Volleyball 2. Bundesliga Nord Damen
BBSC Berlin – RC Sorpesee 2:3 (16, 20, -10, -24, -6)
Mit doch etwas überraschenden Ergebnissen wartete der BBSC am 1. Saison Wochenende mit dem Doppelspieltag auf. Während am Samstag, 19.09.2026, das Heimspiel gegen Sorpesee mit 2:3 verloren ging, gewannen die Berlinerinnen am Sonntag, 20.09.2026, gegen die Talente des Schweriner SC mit 3:1 (20, -13,17, 23)
Seltsamer kann ein Spielablauf kaum beschrieben werden: Berlin startete hoch konzentriert und führte schnell und deutlich dominant mit 15:5 Punkten. Dann kam Sorpesee langsam in Fahrt und wurde nahezu gleichwertig. Auch im 2. Spielabschnitt war noch die Dominanz der Berlinerinnen deutlich zu spüren. Nach der langen Pause zum 3. Satz mit der Auszeichnungsrunde für verdienstvolle Vereinsmitglieder gab es einen extremen Bruch im Spiel der Gastgeberinnen. Es funktionierte fast nichts, während sich auf Gästeseite die Mannschaft so richtig in einen Flow spielte. Der 4. Satz sah zunächst nicht viel anders aus. Die Gastgeberinnen lagen schon sicher mit 15:21 zurück, ehe ein paar geglückte Aktionen im Zusammenhang mit einer Einwechslung den Selbstvertrauenschalter wieder aktiviert hatten. Beim 24:23 hatte Berlin für manch einen völlig überraschend sogar Matchball, doch dann holten sich die Gäste in einer nervenaufreibenden Ballwechsel-Schlacht die letzten Punkte und konnten den Tiebreak erzwingen. Und jetzt war das Momentum wieder aufseiten der Sauerländerinnen, die über 0:3 und 3:9 der Heimmannschaft ganz klar zeigten, wer die letzten Körner einbringen kann und der Herr des Spiels am Samstag war.
Den Zuschauern wurde ein sehr spannendes Spiel mit vielen langen packenden Ballwechseln geboten. Der BBSC agierte während des Spiels durchgängig mit viel Einsatz und lange Zeit mit guter Raumaufteilung. In der Abwehr sorgte Newcomer Lea Förster auf der Liberoposition für sicheres Spiel und wurde zur MVP des Abends auserwählt. Allerdings war auch Trainer Jens Tietböhl der Bruch ab dem 3. Satz nicht verständlich: „Wir haben völlig unerklärlich nachgelassen, gerade im Angriff zu viele Fehler zugelassen, in Details falsche Entscheidungen getroffen und so das Spiel aus der Hand gegeben. Das war ein verdienter Sieg von Sorpesee, weil wir selbst es zugelassen haben.“
Sorpesee dagegen spürte man die mentale Stärke des Teams an, auch in schwierigen Situationen auf erlerntes Zusammenspiel zurückgreifen zu können. Fast durchgängig spielten die Sauerländerrinnen aus einem Guss, verteidigten mit viel Herzblut und hatten mit Kim Spreyer (MVP) eine besonders kraftvoll und überlegt agierende Akteurin auf dem Feld.
Am Samstag für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Lisa Kaiser, Lea Förster, Paula Reinisch, Romy Birnbaum, Antonia Wegrad, Anna-Lena Vogel, Annalena Grätz, Kira Heide, Lahra Weber, Maja Pahlke, Alina Gottlebe-Fröhlich, Luz Götte, Melani Ligacheva
BBSC Berlin – Schweriner SC II 3:1 (20, -13,17, 23)
Nach dem mentalen Tiefschlag vom Samstag besiegte der BBSC die Talente des Schweriner SC mit 3:1.
Zunächst dominierte Berlin ab Mitte des 1. Satzes die Gäste. Das Spiel im 2. Satz erinnerte er die Zuschauer an den Samstagabend: Beim 11:19 waren schon die Messen gesungen. Hatte der Samstagabend doch mentale Spuren hinterlassen? Überraschenderweise dann doch nicht. Denn im 3. Satz waren es wieder die Gastgeberinnen, die sich aus dem Tief befreiten und den Satzsieg errangen. Auch im 4. Satz präsentierte sich der BBSC stabiler, hatte nun auch Vorteile im Block und die richtigen Antworten auf die Aktionen der Gäste. So war die Freude groß, am Heimspiel-Wochenende 3 Punkte für die Tabelle zu erringen.
Der BBSC konnte sich nach dem Spielverlust vom Samstagabend und dem verlorenen 2. Satz aus dem mentalen Tief befreien. Dabei war der Gegner Schweriner SC II absolut keine Fallobstmannschaft. Die jungen Talente zeigten in vielen Aktionen die hervorragende Schweriner Ausbildung in Technik und Physis und hatten zudem so manches Mal ihre Vorteile aus der Körpergröße der Talente. Berlins Trainer Jens Tietböhl erwartet noch eine deutliche Entwicklung der Gäste in der Saison: „Wir können froh sein, dass wir zu einem so frühen Zeitpunkt in der Saison das Heimspiel gegen Schwerin absolvieren durften. Schwerin hat eine unheimlich talentierte Mannschaft, die sich weiter entwickeln wird und uns sicher bei dem Rückspiel in Schwerin vor eine harte Aufgabe stellen wird.“
Die MVP Medaillen des Nachmittags gingen an Annalena Grätz (BBSC) und Jette Leichert (Schwerin)
Am 3. Spieltag folgt erneut ein Heimspiel, diesmal gegen den SC Potsdam – sicher ein besonderer Vergleich, absolvierten doch einige BBSC-Spielerinnen ihre Volleyballausbildung in der Brandenburger Landeshauptstadt. Auch Potsdams Trainer Björn Matthes kennt die Hämmerlinghalle noch aus seiner Zeit als Erstliga-Trainer für den KSC bestens.
Am Sonntag für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Lisa Kaiser, Lea Förster, Paula Reinisch, Romy Birnbaum, Antonia Wegrad, Annalena Grätz, Kira Heide, Angelina Meyer, Maja Pahlke, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Luz Götte, Melani Ligacheva
Burkhard Kroll
