Ein Schweitzer wird es

Die Katze ist aus dem Sack. Der 1. FC Union stellte am Freitag, 01.06. den neuen Chef-Trainer vor. Das Boulevard-Blatt BZ lag mit seiner Spekulation richtig. Der Schweizer Urs Fischer wurde im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt, einen Tag vorher wurde eine entsprechende Einladung verschickt. Dann ratterte es bei den hauptamtlichen Informationsbeschaffern. Nach Jens Keller kommt nun ein weiterer Trainer, der sogar Erfahrungen aus der Champions-League mitbringt. In der Schweiz trainierte er zuletzt den FC Basel, mit dem er 2016 und 2017 die Meisterschaft holte und im vergangenen Jahr zusätzlich den Pokal. Nun tritt er seinen ersten Job außerhalb der Schweiz an.

Beim 1. FC Union soll er die Mannschaft mittelfristig unter die besten 20 Mannschaften in Deutschland führen. Ein Gelingen dieses Vorhabens bereits im nächsten Jahr ist unwahrscheinlich bis schlicht unmöglich, angesichts der beiden Schwergewichte 1. FC Köln und HSV und der dem Leistungsgefälle zwischen 1. und 2. Bundesliga. Der Relegationsplatz 3 der 2. Liga wird zum Prinzip der unerfüllten Hoffnung, das Scheitern des Emporkömmlings vorprogrammiert. Lediglich Nürnberg und Düsseldorf ist es seit Einführung der Relegation gelungen, den Abstieg des Erstligisten zu besiegeln. Selbst der desolate VfL Wolfsburg war zuletzt für Holstein Kiel eine Nummer zu groß.

Der 1. FC Union hat mit Dennis Daube, Stephan Fürstner, Daniel Mesenhöler die Verträge nicht verlängert. Toni Leistner ist weg, dazu kommt Steven Skrzybski (wir berichteten) und der Verbleib von Kristian Pedersen ist wohl mehr als fraglich. Die Union-Mannschaft die Urs Fischer in der kommenden Saison betreuen wird, bekommt ein neues Gesicht. Die Kaderplanung wird jetzt, wo der Trainer feststeht, weiter vorangetrieben. Bei seiner letzten und erfolgreichsten Trainerstation in Basel hatte er den stärksten Kader der obersten Liga in der Schweiz zur Verfügung. Die Meisterschaften wurden mit einem beachtlichen Vorsprung an Punkten geholt. Egal, wer noch verpflichtet wird, die Voraussetzungen beim 1. FC Union werden ganz andere sein. Sehr ambitioniert klang es, „ein Wörtchen beim Aufstieg mitreden zu wollen“. Es kann höchstens ein Wörtchen sein.

Für den Schweitzer Urs Fischer ist es das erste Engagement als Trainer ausserhalb der gewohnten Gefilde. Als Spieler war der in Zürich geborene Fischer als Profi für den FC Zürich und den FC St. Gallen tätig. Der Abwehrspieler kam auch zu 4 Einsätzen in der A-Nationalmannschaft. Dort wo er mit dem Fußballspielen begann, sammelte er auch die ersten Erfahrungen als Trainer, im Nachwuchs des FC Zürich. Seine Profi-Karriere beendete er 2003.

Die Aufgabe heißt 1. FC Union Berlin. Der Vertrag läuft bis zum 30.06.2020 und ist gültig für die erste und zweite Bundesliga. „Die Anfrage von Union hat mich gleichermaßen überrascht wie gefreut. Schweizer Trainer haben im deutschen Fußball bereits einige Spuren hinterlassen und ich werde alles dafür tun, um diesen eine weitere Erfolgsspur hinzuzufügen. Die Bedingungen bei Union sind hervorragend, der Verein ist ambitioniert und wir haben zur neuen Saison einigen Gestaltungsspielraum. Diesen gilt es klug zu nutzen, um im Sommer eine starke und dominante Mannschaft an den Start zu bringen“, kommentiert Urs Fischer sein Engagement bei Union.
Hans-Peter Becker

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