Fehlerhaftes Spiel – verdiente Niederlage

Füchse verlieren 36:37 gegen Lemgo

Vier-Tore-Rückstand aufgeholt – vier Tore-Führung verspielt. Zwischen diesen beiden Polen bewegte sich der Füchse-Auftritt vor 8.525 in der Max-Schmeling-Halle. Den Rückstand kassierten die Gastgeber gleich in der Anfangsphase. Die Gäste aus dem Lipperland hatten eine bewegliche Abwehr organisiert, die den Angreifern bereits vor der neun-Meter-Linie energisch auf die Pelle rückte. Die Maßnahme schmeckte den Füchsen zunächst gar nicht – das 3:7/7. war eine fast logische Folge, auch weil Lemgo die Angriffe konsequent zu Ende spielte. Mit dem 8:8/13. begann sich das Blatt schrittweise zu wenden. Dank der Treffer von Mathias Gidsel und sicher verwandelter Siebenmeter von Tim Freihöfer. Das gewohnte Tempo und die erforderliche Präzision bekamen die Hausherren jedoch nicht in ihr Spiel. Mehrfach wurde die Chance einer drei-Tore-Führung nicht genutzt. Die Partie war bereits zu diesem frühen Zeitpunkt von Hektik und Unterbrechungen geprägt. Die unterschiedlichen Bewertungen nahezu identischer Spielsituation durch die Schiedsrichter erregte die Gemüter. Wegen zu häufiger Proteste kassierten beide Trainer Verwarnungen. Mit einem 19:17 konnten die Füchse in die Pause gehen.

Zufrieden war Trainer Nicolej Krickau jedoch nicht. „Wir kommen nicht gut ins Spiel und agieren zu hektisch. Trotzdem arbeiten wir uns gut zurück.“ Mit dem Anspruch der Partie eine Wende zu geben kamen die Gastgeber zurück auf die Platte. Tatsächlich hatten ihre Aktionen jetzt mehr Zuschnitt, was das Team von Florian Kehrmann zunächst in Schwierigkeiten und den Füchsen den eingangs erwähnten vier-Tore-Vorsprung brachte – 23:19/38 brachte.

Die besseren Aktionen im Angriff wurden jedoch nicht durch adäquate Leistungen in der Deckung ergänzt. Besonders die starken Rückraum-Shooter erwiesen sich jetzt als Lemgos stärkste Waffe. Dazu hatten beide Füchse-Torhüter nicht ihren besten Tag erwischt – nur 12 % Quote gehaltener Bälle. Das 25:25/45 erwies sich als Kipppunkt des Spiels. Fortan mussten die Berliner einem Rückstand hinterherlaufen.

In der dramatischen Endphase des Spiels geriet der Technische-Delegierte zur mitentscheidenden Figur. Er veranlasste wegen erneuter Proteste von Trainer Krickau eine zwei-Minuten-Strafe gegen den Berliner Coach. Nach meiner Meinung eine strittige Entscheidung. In der DHB-Spielordnung heißt es im Paragraph 80/3. …..er darf in Rechte und Pflichten von Schiedsrichter, Zeitnehmer und Sekretär nicht eingreifen. Was in der Praxis der Bundesliga aber immer häufiger geschieht. Andererseits muss man von einem verwarnten Trainer auch eine stärkere Selbstkontrolle erwarten. Eine weitere (berechtige) Strafe gegen Mijajlo Marsenic (Meckern) schwächte die Hausherren zusätzlich. So stand am Ende die 36:37-Niederlage gegen den TBV Lemgo, die von Nicolej Krickau als berechtigt anerkannt wurde. „Lemgo hat sich mit viel Geduld, Freiheit und Qualität in seinem Spiel präsentiert. In der Endphase war unser Niveau im Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter nicht hoch genug, um die Gäste vor den nötigen Herausforderungen zu stellen.“

Die nächste Aufgabe in der Bundesliga ist wohl als noch schwerer anzusehen. Am Sonntag, 18.10.2026 geht es zum Spitzenreiter nach Flensburg. Davor wartete auf das „Reiseunternehmen Füchse“ das CL-Spiel in Porto.

Für die Füchse dabei: Ludwig (3 Paraden), Palicka (3); Darj, Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl, Lichtlein (5), Gidsel (10), Freihöfer (14/8), Pichiri, Langhoff (4), Zaepfel, av Teigum (2), Marsenić (1).

Herbert Schalling

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert