Tennis Borussia Berlin mit leisen Tönen

Es gibt vor Saisonbeginn als Regionalliga-Aufsteiger keinen Anlass, etwa große Töne wie zu „Göttinger Zeiten“ zu schwingen. Einhergehend mit dem sportlichen Erfolg gab es die internen Streitigkeiten mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und Geldgeber Jens Redlich und einer Gruppe um Franziska Hoffmann und Christian Gäbler. Günter Brombosch wurde im Juli 2019 als Vorsitzender zusammen mit Vorstandsmitglied Steffen Friede „eingesetzt“ und es folgten ein Jahr lang zermürbende gerichtliche Auseinandersetzungen. Jens Redlich und Jörg Zimmermann verloren. Das Urteil: Der neue Vorstand um Günter Brombosch wurde nun gerichtlich bestätigt. Es heißt: Der den Club erschütternde und schädigende Machtkampf sei beendet. Doch was hat er gebracht? Für den Verein nichts Gutes. Im Grunde kann es bei solchen öffentlichen Krawallen nur Verlierer geben.

Fest steht, die Kaderplanung und der Start des neuen Trainers Markus Zschiesche wird wirtschaftlich infolge des kleineren Etats als zuletzt in der Oberliga erschwert. Den Spielern muss reiner Wein eingeschenkt werden. Das sind in der Tat keine optimalen Bedingungen für das Ziel Klassenerhalt. In Zeiten von Corona war es stiller um TeBe geworden. Einkehrende und anhaltende Ruhe sei den Lilaweißen in Charlottenburg gewünscht. Vielen anderen Clubs sind Sponsorenverträge oder finanzielle Zusagen weggebrochen. Die Existenzkämpfe sind offensichtlich. Da scheint es sogar ein Wunder zu sein, dass bei den traditionsreichen Borussen davon gesprochen werden kann, mit einem Bauunternehmen einen neuen Hauptsponsor gewonnen zu haben. Die Regionalliga verlangt auch ökonomisch einen hohen Einsatz.

Wer den Club im Mommsenstadion bisher und immer wieder über Wasser gehalten hat, ist Insidern nicht verborgen geblieben. Mitunter schien ja der Sargdeckel schon zuzugehen. In solchen Momenten nützt vielleicht dieser Appell: Jens Redlich hat ja zweifelsfrei nicht nur den Retter gespielt, sondern trotz Fehler auch Gutes getan. Dass nunmehr bei einem eventuellen Misserfolg in der Regionalliga mit drohendem Abstieg und erneuten Zerreißproben Lichter ausgehen werden, wird garantiert nicht im Sinne von Jens Redlich sein. Jeder Tennisborusse kann nach zurückliegenden Erfahrungen doch nur weitblickend am Verein und nicht an personellen Vorstandsproblemen interessiert sein!

Unterstützt doch jetzt Günter Brombosch. Der hat vom Fußball Ahnung und ist arbeitswillig. Jens Redlich gebe ich hiermit auf den Weg, Windhorst lässt bei Hertha als Geldgeber im großen Stil auch andere arbeiten. Wer also auch als Sponsor bei TeBe in Erscheinung tritt oder treten mag, der denke über den Vergleich mit guten und wünschenswerten Taten einmal nach. Der Berliner Fußball braucht einen guten Unterbau und nicht ein weiteres Sterben von Traditionsvereinen.

Christian Zschiedrich

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert