Am 21. Spieltag gab es keine Niederlage für den Berliner Profifußball. Der 1. FC Union, genauer seine Anhänger, zelebrierten den 60. Geburtstag beim Heimspiel gegen die Frankfurter Eintracht mit einer gewaltigen Choreo. Das Spiel musste für sieben Minuten unterbrochen werden, weil der Nebel der bengalischen Feuer über das Spielfeld zog. Da dürfte wieder die nächste Geldstrafe fällig werden, Clubjubiläum hin oder her. Wie kommt das Zeug nur ins Stadion?
Das Spiel am Freitagabend, 6. Februar 2026, war, wie inzwischen gewohnt bei Auftritten der Eisernen, das Gegenteil von Fußballfeinkost. Das Ergebnis von 1:1 entsprach dem Spielverlauf. Fast wäre es eine Niederlage geworden. Ein schwach von Leopold Querfeld getretener Foulelfmeter fand schließlich doch den Weg über die Linie. Weitere Kommentare zu diesem Spiel erübrigen sich. Was wollt Ihr, sprach Coach Steffen Baumgart nach dem Spiel, „heute haben wir einen Punkt mehr als gestern“. Gesammelt wurden bisher 25 Punkte nach 21 Spielen, jenseits von Gut und Böse und 6 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, doll ist es nicht. Seit sechs Spieltagen gelang kein Dreier mehr. Vielleicht wird es ja was am kommenden Spieltag beim Hamburger Sportverein. Vorsicht, wenn der HSV in dieser Saison Siege geholt hat, dann im heimischen Stadion.
Einen Tag später war Hertha in Elversberg dran. Die Reise in das Saarland hat sich mal so richtig gelohnt. Die Autobahn-Entfernung zwischen Berlin und Elversberg beträgt 707 Kilometer und der gut gefüllte Gästeblock bewies, dass diese Entfernung kein Hindernis für den treuen Fan bedeutet. Um so besser, wenn nach Abpfiff ein 3:0 Sieg auf der Ergebnistafel steht. Im Gegensatz zum Spiel am Freitag, war das Resultat nach dem Verlauf der Begegnung nicht unbedingt zu erwarten. Die als Tabellenzweiter angetretenen Elversberger bestimmten in Halbzeit Eins das Spiel, aus Berliner Sicht machte sich das Gefühl breit, das könnte schiefgehen. Ein Eckball, getreten von Paul Seguin, findet den Kopf von Pascal Klemens und Hertha kann eine knappe Führung mit in die Pause nehmen.
In der zweiten Hälfte bemühten sich die Saarländer weiter vergeblich um Tore. Hertha kommt etwas besser ins Spiel und schlägt zweimal gnadenlos zu. Erst ist es Fabian Reese mit einer guten Vorbereitung für den eingewechselten Luca Schuler und dann machte Toni Leistner nach einer Freistoßflanke von Seguin den Deckel drauf. Sein wuchtiger Schuss schlug unter der Torlatte ein. Das nach dem Spiel die Elversberger die Fußballwelt nicht mehr verstanden ist verständlich. Ein Blick in die Statistik, Hertha hatte sechs Torschüsse, davon waren drei im Ziel und die Gastgeber hatten 20, am Ende stand bei ihnen die Null.
Ein klein bisschen mehr meldet sich Hertha jetzt wieder im Aufstiegsrennen an. Dieser Sieg hat zudem das Selbstvertrauen weiter gestärkt. Unter der Woche kommt der SC Freiburg ins Olympiastadion. Es geht um den Halbfinaleinzug im DFB-Pokal.
Hans-Peter Becker
