Es ist genau 20 Jahre her, der 1. FC Kaiserslautern hatte den Betriebsunfall, Abstieg aus der 1. Bundesliga als Gründungsmitglied, wieder repariert. Mit 68 Punkten schafften sie als Zweitligameister die sofortige Rückkehr in das Oberhaus. Es kam noch besser, ein Jahr später holten sie mit Trainer Otto Rehagel die deutsche Meisterschaft. Die Gegenwart sieht düster aus. Am 8. Spieltag der laufenden Zweitligasaison kamen sie als Tabellenletzter in die Wuhlheide und wurden vom 1. FC Union förmlich zerlegt. Selten hatte dort ein Gast mit dieser Unterlegenheit gespielt. Nach 11. Minuten lagen die Lauterer bereits mit 0 : 2 hinten. Die auf 6 Positionen neu formierte Elf des 1. FC Union spielte die Roten Teufel an die Wand. Sebastian Polter bot mit 3 erzielten Toren eine Galavorstellung und es nahm ihm keiner übel, dass er so nebenbei einen Strafstoß vergeigte. Er war selbst gefoult worden, vielleicht lag es daran? Eine nebensächliche Episode im Spiel, Union war obenauf und Kaiserslautern erschreckend schwach, so schwach, dass man sich ernsthaft Sorgen um den 4fachen Deutschen Meister machen muss.
Bei den Eisernen stimmte alles. Zur Pause hatten sie einen beruhigenden 4 : 0 Vorsprung erzielt. Das Stadion war am Montagabend im Heimbereich ausverkauft, sogar der Gästeblock war gut gefüllt. Nach dem Schlußpfiff konnte die Stimmungslage unterschiedlicher nicht sein. Die Eisernen feierten, während die Lauterer sich nicht einmal bei ihren treuen Anhang für Unterstützung bedanken wollten. Die Enttäuschung saß tief. Seit Gründung der Bundesliga waren die Lauterer wenigstens immer ein Zweitligist. In der Verfassung von gestern könnte es weiter abwärts gehen. Der 1. Union hat den Anschluss an die obere Tabellenhälfte wieder hergestellt und dürfte eine Menge Selbstvertrauen bekommen haben. Trotz des 5 : 0 Erfoges, es gibt dafür nur die üblichen 3 Punkte. Die Saison ist noch lang und nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Der nächste Gegner heißt FC Erzgebirge Aue und im Tal der Lößnitz dürften die Trauben wieder höher hängen. Etwas Zählbares wollen sie von dort mitbringen.
Hans-Peter Becker
