Trotz des Sieges immerhin im siebenten Zweitligaspiel zu Hause gegen die SpVgg Greuther Fürth kommt erstaunlicherweise im eigenen Lager sicherlich gutgemeinte Selbstkritik bei der Hertha in Berlin auf. Die Gangart erinnerte an die in den Heimspielen der letzten Saison vergeigten Spiele und hatte wenig mit der Körpersprache in den vorangegangenen sechs Saisonauftaktspielen zu tun. Der Tabellenfünfzehnte hätte zumindest einen Punkt aus dem Berliner Olympiastadion mitnehmen können. Sie hatten Pech, das Führungstor wurde wegen minimaler Abseitsstellung nicht anerkannt. Erst Jubel und dann der Tiefschlag, nur zwei Minuten später lagen sie mit 0:1 hinten. In der Phase, wo sie alles nach vorn warfen, liefen sie in einen Konter und standen mit leeren Händen da. Der Anschlusstreffer fiel erst viel zu spät in der 90. Minute
Hertha Trainer Leitl: „Das war nicht die Mannschaft, die ich kenne.“ Unter anderem kritisierte er die Zweikampfführung und die Einstellung, mit der sein Team von Beginn an aufgelaufen war. Das Einzige was stimmte, war das Resultat.
Das sind Worte, vorausdenkend an den 8. Spieltag, am Freitag, 16.10., 18.30 Uhr in Kiel beim Tabellenletzten im Holstein-Stadion. Den Kielern steht das Wasser bis zum Hals. Sie warten als einzige Mannschaft der Liga auf den ersten Saisonsieg. Im Nordderby unterlagen sie zuletzt trotz guter Leistung 0:1 in Braunschweig. Dementsprechend werden jetzt mit Einsatz und hervorragendem Kampfeswillen gegen den Tabellenführer zu Werke gehen.
Bei aller Selbstkritik der Herthaner, äußerst positiv ist doch zu verzeichnen, Hertha siegte auch im siebenten Spiel vor 58.000 Zuschauern gegen die SpVgg Greuther Fürth 2:1. Mit 21 Punkten wurde der Vorsprung an der Spitze damit auf vier Punkte vor dem 1. FC Nürnberg (17 Punkte) ausgebaut. Das ist anerkennenswert. Macht voller Leidenschaft weiter so!
Christian Zschiedrich

