Meine Meinung – DFB beschämt ganz Fußball-Deutschland

Welche Folgen kann ein Einwurf haben, der ganz offensichtlich der falschen Mannschaft zugesprochen wurde? Wenn er die benachteiligte Mannschaft offensichtlich klar irritiert und zu einem vielleicht entscheidenden Gegentor führt? Genau das war dem SV Elversberg im Spiel bei Borussia Mönchengladbach passiert. Schiedsrichter Martin Petersen reagierte, statt mit einer Entschuldigung, mit dem Verweis des Trainers auf die Tribüne. Trotz meterlanger Fernsehbilder hatte das beim DFB die Sperre zum nächsten Spiel gegen Bayern München des Trainers zur Folge. Der Einspruch gegen die automatische Sperre war vom DFB-Sportgericht wegen fehlender „Anhaltspunkte für einen offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters“ verworfen worden. Der Verein bemüht aktuell die zweite Instanz. Für Freitag, 11.09.2026 ist eine mündliche Verhandlung angegesetzt. Vielleicht besteht ja noch eine Chance, dass der Trainer gegen Bayern nicht auf der Tribüne sitzen muss.
Vincent Wagner könnte schließlich den in seiner Karriere bisher größten sportlichen Erfolg verpassen. Am Abend des Spiels war Wagner Studiogast bei Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein im ZDF. So ängstlich habe ich einen Trainer noch nie zurückhaltend antworten und sprechen hören. Das kann nur darin begründet sein: Er hat zwar noch nie eine Rote Karte in seiner Laufbahn erhalten, weiß aber wie das DFB-Sportgericht mit Strafen reagiert. Und die wollte der Trainer in dem schwebenden Verfahren verhindern.
Ein Trainer ist bereits damit bestraft, dass er bei seinen Spielern durchaus an Achtung verlieren könnte, wenn seine klare Meinung in solchen Situationen nicht hinter dem Team stehend ausgesprochen wird. Genauso erwarten die Spieler eine Stellungnahme des Trainers am Spielfeldrand bei so einem Ereignis. Warum hat der Trainer uns nicht sofort lautstark geholfen? Das ist sein Recht und seine Pflicht. Der VAR darf, auch bei offensichtlichen Fehlentscheidungen, bei Einwürfen nach dem geltenden Regelwerk nicht eingreifen. Dabei war der ins Seitenaus rollende Ball so einwandfrei von einem Gladbacher Akteur gespielt worden. Und das haben alle auf dieser Seite gesehen. Eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters und seines Assistenten an der Linie. Selbst in solchen Fällen wird dem Trainer ein Maulkorb verpasst. Das ist sehr traurig. Dem DFB müssten angesichts eines anerkannten Experten des deutschen Fußballs doch die Ohren klingen. Dank an Lothar Matthäus, dass diese Entscheidung nicht tragbar ist.
Wie viel Ahnung vom Fußball, welch schadenreiche Begründung steckt in den Worten: „Der 40-jährige Trainer hatte das Spielfeld betreten und dafür Gelb bekommen. In der Halbzeitpause habe er dann erneut die Nähe zum Unparteiischen gesucht und dafür die zweite Gelbe Karte gesehen. Schämt Euch! Ein Trainer darf einem Schiedsrichter keine Frage stellen? Dazu ist Wagner nicht einmal gekommen – „Ich habe wirklich nichts gemacht!“ Welch ein Glück, dass diese Begegnung von Elversberg noch gedreht werden konnte. Der Bundesliga-Neuling gewann mit 4:3 Warum wohl? Gestatten Sie mir diese Frage unbeantwortet zu lassen.
Christian Zschiedrich
