BR Volleys – den Fluch brechen

In der Hamburger CU Arena war für die Berlin Recycling Volleys bisher nichts zu holen. Drei Anläufe, in der Ausweichspielhalle der SVG Lüneburg zu gewinnen, blieben in der Vergangenheit erfolglos. Einen vierten Versuch unternimmt das Hauptstadtteam am Samstagabend (08. Feb um 19.00 Uhr) und man ist geneigt zu sagen: Wenn nicht jetzt, wann dann?! Die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard fährt ungeschlagen in die Hansestadt, während die heimstarken Gastgeber zuletzt zweimal deutlich mit 0:3 unterlegen waren.

Gut eine Woche vor dem Pokalfinale in Mannheim wollen die BR Volleys gegen die SVG Lüneburg weiter an ihrem Rhythmus feilen. Mit voller Mannschaftsstärke und der Unterstützung eines Fanbusses geht es für die Hauptstädter nach Hamburg, wo man erstmals erfolgreich sein möchte. „Für Lüneburg ist diese Möglichkeit, in der CU Arena spielen zu können, solange die neue Arena noch gebaut wird, wichtig. Die Gellersenhalle ist besonders, aber für die Topspiele und die Playoffs ist dieser Umzug sowohl nötig als auch sinnvoll. Außerdem gibt es dort tendenziell mehr erfolgreiche Abwehraktionen und längere Ballwechsel. Das sorgt für Spannung und Action“, erklärt der im Sommer von der Ilmenau an die Spree gewechselte Außenangreifer Cody Kessel. Sowohl in der berüchtigten „Gellersenhölle“ als auch in der CU Arena tat sich der aktuelle Tabellenführer in der Vergangenheit regemäßig schwer. Die Auswärtsbilanz gegen die „LüneHünen“ weist zwei Siege und sechs Niederlagen auf. Dabei zählte Kessel meistens zu denjenigen, die maßgeblichen Anteil daran hatten, dass für die BR Volleys am Spielort in Hamburg weder in der Bundesliga, noch im DVV-Pokal oder den Playoffs etwas zu holen war.

Längst überzeugt der US-Amerikaner auch konstant im Berliner Trikot. Der 28-Jährige ist der zweiteffektivste Angreifer der BR Volleys. Mit einer Erfolgsquote von 54% liegt Kessel ligaweit auf dem vierten Rang. Vor ihm rangieren ausschließlich Mittelblocker, darunter Teamkollege Jeffrey Jendryk, der starke 64% seiner Angriffe in direkt Punkte verwandelte. Die Bundesliga-Statistik zeigt, dass am Samstag auch auf der Gegenseite einige Topspieler warten: Mit Nationalspieler Anton Brehme verfügt Lüneburg beispielsweise über den, gemessen an Blockpunkten zweitbesten Akteur der VBL. Und beim Aufschlag besticht der Schwede Viktor Lindberg als ebenfalls Zweitbester seiner Zunft (35 Asse). „Die SVG musste ein neues Team aufbauen, nachdem elf Spieler dort in vergangenen beiden Jahren zusammengeblieben sind. Diese Mannschaft kann immer gefährlich sein, ist aber noch dabei, ihre neue Spielweise zu entwickeln“, lautet die Einschätzung von Kessel.

Diese wird durch die jüngsten Ergebnisse der Lüneburger bestätigt (1:3 vs. Friedrichshafen, 0:3 vs. Herrsching und 0:3 vs. Frankfurt). Im TV-Match gegen die Herrschinger sah man den SVG-Coach Stefan Hübner während einer Auszeit komplett aus der Haut fahren, was auch Cody Kessel überraschte: „Ich habe die Szene gesehen. Stefan ist immer mit großer Leidenschaft am Werk und gibt stets alles. Das war total untypisch für ihn, aber diese Momente gibt es im Sport.“ Die Stimmungslage im BR Volleys Team ist etwas besser. „Wir sind alle gut drauf“, bekräftigt Kessel nach den zwei 3:0-Siegen gegen Rottenburg und Herrsching. Dieses gute Gefühl will man nun an die Elbe transportieren und endlich den „Hamburger Fluch“ brechen.

Der BR Volleys Fanclub VolleyTigers bietet ein Public Viewing im Billiard International in der Knesebeckstraße an.

Quelle: BR Volleys/ Christof Bernier


Nationallibero und Sprungwunder für Berlin

Im Zuge der großen Saisonabschlussfeier wurden am gestrigen Abend nicht nur einige Deutsche Meister verabschiedet und der Verbleib wichtiger Leistungsträger verkündet. Es gab auch erste neue Namen, die in der Spielzeit 2019/20 das Trikot der BR Volleys tragen werden: Der Libero der Nationalmannschaft Julian Zenger (zuletzt United Volleys Frankfurt) und der US-amerikanische Außenangreifer Cody Kessel (SVG Lüneburg) wechseln an die Spree.

Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft, mit dieser Vize-Europameister 2017 und in der jüngsten Saison auch Champions-League-erprobt: Mit Julian Zenger ist den BR Volleys definitiv eine Topverpflichtung auf der Libero-Position gelungen! Der 21-jährige Annahme- und Abwehrspezialist unterschreibt beim alten und neuen Deutschen Meister einen Vertrag für zwei Jahre und soll zu einem neuen Gesicht der Mannschaft aufgebaut werden. „Berlin ist eine neue Herausforderung für mich und mit der Gewissheit, erneut in der CEV Champions League zu spielen, eine perfekte Adresse. Ich möchte in dieser Mannschaft persönlich den nächsten Sprung machen und natürlich auch Titel gewinnen“, ist der Ehrgeiz beim Allgäuer spürbar.

Zuletzt wusste Zenger zwei Jahre lang bei den United Volleys Frankfurt zu überzeugen. Nun kehrt der Libero also nach Berlin zurück, wo er 2016/17 für den VC Olympia spielte und seinen Karriereweg als Profi startete. Bevor es für ihn in die Hauptstadt geht, hat Zenger mit der Nationalmannschaft noch große Ziele: „In der Volleyball Nations League würden wir natürlich gern das Finalturnier erreichen und im September steht mit der Europameisterschaft der Höhepunkt unseres Sommerprogramms an.“

Die BR Volleys begrüßen mit Zenger „einen jungen deutschen Spieler, der in Frankfurt sowie im DVV-Trikot bewiesen hat, dass er auf hohem Niveau bestehen kann“, freut sich Geschäftsführer Kaweh Niroomand über die Verpflichtung seines absoluten Wunschspielers. „In Zeiten der wachsenden Macht von Spielerberatern ist es nicht einfach, jemanden wie Julian, der alle Charakteristika zu Einhundertprozent erfüllt, verpflichten zu können“, verdeutlicht Niroomand den harten Kampf auf dem Transfermarkt um gute deutsche Akteure.

Auch der zweite “Neue“ kommt von einem anderen Bundesligisten zu Berlins Volleyballteam Nr. 1 und wird ebenfalls mit einem Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet. „Mit Cody Kessel verstärkt uns ein enorm athletischer Außenangreifer, der gute Voraussetzungen mitbringt. Ich bin sicher, mit ihm werden wir viel Freude haben“, erklärte Niroomand beim gestrigen Saisonabschluss. Kessel ist 1,98 Meter groß und lief in den vergangenen drei Spielzeiten für die SVG Lüneburg auf. Der 27-Jährige überzeugt mit seiner gewaltigen Sprungkraft und hat sich unter SVG-Trainer Stefan Hübner auch zu einem stabilen Annahme-Spieler entwickelt. So war Kessel beispielsweise der überragende Akteur, als die „LüneHünen“ Mitte Dezember gegen die Hauptstädter furios ins Pokalfinale eingezogen sind. Dass der US-Amerikaner nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein feiner Kerl ist, der gut zur BR Volleys Familie passen dürfte, zeigte sein offener Brief auf der Facebook-Seite der Lüneburger, in dem er sich emotional aus der Hansestadt verabschiedete.

Kessel besetzt nun gemeinsam mit Samuel Tuia zwei Außenangreifer-Positionen im BR Volleys Kader. Zwei weitere Plätze sind noch frei, weil Adam White den Verein verlässt und Egor Bogachevs Vertrag für ein Jahr ausgesetzt wird. Der 22-Jährige will bei den SWD powervolleys Düren mehr Spielpraxis sammeln, bleibt der Bundesliga also erhalten. „Wir wünschen Egor in Düren viel Glück und Erfolg. Wir hoffen, er macht dort den nächsten Schritt in seiner Entwicklung“, verabschiedete Niroomand Bogachev und erwähnte im gleichen Atemzug wie erfolgreich dieses Modell in der Vergangenheit bereits mit Ruben Schott funktionierte.

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

Nur noch vier Vereine haben die Chance

Foto: Eckhard Herfet

Noch vier Bundesligateams haben die Chance, morgen ihre Mission Mannheim erfolgreich zu erfüllen. In einem von zwei Halbfinalspielen des DVV-Pokals treten die BR Volleys auswärts bei der SVG Lüneburg an (13. Dez um 18.10 Uhr) und hoffen nach dem zuletzt enttäuschenden Auftreten gegen die AlpenVolleys Haching auf Wiedergutmachung. Das Match in der Hamburger CU Arena zeigt SPORT1 parallel zum Duell Friedrichshafen gegen Düren erstmals live in einer Free-TV-Konferenz!

Noch ein letzter Schritt trennt die Berlin Recycling Volleys vom dritten Einzug ins DVV-Pokalfinale in nur vier Jahren. Besagter Schritt dürfte allerdings ein ausgesprochen großer über das Hamburger Elbwasser werden. Für das morgige Halbfinalspiel weichen die Lüneburger einmal mehr in die nahegelegene CU Arena aus, wo man schon in der Vorsaison gegen die Hauptstädter zweimal den Heimvorteil nutzen konnte (3:0 und 3:1). Bei den Norddeutschen fühlt man sich für das morgige Halbfinale nicht nur deshalb aller bestens gerüstet. Die SVG steht nach dem ersten Saisondrittel hervorragend da, hat in der Bundesliga 16 von 21 möglichen Punkten (4 mehr als Berlin) geholt und könnte am Donnerstag zum zweiten Mal nach 2015 den Sprung ins Pokal-Endspiel schaffen. Im Viertelfinale triumphierten die „LüneHünen“ in eindrucksvoller Manier bei den United Volleys Frankfurt (3:1) und in der Volleyball Bundesliga gewann man jüngst souverän in Bühl (3:0).

Ein Schlüssel für den erfolgreichen Saisonstart der Männer von SVG-Trainerinstitution Stefan Hübner ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Anders als in den Jahren zuvor hielten die Niedersachsen ihren Kader fast ausnahmslos zusammen. Dazu ist es gelungen, den neuen Zuspieler Adam Schriemer zügig zu integrieren. „Lüneburg hat ein wirklich gutes, kompaktes Team, das eine Einheit bildet“, weiß BR Volleys Trainer Cedric Enard. Der Franzose arbeitet mit seinen Spielern – seit letzter Woche sind es durch die Nachverpflichtung von Libero Nicolas Rossard insgesamt 13 – intensiv daran, dass auch diese konstanter als bisher als ein Team auftreten. Aufgrund der schweren Knieverletzung von Egor Bogachev ist der Kader aber bereits wieder dezimiert.

