Hertha auf in die Rückrunde

Und das per Heimspiel am Samstag, dem 17. Januar 2026, 20.30 Uhr gegen den Tabellenführer der 2. Liga im Olympiastadion und das obendrein gegen Schalke 04 – ausgerechnet Schalke. In der Hinrunde war Hertha nicht unbedingt eine Heimmannschaft, im Gegenteil. Hertha war schlecht gestartet, fing sich zusehends und stünde bei konstanter Spielweise gerade in den Schlussminuten viel besser als aktuell mit 28 Punkten da. Zu oft ließ sich das Team vom 48-jährigen Trainer Stefan Leitl in der Endphase die Butter noch vom Brot nehmen. Das 3:3 in Fürth und genauso das 1:1 mit letzter Aktion der Bielefelder. Die Rote Karte für Abwehrchef Toni Leistner fühlte sich zudem wie „zwei geklaute Punkte“ an, so Sportdirektor Benjamin Weber. Ein enttäuschendes Ende und der fehlende Effekt in der Hinrunde könnte mit Lehren daraus Motivation für die Rückrunde sein. Entsprechend bereiten sich die Berliner in Portugal im Trainingslager vor. Die Messe ist bei weitem noch nicht gelesen.

Um so bedeutungsvoller ist der Rückrundenauftakt gegen die neun Punkte besseren Schalker. Der Rückrundenstart hat es in sich. Fünf der ersten sechs Spiele muss Hertha gegen Mannschaften bestreiten, die in der Tabelle vor dem Hauptstadtclub stehen: Schalke, Elversberg, Darmstadt, Paderborn und Hannover. Hertha muss mit Schwung und mannschaftlicher Geschlossenheit aus der Winterpause kommen. Hertha ist nach eigenem Bekunden heiß und in der Bauchgegend wohl ein bisschen wütend. Schalke spielt bisher eine überragende Saison und will, wie Hertha, zurück in die Bundesliga. Hertha hatte bisher im Schnitt 48.451 Zuschauer im Olympiastadion. Gegen Schalke könnte es einen Rekord geben.

14 Punkte holte Hertha zu Hause. Auswärts ebenfalls deren 14. Hertha muss wieder eine Heimmacht werden. Torhüter Tjark Ernst und Kapitän Fabian Reese im Gleichtakt: „Wir sind eine Einheit geworden!“ Das muss in der Tat so sein, soll der Aufstieg in der Rückrunde erkämpft werden. Ein Sieg bringt weiter nötiges Selbstvertrauen. Nicht nur die Leistungsträger müssen liefern – jeder im Team ist gefragt. Ein Sieg zum Auftakt ins neue Fußballjahr würde den Abstand auf den Tabellenführer Schalke auf sechs Punkte verkürzen und es müssen weitere Siege her. Nicht wieder Himmel hoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt, sondern konstant. Schafft ihr es mit mehr Konstanz in der zweiten Halbserie?

Christian Zschiedrich

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