Fußball und Politik gibt es da Gemeinsamkeiten? Zumindest sind die Regeln im Sport eindeutiger und sicher wünscht sich so mancher Politiker, er hätte ähnliche Möglichkeiten wie ein Trainer oder Manager. Neben dem Prinzip Hoffnung gilt ebenso das Prinzip Verantwortung.
Die Wahlen in Berlin brachten ein erwartbares und nur ein klein wenig überraschendes Ergebnis. Was das Abschneiden der beiden Berliner Proficlubs betrifft, verhielt es sich ähnlich. Unions Niederlage war alles andere überraschend, während Herthas Ergebnis etwas mehr erwartbar als überraschend eintrat.
Am Freitagabend, 18.09.2026, hätten die Eisernen lieber gleich auf das Oktoberfest gehen sollen. Dass die Bayern in einem extra für dieses Fest gestalteten Trikot aufliefen, war nicht der Grund, dass die Unioner ein Desaster, wie die CDU in Meck-Pom erleiden mussten. In der aktuellen Verfassung ist die Lustrinelli-Truppe nicht konkurrenzfähig. Der Ex-Bayern Spieler Mario Basler brachte es in seiner betont übertriebenen Art auf den Punkt. „Das Spiel wirkte eine Begegnung im DFB-Pokal, wo die Bayern einen Drittligisten empfangen.“ Mehr gibt es zu diesem Spiel nicht zu sagen. Mir fällt höchstens ein, es grenzte an Arbeitsverweigerung. In der jetzt bevorstehenden langen Pause, Union empfängt am 10.10.2026 Aufsteiger Elversberg, muss eine Wende her. Worte reichen nicht mehr, auf dem Platz müssen jetzt Taten folgen.
Fußball kann auch eine willkommene Abwechslung von der Realität und der daraus resultierenden Politik sein. So verbrachte der SPD Spitzenkandidat und bekennender Fußball-Fan Steffen Krach den Nachmittag beim Fußball. An der Hubertusallee sah er ein Spiel der Berlin-Liga, der Berliner SC trennte sich 1:1 von Stern Steglitz. Seine SPD hat an Stimmen verloren und muss ebenso mit einem Unentschieden leben. In mehreren Konstellationen können sie mitregieren.

Freude und nur Freude macht die „Alte Dame“ vom Berliner-Westend. Auch in Dresden reichte es zum Sieg. Hertha-Trainer Stefan Leitl sprach sogar von einer fantastischen zweiten Halbzeit seiner Elf. Es war in der Tat nicht so knapp, wie das Ergebnis von 2:1 aussagt. Mit dem Sieg in Dresden stellt Hertha einen historischen Startrekord für die 2. Liga seit Einführung der Drei-Punkte-Regel. Ein Bravo geht an die Hertha und gute Besserung in Richtung Wuhlheide, sonst ist da Land unter.
Hans-Peter Becker
Foto: © Frank Toebs
