Er ist ein Spieler und Mensch besonderer Güte. Ich zähle zu denen, die den 1.FC Union voller Überzeugung für den Coup beglückwünschen. Und lieber Hans-Peter Becker, über deinen großartigen Bericht „Max Kruse wird ein Eiserner“ vom heutigen Tag habe ich mich sehr gefreut. Hatte schon befürchtet, du würdest eventuell zu denen zählen, die Vorsichtsmaßnahmen anmahnen und seine Party-Escapaden, weswegen er nach 14 Einsätzen in der Nationalelf von Jogi Löw aus dem Kader flog, allesamt aufzählen und deshalb Anpassungen konzeptioneller Art wie viele Journalisten kritisch hinterfragen. Kompliment, dein Bericht trifft das Wesentliche wie so oft fachlich, sachlich und sehr informativ!
Vieles, neben dem Sportlichen, spricht für Max Kruse. Nicht nur, dass er ablösefrei zu haben war, sondern dass er trotz wirtschaftlich höher dotierter Angebote, bei seinen Qualitäten, sich für die Köpenicker entschieden hat. In Bremen war er zunächst von 2006 – 2009 und dann von 2016 bis 2019 der Topspieler. Ohne ihn ging’s bekanntlich gegen den Abstieg. Kruse ist mit seinen jetzt 32 Jahren älter und erfahrener geworden und ist immer noch im leistungsfähigsten Alter. Die größere Erfahrung schlägt sich auch in seinen Entscheidungen nieder. Ich zweifle nicht mal, ob er ins Konzept der Eisernen passt.
Für Fenerbahce Istanbul ist seine Bilanz in der Türkei: 20 Spiele, sieben Treffer, sieben Torvorlagen. Kruse kündigte seinen Vertrag – verständlich wegen Gehaltsrückständen seit Februar. Kruse weiß wo das Tor steht und kann Spiele allein entscheiden. In seinen bisher 250 Bundesliga-Spielen kommt er auf 74 Tore und 68 Torvorbereitungen. Unions Anhänger dürfen sich auf ein wohl bessertes Offensivspiel freuen. Die Einkaufspolitik ist lobenswert. Das Gehaltgefüge scheint gewahrt zu bleiben.
Christian Zschiedrich