„Dustin hat die Verpflichtung von Nicolas ausgesprochen gut aufgenommen und begrüßt es, sich nun täglich im Konkurrenzkampf beweisen zu müssen“, lobt der Coach die Einstellung des US-Amerikaners Watten, der fortan mit Rossard um einen Platz im Team spielt, und ergänzt: „Wir benötigen genau diesen Willen, sich in jedem Training, jeder Einheit und bei jeder Übung messen zu wollen. Nur daraus kann eine Siegermentalität wachsen. Der Anspruch, Dinge immer weiter zu verbessern, ist bei jedem spürbar und ein neuer Spieler gibt dem Trainingsalltag meist einen Schub. Dieser Effekt war sofort ersichtlich.“

Das begehrte Finalticket nach Mannheim möchten die BR Volleys in Hamburg unbedingt buchen, jedoch ist die Auswärtsbilanz der BR Volleys bei der SVG Lüneburg bekanntermaßen dürftig. Enard reagiert darauf mit einem Mix aus Trotz und Lässigkeit: „Na dann wird es ja Zeit, dass wir das jetzt ändern!“ Dabei helfen sollen natürlich auch die Fans. Während sich ein Bus des Fanclubs „7. Mann“ auf den Weg in die Hansestadt macht, um die Mannschaft bei ihrer #MissionMannheim anzutreiben, bieten die „VolleyTigers“ ein Public Viewing im „Billiard International“ (Knesebeckstraße 38) an. Enard verspricht: „Wir wollen ihnen von nun an immer unser gutes Gesicht zeigen!“ Dies gilt selbstverständlich auch für die SPORT1-Zuschauer vor den heimischen TV-Geräten.

Christof Bernier

Halbfinale oder Saisonende

Foto: Eckhardt Herfet

Am morgigen Sonntag stehen im Playoff-Viertelfinale der Volleyball Bundesliga drei Entscheidungsspiele an. Eines davon steigt in der Berliner Max-Schmeling-Halle: Nachdem sowohl die BR Volleys als auch die SVG Lüneburg ihre Heimspiele klar gewannen, treffen sich beide Mannschaften im Volleyballtempel zum endgültigen Showdown (08. Apr um 16.00 Uhr). Im Duell Nord- gegen Hauptstadtclub wollen die Berliner zum 13. Mal in Serie ins Halbfinale einziehen. Halbfinale oder Saisonende – so einfach und klar lässt sich die Ausgangslage des BR Volleys Teams vor dem dritten und entscheidenden Viertelfinale gegen die SVG Lüneburg auf den Punkt bringen. Nur gut, dass man bei diesem wichtigen Match auf den Heimvorteil „Volleyballtempel“ setzen kann, denn bisher siegte bei den Duellen zwischen „LüneHünen“ und „HaupstadtRiesen“ bis auf eine Ausnahme immer die Heimmannschaft – so auch in der diesjährigen „best of three“-Serie. SVG-Cheftrainer Stefan Hübner pokerte beim Auftaktspiel in der Max-Schmeling-Halle hoch, ließ etablierte Kräfte wie Matthias Pompe oder Adam Kocian auf der Bank und setzte stattdessen auf Jannik Pörner sowie Jungspund Gijs van Solkema. Die BR Volleys waren den Lüneburgern in dieser Besetzung deutlich überlegen (61% zu 45% positive Annahme, 54% zu 39% Angriffseffizienz) und insbesondere nach einer guten Annahme kaum zu stoppen, weil Regisseur Pierre Pujol die Bälle geschickt verteilte.

Im zweiten Match in Hamburg zeichnete sich ein komplett anderes Bild: Hübner krempelte seine Aufstellung grundlegend um, stellte den US-Amerikaner Ryan Sclater zurück auf die Diagonalposition und setzte auf die Qualitäten von Routinier Pompe, Nationalspieler Kocian und von Punktegarant Cody Kessel. Diese Rochaden zahlten sich aus. Die Niedersachsen waren den Hauptstädtern diesmal nicht nur statistisch gleichwertig (51% zu 51% positive Annahme, 41% zu 43% Angriffseffizienz), sondern machten auch regelmäßig die „Big-Points“, wie Berlins Coach Stelian Moculescu respektvoll anerkannte: „Zuspieler Adam Kocian beispielsweise hat beim zweiten Duell ein ganz starkes Spiel gemacht. Dazu sind den Lüneburgern in diesem Match einige schwierige und wichtige Bälle exzellent gelungen.“ Genau auf diese Weise ging auch der vierte Satz verloren, in dem die BR Volleys bereits Satzball und somit die Chance zum Ausgleich hatten.

Stattdessen nutzten die Gastgeber ihren zweiten Matchball und erzwangen das Entscheidungsspiel, vor dem sich natürlich die Frage stellt: Hat SVG-Trainer Stefan Hübner noch eine Überraschung parat? Für BR Volleys Kapitän Robert Kromm ist das nicht ausschlaggebend: „Natürlich hat Lüneburg einen breiten Kader und kann variieren. Das ist bei uns nicht anders. Ich glaube, die Tagesform wird am Sonntag entscheiden.“ Und die soll in der eigenen Arena wieder stimmen. Trainer Stelian Moculescu zeigt sich zuversichtlich: „Erstens bin ich ein grundlegend optimistischer Mensch und zweitens glaube ich an mein Team“, vertraut der 67-Jährige vor dem „Alles-oder-Nichts“ Match in die eigene Stärke.

Christof Bernier

Der erste Schritt Richtung Halbfinale

Foto: Eckhardt Herfet

Die Berlin Recycling Volleys sind erfolgreich in die Bundesliga-Playoffs 2018 gestartet. Vor 4.516 Zuschauern gewannen die Hauptstädter gegen die SVG Lüneburg mit 3:0 (25:18, 25:22, 25:14). Damit haben die Männer von Trainer Stelian Moculescu schon am Samstag ihr erstes Matchball-Spiel in der Viertelfinal-Serie. Erstes Matchball-Spiel in Hamburg: Die BR Volleys wollen am Samstagabend (31. März um 20.00 Uhr) in der Hamburger CU Arena zum 13. Mal in Folge seit Einführung der Playoffs 2006 ihre Halbfinalteilnahme perfekt machen. Bei der SVG Lüneburg, die für dieses Spiel von der Gellersenhalle in die Elbmetropole ausweicht, soll nach dem 3:0-Heimsieg der nächste Erfolg gelingen. Außenangreifer Adam White und sein Team haben sich fest vorgenommen, ein drittes und entscheidendes Match in Berlin zu vermeiden.

Auch der Berliner Fanclub „7. Mann“ begibt sich am Osterwochenende auf eine Reise in die Hansestadt. Die treuen BR Volleys Anhänger hoffen, dass ihre Unterstützung – anders als noch beim Hauptrundenmatch im Februar – diesmal mit einem Sieg honoriert wird. Adam White verspricht: „Wir werden dort alles geben, um unsere Fans glücklich zu machen.“

Bevor zum Playoff-Auftakt die Bälle flogen, stürmten 750 Kids den Volleyballtempel, um direkt auf dem Spielfeld für ein besonderes BIG PICTURE zu posieren. Die BR Volleys und ihr Titelsponsor statteten den Volleyball-Nachwuchs nämlich in den vergangenen Wochen mit #1000Teilen, also Trikots und Hosen, im Rahmen von „ZEICHEN SETZEN für den Nachwuchs“ aus. Nach diesem Spektakel schickte Moculescu die zuletzt angeschlagen geschonten Aleksandar Okolic und Paul Carroll wieder von Beginn an auf den Court. Neben ihnen bildeten Adam White, Graham Vigrass, Robert Kromm, Pierre Pujol und Luke Perry die Startformation gegen Lüneburg.

Foto: Eckhardt Herfet

Nach gutem Start der Gäste konnten sich die Hauptstädter ihre erste Führung beim Stand von 5:4 erkämpfen. Kapitän Kromm, der am Wochenende gegen die Volleyball Bisons Bühl nur in Satz drei mithalf, war mit gekonnten Angriffen und guten Blockaktionen der Punktegarant im Auftaktsatz (15:12) und am Ende Topscorer (15 Zähler). Den Widerstand des Gegners aus Niedersachsen brach dann White einmal mehr mit seinem krachenden Aufschlag (20:14). Gegen Satzende häuften sich die Fehler bei den „LüneHünen“, weshalb die Berliner leichtes Spiel hatten. Ryan Sclater übertrat beim Service und Durchgang eins war gewonnen (25:18).

