Es bleibt dabei, der FC St. Pauli ist für die Eisernen aus Köpenick ein dankbarer Gegner. Der letzte Sieg der Mannschaft aus dem Hamburger Stadtteil St. Pauli liegt fast 4 Jahre zurück.
Am 30. Spieltag der laufenden Saison nahm die Mannschaft aus dem Berliner Stadtteil Köpenick alle 3 Punkte mit. Das Spiel im ausverkauften Millerntor-Stadion endete 1:0. Der Schütze des einzigen Tores war in der 80. Minute Simon Hedlund. Seit der 56. Minute mussten die Eisernen mit einem Spieler weniger auskommen. Marvin Friedrich sah die Ampelkarte und konnte nur noch die Daumen drücken. Das taten auch alle Spieler des 1. FC Union, die nicht zum Spieltags-Kader gehörten. Sie waren mit dem Zug nach Hamburg gefahren und im Stadion zugegen.
Kurzfristig waren Torwart Jakob Busk und Grischa Prömel ausgefallen. Da muss es beim letzten Geheimtraining hoch her gegangen sein. Das Derby der Kultvereine war emotional und hart umkämpft. Kurioserweise kam der Platzverweis den Eisernen zugute. Die Hamburger konnten mit ihrer numerischen Überlegenheit so gar nichts anfangen. Sie hatten mehr Spielanteile, klare Torgelegenheiten resultierten daraus nicht. Das Wetter – es regnete fast das gesamt Spiel über – war wie geschaffen für ein Kampfspiel. Während St. Pauli außer bedingungslosen Einsatz nicht viel zu bieten hatte, waren bei den Eisernen bessere fußballerische Ansätze erkennbar.
Der FC St. Pauli versuchte sich an einer neuen taktischen Ausrichtung und spielte wie der 1. FC Union in der Abwehr mit einer 3er bzw. 5er Kette. Es war nicht das richtige Rezept für dieses Spiel.Während sich die Eisernen von ihren Fans nach dem Spiel feiern ließen, gab es vereinzelt Pfiffe für die Spieler des FC St. Pauli. Während die Eisernen einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt gemacht haben, geht beim FC St. Pauli das Zittern weiter.
Der Sieg in Hamburg war nicht nur wichtig für das nicht sehr üppig gefüllte Punktekonto, es geht auch um die Psyche, wieder das Gefühl zu bekommen, wir können gewinnen.
Unions Cheftrainer André Hofschneider zeigte sich nach der Partie beeindruckt vom Spiel seines Teams auch nach Friedrichs Platzverweis: „Die Mannschaft hat die Situation gut angenommen und bravourös gegen den Ball gearbeitet, kaum Gelegenheiten zugelassen. Vorn sind wir selbst zu einigen eigenen Chancen gekommen, eine davon haben wir genutzt. Ob verdient oder unverdient, das ist erstmal egal. Glückwunsch an die Spieler und an die Fans, die uns in den letzten Wochen auch auswärts so zahlreich unterstützt haben.“ Am kommenden Samstag, 21.04.18 geht im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim.
Hans-Peter Becker
FC St. Pauli:
Himmelmann –Ziereis, Sobiech, Avevor – Park (84. Sahin), Flum, Buballa – Møller Dæhli (79. Neudecker), Buchtmann – Allagui, Schneider (72. Bouhaddouz)
1. FC Union Berlin:
Mesenhöler – Torrejón, Leistner, Friedrich – Trimmel, Kroos, Fürstner (90+3. Redondo), Daube (73. Hartel), Pedersen – Skrzybski, Hedlund (88. Kurzweg)
Schiedsrichter: Daniel Schlager (SR), Tobias Fritsch, Jonas Weickenmeier, Viatcheslav Paltchikov (4. Offizieller)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Hedlund (80.)
