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Fußball

Herthas Rettung

Mann-o -mann, war Herthas Sieg wichtig! Nach dem Schlusspfiff mit der quälend langen Nachspielzeit hatte sich die „Alte Dame“ zwei Matchbälle für direkten Klassenerhalt erspielt. Die Nerven lagen blank, der Schiedsrichter zeigte dem erbosten Dardai Senior die gelbe Karte. Mit seinem spitzbübischen Lächeln kommentierte der Hertha-Trainer anschließend: „Wir haben uns die Meinung gesagt, alles ist gut.“

Das 2:1 erzielte der gebürtige Berliner Jessic Ngankam in der 74. Minute – eingewechselt kurz zuvor. Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt er für Hertha. Neun Spiele in Folge stand Ngankam nicht im Kader. Dramatisch der Spielverlauf in der Veltins-Arena auf Schalke. Bloß nicht das erste Tor kassieren, sondern selbst die Führung erzielen, war die Devise. Trotz neun, nicht zur Verfügung stehenden Spieler wurde nicht gejammert. Geschwächt schien vor allem die Offensive. Dem Spiel war deutlich anzumerken, es fehlten der Hertha Angriffsspieler.

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

Schalke ging  früh, das 1:0 fiel nach sieben Minuten, durch Harrit in Führung und hatte weitere Chancen. Boyata beruhigte die Nerven, sein Kopfball, nach Flanke Plattenhardt, saß. Mit dem 1:1 wurden auch die Seiten gewechselt. Dilrosun ließ eine Möglichkeit in der 44. Minute liegen. Hertha wurde im zweiten Durchgang besser, Radonjic ans Außennetz, Piateks Kopfball parierte Fährmann und Boyata traf den Pfosten. Schließlich wuchtete Ngankam per Linksschuss aus 20 Meter ins Gehäuse. Ein weiteres wichtiges Tor von ihm in dieser Saison, er traf in München zum zwischenzeitlichen Ausgleich, da reichte es nicht ganz für einen Punkt. Diesmal war es der siegbringende Treffer.

Ab der 83. Minute mussten die Gäste aus Berlin in Unterzahl weiter spielen. Der eingewechselte Lukebakio, sah zum zweiten Mal Gelb. Eine nur als dämlich zu bezeichnende Aktion ließ dem Schiedsrichter keine andere Wahl.

Der Fußballgott stand in diesem Match auf Herthas Seite. Mustafi traf nach einem Standard zunächst per Kopf den linken Pfosten und beim Nachschuss scheiterte Raman am Aluminium. Es lief bereits die dritte Minute der Nachspielzeit. Der Fußballgott stand in diesem Match auf Herthas Seite.

Nach der Quarantäne holte Hertha sieben Punkte aus drei Spielen. 1:1 in Mainz, dem folgte ein 3:0 gegen Freiburg und der Sieg auf Schalke. Ein Unentschieden im letzten Heimspiel gegen die zuletzt mit 1:4 gegen den SC Freiburg untergegangenen Kölner, dann kann auch Hertha, aktuell 34 Punkte rein rechnerisch nicht mehr direkt absteigen und mit einem Sieg wäre auch die Relegation at acta gelegt. Der FC mit Friedhelm Funkel wird nicht mit allzu großem Selbstvertrauen nach Berlin kommen und steht mit dem Rücken zur Wand.

Da lohnt es sich, bis zum Umfallen zu kämpfen, der rettende Hafen ist in Sicht. Der Berliner Junge Jessic Ngankam muss infolge der Stürmerflaute von Anfang an spielen. Krzysztof Piatek zog sich auf Schalke einen Bruch des Sprunggelenks zu, Lukebakio gesperrt, Cunha und Cordoba, die beiden Top-Torschützen, sind weiter verletzt. Mittelstädt und Darida sind ebenfalls angeschlagen. Es wird Abstiegskampf pur werden im Berliner Olympiastadion. Mal sehen, ob sie bereits den ersten Matchball nutzen können?

Christian Zschiedrich

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