Playoff-Auftakt: Heimvorteil als Pfund

Foto: Eckhardt Herfet

Insgesamt zehn Mal trafen Berlin und Lüneburg seit dem Bundesliga-Aufstieg der Niedersachsen im Jahr 2014 aufeinander. Dabei gewann in 90 Prozent der Fälle die gastgebende Mannschaft. Gut also, dass die BR Volleys in der „best-of-three“ Serie des Playoff-Viertelfinals einmal häufiger auf den Heimvorteil bauen können als das SVG-Team von Coach Stefan Hübner. Das erste Mal wollen Kapitän Robert Kromm und Co dieses Plus am Mittwochabend (28. März um 19.30 Uhr) zum Playoff-Auftakt in die Waagschale werfen. Ein Saisonziel, nämlich das Wichtigste, bleibt Berlins Volleyballteam Nr. 1 nach einer bisher durchwachsenen Saison noch: Die Titelverteidigung der Deutschen Meisterschaft. Dies hat Manager Kaweh Niroomand nach Beendigung der Bundesliga-Hauptrunde noch einmal bekräftigt: „Wir müssen die verbleibenden hoffentlich sechs Wochen nutzen, um ins Finale zu kommen und vielleicht sogar den Titel zu gewinnen.“

Nach dem überzeugenden Heimerfolg gegen Bühl am Wochenende (3:0) ist der Glaube an die eigene Stärke im BR Volleys Lager spürbar, obwohl man in der Woche zuvor gleich dreimal gegen den VfB Friedrichshafen das Nachsehen hatte. „Wir sind seitdem besser geworden und können mit Selbstvertrauen gegen Lüneburg antreten“, sagt Kapitän Robert Kromm mit Blick auf die herbe 0:3-Schlappe vor anderthalb Monaten in der Hamburger CU Arena. Damals zeigten die Berliner eine desolate Vorstellung und verloren gegen entfesselt aufspielende Gastgeber auch in dieser Deutlichkeit verdient. Weil man mit der Heimstärke der „LüneHünen“ bereits mehrfach unliebsame Bekanntschaft gemacht hat, soll zum Start des Playoff-Viertelfinals unbedingt ein Heimsieg her, um nicht beim Rückspiel am Samstag vor dem Saisonaus zu stehen. Kromm versucht sich als Psychologe: „Die Lüneburger haben in den Köpfen, dass sie uns schon mal geschlagen haben und treten daher vielleicht nicht so befreit auf.“

Wer geht mit dem Druck besser um? Das ist von jeher eine Schlüsselfrage in der wichtigsten Saisonphase. SVG-Trainer Stefan Hübner gab sich nach dem Hauptrunden-Abschluss, der gegen Friedrichshafen daheim 0:3 verloren ging, gelassen: „Wir haben nun mal eher junge, interessante, entwicklungsfähige Spieler und keine international gestählten Routiniers wie viele andere Vereine. Deshalb ist Platz sieben für uns eine gute Leistung. Die Mannschaft hatte zwar als internes Ziel Platz sechs ausgegeben, was wir nicht erreicht haben. Das ist aber kein Weltuntergang – denn vielleicht geht ja nun noch etwas“, stellte der Coach seinen Fans in Aussicht. Fünf gute Gründe – von „den besten Fans der Liga“ bis hin zu „einem Team, das wirklich ein Team ist“ – nannten die Lüneburger zuletzt in einer Mitteilung, die dafür sprechen, warum man nach dem denkbar knappen Ausscheiden im Playoff-Halbfinale vor zwei Jahren dieses Mal gegen Berlin klappen soll.

Das wollen Kromm & Co natürlich verhindern und mit einem Heimerfolg in die kurze Serie starten. Dabei können voraussichtlich auch die zuletzt an Knieproblemen laborierenden Aleksandar Okolic und Paul Carroll wieder helfen. Die werden sich, gemeinsam mit ihren Teamkollegen und dem Gegner, in den Nebenhallen des Volleyballtempels für den ersten Schlagabtausch bereit machen, denn zuvor wird der Arena-Court von bis zu 1.000 Kindern gestürmt, die vom Hauptstadtclub und seinem Titelsponsor Berlin Recycling mit neuen Trikotsätzen ausgestattet wurden. Dabei soll ein imposantes BIG PICTURE entstehen und somit ein weiteres großes Zeichen für den Nachwuchs gesetzt werden. Nach dem offiziellen Aufwärmprogramm geht es dann direkt im Anschluss um den ersten Playoff-Sieg der Saison 2017/2018.

Seit zwei Spielzeiten setzen die BR Volleys und ihr Hauptsponsor regelmäßig ZEICHEN für den Nachwuchs! Ein weiteres Highlight der Kampagne ist in diesem Jahr die Übergabe von 64 Trikotsätzen an den Berliner Volleyball-Nachwuchs. 1000 Teile waren ausgelobt und hatten der Maßnahme ihren Titel gegeben. 1506 Teile sind es schließlich geworden, denn die überwältigende Resonanz ließ Stephan Hartramph, beim Titelsponsor Berlin Recycling für Vertrieb und Marketing verantwortlich, nicht lange zögern. Kurzentschlossen erhöhte er im Januar dieses Jahres die Kapazitäten: „Da warten jetzt 908 Trikots und 598 Hosen auf ihre neuen Besitzer aus insgesamt 47 Schulen und Vereinen,“ nennt Hartramph Erfolgszahlen.

Die Übergabe der Trikots wird am 28. März 2018 ein echtes Highlight: die BR Volleys haben alle Nachwuchssportler der 47 begünstigten Vereine und Schulen zu ihrem Playoff-Viertelfinalspiel gegen die SVG Lüneburg in die Max-Schmeling-Halle eingeladen. Trotz der Osterferienzeit haben sich rund 750 Kinder und Jugendliche sowie 300 Betreuer angemeldet, die die Trikotsätze entgegennehmen und auf dem Parkett des Volleyballtempels als BIG PICTURE Teil der großartigen Atmosphäre werden, die beim Playoff-Auftakt herrscht.Das BIG PICTURE im Zeichen des Berliner Volleyball-Nachwuchses wird um ca. 19:15 Uhr durchgeführt.

Christof Bernier

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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