Kommentar von Christian Zschiedrich zur Lage bei TeBe

Richtet sich der Traditionsclub selbst zugrunde (?), dass muss nach den aktuellen Vorgängen und dem Machtkampf in der Führung gefragt werden. Jens Redlich rettete den Club mit seinem Geld vor der nächsten Insolvenz. Mag er als Vorsitzender nun noch so viele Fehler gemacht haben, vor seiner Entmachtung zu Urlaubszeiten müssen sich die mitunter zu Recht aufgebrachten Fans schon gefallen lassen, ist das dem Verein hilfreich? Am besten erklär ich das am Beispiel und mit dem Wissen über einen anderen Berliner Club, dessen Präsident, nennen wir es menschliche Defizite, auch abgewählt werden sollte, was nur deshalb nicht geschah, weil alternativ kein ausreichender Ersatz Gewehr bei Fuß stand. Die Mitglieder waren in Mehrheit davon überzeugt, wenn eine Person in die Wüste geschickt wird, muss man einen Nachfolger mit wirtschaftlichen Qualitäten in petto haben, sonst geht der Schuss nach hinten los und schadet letztendlich dem Club. Es muss ja weitergehen! Jeder weiß, Geld regiert die Welt und das leider oft bei aller Unmenschlichkeit.

Die Borussen scheinen echt gespalten zu sein – in eine Gruppe für und in eine gegen Jens Redlich. Wir berichteten unter „Oberligist TeBe – Meuterei in der Waldschulallee“ am 1. August. Inzwischen ist Günter Brombosch der alternative Mann für Jens Redlich und die Meuternden meinen, das sei ein guter Schachzug. Brombosch wurde sogar als der Mann an der Spitze ins amtliche Vereinsregister eingetragen. Das mutete wie eine Nacht- und Nebelaktion an., wurde aber von langer Hand vorbereitet. Heute wissen wir, dass am 11. September vor Gericht dreckige Wäsche gewaschen werden wird. Jens Redlich will sein Amt zurück und scheint Unterstützer gefunden zu haben.

Ich kenne Günter Brombosch als Trainer des SC Siemensstadt. Er hatte zu Zeiten der Ramelows Erfolge. Aus dieser Zeit kann er aber kein Vermögen angehäuft haben. Finanzen werden in der Führung von TeBe doch unbedingt gebraucht. So fragt sich, geht der Schuss etwa nach hinten los? Wer Brombosch auf den Chefsessel hievte, aus dem Lager sind nicht etwa Geldgeber bekannt. Wie hoch gefährdet sich TeBe trotz sportlichen Erfolges selbst?

Bei Tasmania wurde wie berichtet gewonnen. Gegen Strausberg wurde vor 728 Fans 5:0 gewonnen. Doch was nach Spielschluss geschah. Es liegt ein Video von BERLINKICK.online mit den unglaublichen jetzt zitierten Aussagen und der Überschrift vor: „Redlich wird von TeBe abgeführt“! Das Heimspiel endet im Chaos, Gästespieler werden nach dem Spiel des Feldes verwiesen, Hauptsponsor Redlich wird wie ein Verbrecher behandelt, langjähriger Betreuer erhält unangekündigt Stadionverbot, Pressesprecher lässt Gästetrainer zehn Minuten warten, Verein lässt in der PK nur Fragen zum Spiel zu.

In Unkenntnis vieler Details, mir wäre lieber gewesen, Jens Redlich offiziell und einlenkend erklären zu lassen, aus der Vergangenheit gelernt zu haben, wieder für ein Miteinander im Verein zu sorgen, das aufgebrachte Fan-Lager für den Bestand des Vereins mit allen Anliegen anzuhören und zu versöhnen. So hätten die „Verfeindeten“ Größe gezeigt. Anstatt Gegner von Jens Redlich zu sein, könnte beispielsweise der wortgewandte Kühnert (SPD) doch weitblickend auch der Vermittler und Schlichter sein.

Christian Zschiedrich   

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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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