Krisentreffen am Millerntor

Wieder heißt es Krisentreffen ! Der 1. FC Union trifft am kommenden Samstag, 14. April auswärts auf den FC St. Pauli. Der Tabellenplatz 15 empfängt den Tabellenplatz 10 mit fast identischen Saisonparametern, nach 29 Spielen haben beide 37 Punkte, erreicht mit 9 Siegen und 10 Unentschieden. Ein Sieg wäre in der Situation das Beste. Die Eisernen waren bisher alles andere als auswärtsstark, lediglich 3 von 14 Spielen in der Fremde wurden siegreich gestaltet. Der FC St. Pauli ist zusammen mit Schlusslicht Kaiserslautern die heim-schwächste Mannschaft, nur ganz 3 Siege gelangen im heimischen Millerntor, dazu kamen 8 Remis.

Es ließen sich viele weitere Gemeinsamkeiten aufzählen. Die Trainerwechsel schlugen negativ ein. Während der Saison kam Verletzungspech hinzu. Das Hinspiel gewannen die Eisernen glücklich in der Nachspielzeit. Der eingewechselte Aziz Bouhaddouz soll Toni Leistner gefoult haben. Christopher Trimmel schlägt den Freistoß als Flanke in den Strafraum, Polter stand dort sträflich frei und konnte den Ball per Kopf im Tor versenken. Was für ein Ende dieses Spiels. „Wer so ein Spiel gewinnt, der kann auch aufsteigen.“ Damals stimmte dieser Satz – vielleicht.

Was soll man noch erzählen über die aktuelle Situation bei den Eisernen ? Dringend müssen ein paar Punkte her, mindestens 4, um ganz sicher zu gehen. Egal, wer spielen kann oder nicht, die Spiele werden immer weniger und somit die Chance, Niederlagen auszubügeln. Das schöne, neue Stadion Millerntor, direkt im Stadtteil St. Pauli gelegen, wird ausverkauft sein. Fast 3.000 Unioner werden anreisen und mit für eine hitzige Stimmung sorgen. Es gab Zeiten, da waren beide Fan-Lager Brüder im Geiste, das Verhältnis hat aktuell etwas abgekühlt.

Bis auf eine Einheit trainierten die Eisernen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, verbunden mit der Hoffnung, die Fokussierung auf die bevorstehende Aufgabe zu unterstützen. Die obligate Pressekonferenz vor dem Spieltag, fiel nicht sehr lang aus. Aus dem Lager der Verletzten könnte Akaki Gogia wieder eine Option werden. Es ist davon auszugehen, dass die Startelf identisch mit der sein könnte, die zuletzt gegen Duisburg gespielt hat. Am zuletzt praktizierten 3-5-2 System wird Andre Hofschneider nichts ändern. Die von Markus Kauczinski trainierten St. Paulianer dürften versuchen, mir einem 4-2-3-1 dagegenzuhalten. Es ist das insgesamt 18 Aufeinandertreffen zwischen den Eisernen und den Freibeutern. Die Bilanz spricht, mit bisher 8 Siegen und 4 Unentschieden, für die Mannschaft aus Berlin-Köpenick. Der letzte Auswärtssieg liegt nur reichlich ein Jahr zurück und datiert vom 10.03.2017. Seit der Saison 2015/16 wurde zudem gegen St. Pauli nicht mehr verloren. Sicher wird Andre Hofschneider seine Spieler genau daran erinnert haben. Das Fußballspielen können sie nicht verlernt haben. So ist, speziell in dieser Phase der Saison, ist vieles Kopfsache, eine Frage der Nerven.

Gleich neben dem Millerntor-Stadion ist das Heiligengeistfeld, bis zum 24. April ist dort der Frühlingsdom. Sollte das Ergebnis nicht passen, egal auf welcher Seite, sind wenigstens genug Bierstände geöffnet.

Hans-Peter Becker

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