Stefan Hübner von den unterlegenen Lüneburgern sagte: „Berlin war sehr stabil und hat bei hohem Druck wenig Fehler gemacht. Das ist eine gute Grundlage und hat unsere Fehlerquote hochgetrieben. Am Samstag müssen wir diese minimieren. Wir hatten in dieser Saison schon oft Leistungsschwankungen und ich hoffe, dass das Pendel in Spiel zwei wieder nach oben ausschlägt.“ Die BR Volleys fuhren einen ungefährdeten Heimsieg ein, weil Lüneburg es ihnen mit zahlreichen Eigenfehlern nicht allzu schwer machte. Das ist am Samstag beim Rückspiel in Hamburg so nicht zu erwarten, denn daheim werden die „LüneHünen“ ihrem Namen in der Regel gerecht und wachsen mit den eigenen Fans im Rücken immer wieder über sich hinaus. Das wissen die Berliner aus eigener Erfahrung, denn seit dem Bundesliga-Aufstieg der SVG im Jahr 2014 gab es für die Hauptstädter dort schon vier Auswärtsniederlagen.

„Vielleicht haben die Lüneburger in der Max-Schmeling-Halle noch nicht ihr wahres Playoff-Gesicht gezeigt. Ich rechne auswärts mit mehr Gegenwehr, aber darauf sind wir vorbereitet“, weiß White um die Heimstärke des Gegners aus Niedersachsen, der für seine Top- und Playoff-Spiele nach Hamburg-Neugraben ausweicht. In der CU Arena spielte die Mannschaft von Trainer Stefan Hübner in dieser Spielzeit bisher zweimal, lockte jeweils 1.600 Zuschauer an und steht bei einer Bilanz von 1:1 (3:0 gegen Berlin und 1:3 gegen Frankfurt).

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

 

Playoff-Auftakt: Heimvorteil als Pfund

Foto: Eckhardt Herfet

Insgesamt zehn Mal trafen Berlin und Lüneburg seit dem Bundesliga-Aufstieg der Niedersachsen im Jahr 2014 aufeinander. Dabei gewann in 90 Prozent der Fälle die gastgebende Mannschaft. Gut also, dass die BR Volleys in der „best-of-three“ Serie des Playoff-Viertelfinals einmal häufiger auf den Heimvorteil bauen können als das SVG-Team von Coach Stefan Hübner. Das erste Mal wollen Kapitän Robert Kromm und Co dieses Plus am Mittwochabend (28. März um 19.30 Uhr) zum Playoff-Auftakt in die Waagschale werfen. Ein Saisonziel, nämlich das Wichtigste, bleibt Berlins Volleyballteam Nr. 1 nach einer bisher durchwachsenen Saison noch: Die Titelverteidigung der Deutschen Meisterschaft. Dies hat Manager Kaweh Niroomand nach Beendigung der Bundesliga-Hauptrunde noch einmal bekräftigt: „Wir müssen die verbleibenden hoffentlich sechs Wochen nutzen, um ins Finale zu kommen und vielleicht sogar den Titel zu gewinnen.“

Nach dem überzeugenden Heimerfolg gegen Bühl am Wochenende (3:0) ist der Glaube an die eigene Stärke im BR Volleys Lager spürbar, obwohl man in der Woche zuvor gleich dreimal gegen den VfB Friedrichshafen das Nachsehen hatte. „Wir sind seitdem besser geworden und können mit Selbstvertrauen gegen Lüneburg antreten“, sagt Kapitän Robert Kromm mit Blick auf die herbe 0:3-Schlappe vor anderthalb Monaten in der Hamburger CU Arena. Damals zeigten die Berliner eine desolate Vorstellung und verloren gegen entfesselt aufspielende Gastgeber auch in dieser Deutlichkeit verdient. Weil man mit der Heimstärke der „LüneHünen“ bereits mehrfach unliebsame Bekanntschaft gemacht hat, soll zum Start des Playoff-Viertelfinals unbedingt ein Heimsieg her, um nicht beim Rückspiel am Samstag vor dem Saisonaus zu stehen. Kromm versucht sich als Psychologe: „Die Lüneburger haben in den Köpfen, dass sie uns schon mal geschlagen haben und treten daher vielleicht nicht so befreit auf.“

