Ein Festival nur für den Fußball im Film. Bereits zum 21. Mal begann am Donnerstag vergangener Woche (19.03 – 22.03.2026) das 11mm Fußball-Filmfestival. Im Kino Colosseum lief der Eröffnungsfilm „Ein Sommer in Italien – WM 1990“. Ein Beginn vor ausverkauftem Haus, mit einem Film, der allerdings bereits in den Programmkinos angelaufen war. Festivalleiter Birger Schmidt, fand es schade, dass zwei Weltmeister aus Berlin, Thomas Häßler und Pierre Littbarski nicht dabei sein konnten: „Littbarski hatte einen anderen wichtigen Termin, Häßler war erkrankt.“

Viel Spaß brachte dem Publikum dann als vollwertiger Ersatz der „Tiger“ Hermann Gerland, jahrelang Trainer und Co-Trainer auch bei Bayern München. Ebenso den Älteren noch als knorriger Abwehrspieler beim VFL Bochum bekannt. Der Entdecker und Förderer von späteren Nationalspielern wie Thomas Müller und Mats Hummels stellte sich sowohl am Donnerstag als auch am Freitag den Fragen seiner Interviewpartner. Einiges hatte er schon oft ähnlich woanders erzählt. Ein emotionaler Höhepunkt des Festivals mit Anekdoten – auch aus dem Privatleben – des „Tigers“, der nach Meinung seiner Frau zu Hause ein braver Kater sein soll, war die Dokumentation mit dem Special Guest Gerland wohl für alle Besucher. Sub-Titel: Der Letzte Seiner Art. Einer der Regisseure: Jonas Hummels, Bruder des bekannteren Fußballers.
Bekannt in Berlin ist bei Hertha-Anhängern immer noch Karl-Heinz („Ellis“) Granitza. Der stellte am Sonntagnachmittag sein mit dem Journalisten Stefan Hermanns geschriebenes Buch „King Karl“ vor. Seinen Erfolg in den USA als Profifußballer, aber auch seine zweimalige Insolvenz hat er dabei nicht verschwiegen. Man hätte die beiden Ex-Bundesliga-Spieler gern im Talkshow-Stil sich verbale Bälle zuspielen gesehen und gehört. Gerland war am Sonntag leider nicht mehr dabei.

Ein mit wenig finanziellen Mitteln selbstproduzierter Film von Paul Gredig über die Dorfmannschaft vom SV Todesfelde aus Schleswig-Holstein machte trotz etwas Wiederholung bei der Vorstellung der Protagonisten, richtig Spaß. Für die Vorstellung am Samstag, 21.03.2026, hatten sogar die Todesfelder-Vorstandsmitglieder das Spiel ihrer Mannschaft am selben Tag in der Oberliga gern verpasst, waren nach Berlin gefahren.
Am Montag läuft die traditionelle Abschiedspartie mit den 11mm-Shortkicks. Hier werden auch die Gewinner mit dem Jury-Preis, dem des Publikums und eben dem Kurzfilmpreis (nach der Wahl durch Jury und Publikum) ausgezeichnet. Bis dahin werden die Zuschauer Gelegenheit gehabt haben, bis zu 40 Filme zu bewerten. Etwa 1500 Schüler und Schülerinnen werden beim Schulklassen Screening dabei gewesen sein. Das Ganze hat – bei gleichbleibenden, aber noch zu wenigen Sponsoren – schon längst einen Umfang erreicht, der in der Bewältigung erstaunlich anmutet.
Frank Toebs

Fotos: © Frank Toebs
