Berliner Profifußball im Überblick

Union fand in Leverkusen nicht statt

Was war das denn für ein Auftritt der Eisernen in Leverkusen? Da wurden sie förmlich aus dem Stadion gefegt. Das 0:4 war eher schmeichelhaft, eine noch höhere Niederlage lag im Bereich des möglichen. Normalform erreichte aus dem Kader lediglich Torwart Rönnow, ihm war es hauptsächlich zu verdanken, dass es bei den vier Gegentoren blieb. In der ersten Halbzeit war nicht ein einziger Torschuss auf das Tor der Bayer-Elf zu verzeichnen. Im gesamten Spiel gab es nur eine Ecke für die Gäste. Ein Rückstand nach nur einer Spielminute darf kein Grund sein anschließend das Spielen einzustellen. In allen Belangen war die Mannschaft von Trainer Mauro Lustrinelli unterlegen. Die Abwehr wackelte bedenklich und der Sturm fand eigentlich nicht statt. Solch eine Leistung sollte sich nicht wiederholen, sonst wird es schwer die Klasse zu halten. Der nächste Gegner in der Alten Försterei ist Aufsteiger Schalke 04 am kommenden Freitagabend unter Flutlicht. Da müssen sie das machen, was sie in Leverkusen nicht konnten, wenigstens das Herz auf dem Platz lassen.

Hertha gewinnt ein intensives Spiel

Von der Hertha ist allenthalben das große Staunen angesagt. In der letzten Saison, wo nach eigenem Bekunden ein Aufstiegsteam zur Verfügung stand, ging der Saisonstart in die sprichwörtliche Hose. Nach vier Spieltagen wurde noch kein Sieg geholt, die Tabelle verzeichnete zwei Punkte und erst einen Treffer ins gegnerische Tor. Ein Jahr später, trotz des Aderlasses im Kader, steht die Leitl-Truppe als Tabellenführer mit 12 Punkten und 12:5 Toren da. Eine Frage kann der Trainer langsam nicht mehr hören. Was haben Sie mit der Mannschaft gemacht? Sicherlich war bei den Siegen in Bochum, im Pokal in Saarbrücken, immer eine Portion Glück dabei. Das gehört im Fußball dazu.

Eine Erklärung könnte darin, dass es manchmal eine Chance ist, wenn sich ein Kader neu sortieren muss. Spieler, die bisher keine Chancen für sich sahen in die Startformation zu rücken, rufen jetzt ihr Potenzial ab. Als Beispiel möge hier Dagur Thorsteinsson, bis vor kurzem als Wechselkandidat gehandelt. Jetzt überzeugt der Isländer auf der rechten Angriffsseite. Im Kader stehen jetzt 24 Feldspieler, die Konkurrenz stellt vielfach größere. Bei der Hertha sieht man darin einen Vorteil, da wird halt jeder gebraucht, so der Trainer.

Der Sieg gegen den 1. FC Magdeburg war schwer erkämpft. Über 60.000 Zuschauer, darunter etwa 8.000 aus Magdeburg sahen hochklassiges Zweitligaspiel, mit viel Dramatik und dem besseren Ende für die Gastgeber. Hertha begann auch in diesem Spiel dominant und ging bereits nach zehn Minuten in Führung. Magdeburg musste reagieren und übernahm das Kommando. Sie hatten mehr Ballbesitz und Torschüsse. Mehr als der zwischenzeitliche Ausgleich gelang ihnen nicht. Das 2:1 durch den eingewechselten Adewumi hielt bis zum Schlusspfiff.

Hertha hat jetzt zwei Auswärtsspiele vor der Brust, erst Osnabrück und dann wartet Dynamo Dresden. Soll weiter gepunktet werden, so muss nach Leitl, „besser Fußball gespielt werden.“ Hertha hatte gut begonnen, ein Tor erzielt, hat daraus aber keine Ballbesitzphasen kreieren können, um mehr Ruhe in das Spiel zu bringen. Daran muss in den kommenden Trainingstagen gearbeitet werden müssen.

Glück scheint Hertha auch bei der Auslosung der zweiten Runde im DFB-Pokal zu haben. Der einzig verbliebene Regionalligist im Wettbewerb wartet auf Hertha. Vorsicht, der SSV Jeddeloh II hat Bundesligaabsteiger Heidenheim mit 5:2 sensationell rausgekegelt.

Text und Foto: © Hans-Peter Becker

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