Wer geht mit dem Druck besser um? Das ist von jeher eine Schlüsselfrage in der wichtigsten Saisonphase. SVG-Trainer Stefan Hübner gab sich nach dem Hauptrunden-Abschluss, der gegen Friedrichshafen daheim 0:3 verloren ging, gelassen: „Wir haben nun mal eher junge, interessante, entwicklungsfähige Spieler und keine international gestählten Routiniers wie viele andere Vereine. Deshalb ist Platz sieben für uns eine gute Leistung. Die Mannschaft hatte zwar als internes Ziel Platz sechs ausgegeben, was wir nicht erreicht haben. Das ist aber kein Weltuntergang – denn vielleicht geht ja nun noch etwas“, stellte der Coach seinen Fans in Aussicht. Fünf gute Gründe – von „den besten Fans der Liga“ bis hin zu „einem Team, das wirklich ein Team ist“ – nannten die Lüneburger zuletzt in einer Mitteilung, die dafür sprechen, warum man nach dem denkbar knappen Ausscheiden im Playoff-Halbfinale vor zwei Jahren dieses Mal gegen Berlin klappen soll.

Das wollen Kromm & Co natürlich verhindern und mit einem Heimerfolg in die kurze Serie starten. Dabei können voraussichtlich auch die zuletzt an Knieproblemen laborierenden Aleksandar Okolic und Paul Carroll wieder helfen. Die werden sich, gemeinsam mit ihren Teamkollegen und dem Gegner, in den Nebenhallen des Volleyballtempels für den ersten Schlagabtausch bereit machen, denn zuvor wird der Arena-Court von bis zu 1.000 Kindern gestürmt, die vom Hauptstadtclub und seinem Titelsponsor Berlin Recycling mit neuen Trikotsätzen ausgestattet wurden. Dabei soll ein imposantes BIG PICTURE entstehen und somit ein weiteres großes Zeichen für den Nachwuchs gesetzt werden. Nach dem offiziellen Aufwärmprogramm geht es dann direkt im Anschluss um den ersten Playoff-Sieg der Saison 2017/2018.

Seit zwei Spielzeiten setzen die BR Volleys und ihr Hauptsponsor regelmäßig ZEICHEN für den Nachwuchs! Ein weiteres Highlight der Kampagne ist in diesem Jahr die Übergabe von 64 Trikotsätzen an den Berliner Volleyball-Nachwuchs. 1000 Teile waren ausgelobt und hatten der Maßnahme ihren Titel gegeben. 1506 Teile sind es schließlich geworden, denn die überwältigende Resonanz ließ Stephan Hartramph, beim Titelsponsor Berlin Recycling für Vertrieb und Marketing verantwortlich, nicht lange zögern. Kurzentschlossen erhöhte er im Januar dieses Jahres die Kapazitäten: „Da warten jetzt 908 Trikots und 598 Hosen auf ihre neuen Besitzer aus insgesamt 47 Schulen und Vereinen,“ nennt Hartramph Erfolgszahlen.

Die Übergabe der Trikots wird am 28. März 2018 ein echtes Highlight: die BR Volleys haben alle Nachwuchssportler der 47 begünstigten Vereine und Schulen zu ihrem Playoff-Viertelfinalspiel gegen die SVG Lüneburg in die Max-Schmeling-Halle eingeladen. Trotz der Osterferienzeit haben sich rund 750 Kinder und Jugendliche sowie 300 Betreuer angemeldet, die die Trikotsätze entgegennehmen und auf dem Parkett des Volleyballtempels als BIG PICTURE Teil der großartigen Atmosphäre werden, die beim Playoff-Auftakt herrscht.Das BIG PICTURE im Zeichen des Berliner Volleyball-Nachwuchses wird um ca. 19:15 Uhr durchgeführt.

Christof Bernier