„Hertha läuft Gefahr den DFB zu kopieren. Das wird einen mächtigen Keil zwischen Verein und Fans treiben. Offensichtlich haben die Entscheidungsträger in ihrem Leben nie in der Kurve gestanden. Sich am US-Profisport zu orientieren funktioniert nicht und „Dickes B“ passt einfach nicht zu Hertha.“ Diese Äußerung eines Hertha-Fans ist Leserbrief der Zeitung „Die Welt“, in dem Artikel geht es um die neue Einlaufhymne bei den Heimspielen. Jahrelang wußten die Fans, wenn Frank Zanders Lied „Nur nach Hause gehn wir nicht“ gespielt wurde, die Spieler kommen, jetzt geht`s los. Diese Tradition wurde mit Beginn der aktuellen Saison geändert. Der Song „Dickes B“ soll es ab sofort sein, das Lied von Frank Zander soll früher gespielt werden, 15 Minuten vor dem Anpfiff. Da ist so mancher Stadionbesucher beim Bier holen. So geschah es zum ersten Heimspiel gegen Nürnberg. Während „Dickes B“ von Seeed über die Lautsprecher lief, die Spieler den Rasen betraten, sang die Ostkurve „nur nach Hause gehn wir nicht“.
Gibt es eine Begründung für diesen Entschluss ? Die Fans jedenfalls fühlen sich übergangenen und Frank Zander findet diese Entscheidung falsch und hofft, dass die Hertha-Fans die Vereinsführung zu einer Korrektur dieser Entscheidung bewegen können. Im Moment sieht es danach nicht aus. Dieser Ärger ist hausgemacht und unnötig. Im Fußball gibt es das Eigentor, es sollte tunlichst vermieden werden. Müssen bei den noch kommenden 16 Heimspiele die Fans ihre geliebte Hymne weiter selbst singen? Gibt es als Kompromiss jetzt vor jedem Heimspiel einen Live-Auftritt von Frank Zander oder denkt die Markenting-Abteilung nochmals nach? Man weiß es nicht, andernorts ist man eher amüsiert, siehste, did is Berlin wa, da kannste dir nur wundern.
Hans-Peter Becker
