasse der Gäste. Bekanntester Spieler aufseiten der Gäste war Dan-Axel Zagadou, der großgewachsenen französische Innenverteidiger kann auf bisher 13 Einsätze in der Championsleague verweisen. Dieser Spieler war es dann auch, der 26. Minute mit seinem Aufbaupass auf Berkan Taz, für die erste verheißungsvolle Torchance im Spiel sorgte. Taz legte die Kugel gekonnt auf Richmond Tachie, dessen Schuss geht rechts am Tor vorbei. Dortmund wurde in dieser Phase immer stärker. Doch in der 38. Minute bekamen sie die kalte Dusche. Ausgangspunkt war ein misslungener Befreiungsschlag von Dortmunds Torwart, der wurde von Viktorias Erhan Yilmaz abgefangen, Enis Küc geht sofort steil und erzielt den ersten Treffer der Partie förmlich aus dem Nichts.

Noch vor der Halbzeitpause schlugen die Jung-Borussen zurück. Torschütze war Berkan Taz, ein gebürtiger Berlin, fußballerische Ausbildung bei den Reinickendorfer Füchsen und Hertha 03. Vor der Saison war er vom 1. FC Union nach Dortmund gewechselt. Mit dem 1:1 ging es in die Pause. Die Dortmunder waren bis dahin das bessere Team.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild im sonnendurchfluteten Jahnsportpark. Das Momentum änderte sich allmählich. Es begann mit einer Riesenchance für die Viktorianer durch Sofian Benyamina, der schießt nur den Keeper an und den Nachschuss kann Küc nicht im Tor unterbringen. Es schließen sich zwei gute Möglichkeiten für Dortmund an und wieder haben die Gäste mehr Ballbesitz. In der 64. Minute nahm Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato einen Doppelwechsel vor. Es fehlte bis dahin an der Präzision im Angriffsspiel. Das lag auch am Fehlen vom Mittelfeldantreiber Björn Jopek, der kurzfristig ausfiel. Mit der Einwechselung von Lucas Falcao und Deji Beyreuther kam mehr Präzision und somit mehr Druck ins Spiel.

Die Erlösung kam in der 86. Minute eine schöne Einzelleistung des eingewechselten Falcao brachte die Entscheidung. Enttäuschung bei den Dortmundern, lange sah es so aus, als könnten sie was mitnehmen. „Das zieht sich bei uns wie ein roter Faden durch die letzten drei Spiele. Wir sind dominant, haben viel Ballbesitz, leider fehlt uns in den Abschusssituationen die Präzision und es passiert in der Abwehr der eine Fehler zu viel. Diese Aussetzer müssen wir abstellen, wir sind eine junge Mannschaft und müssen lernen, notfalls einen Ball über die Seitenauslinie zu klären.“ Enrico Maaßen musste so die dritte Niederlage in Folge seines Teams erklären.

„Dortmund war in den ersten 35 Minuten klar das bessere Team und hat uns dominiert. Wir waren viel zu passiv und sind dann glücklich in Führung gegangen, lassen aber auch wieder einen Gegentreffer zu kurz vor der Pause. Daher haben wir anschließend ohne Wechsel etwas umgestellt. Ich wollte den Jungs die Chance geben, mit einer anderen Idee in die zweite Halbzeit zu gehen. Und das hat dann auch gepasst. Wir hatten anschließend viele gute Momente. Für Enes und Falcao freut es mich sehr, aber auch für Shalva Ogbaidze, der heute seinen zweiten Assist geben konnte. Die drei Punkte nehmen wir gerne mit gegen ein gutes Team mit einem guten Trainer.“, so fasste Viktorias Trainer das Geschehen zusammen.

Hans-Peter Becker

30.10.2021 3. Liga 14. Spieltag

14:00 Uhr Jahnsportpark

FC Viktoria 98 – Borussia Dortmund II 2:1(1:1)

2.458 Zuschauer

Mannschaftsaufstellung FC Viktoria Berlin 98

Krahl – Gunte – Kapp – Lewald – Becker – Yilmaz (64. Beyreuther) – Menz (80. Theisen) – Pinckert – Seiffert (64. Falcao) – Küc – Benyamina (82. Ogbaidze) (5-3-2)

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