Fast so wie die letzte Saison aufhörte, so wird die kommende beginnen. Am ersten Spieltag erwarten die Eisbären, als amtierender Vize-Meister den aktuellen Meister RB München. Vor einer Saison steht als erstes die Frage nach dem Ziel. Auf jeden Fall sollen die Playoffs erreicht werden. Das ist nur das Minimal-Ziel, nach dem guten Abschneiden in der letzten Saison ist der erneute Einzug in die Finalserie anzustreben. Der spielende Kader mit 5 Abgängen und bisher 8 Neuzugängen hat dafür das Potential.

Der Trainer Uwe Krupp ging oder sollte von Bord gehen, sein bisheriger Co-Trainer Clement Jodoin hat dafür das Zepter übernommen. Das hat Vorteil, dass der „Neue“ keine Einarbeitungszeit benötigte. Die Eisbären haben mit dem 66jährigen Jodoin den aktuell ältesten aller DEL-Cheftrainer verpflichtet. Sein Vertrag gilt bis 2019. Der Eishockeyfachmann tritt ein großes Erbe an.
In der Vorbereitungsphase sah es lange gut aus, genau bis zum Beginn der Champions-Hockey League. Waren die beiden Heimspiele gegen den EV Zug aus der Schweiz und Kometa Brno aus Tschechien noch knappe Angelegenheiten, die am Ende mit Niederlagen endeten. So war die 1:6 Niederlage beim Rückspiel in der Schweiz recht deutlich. Beim Rückspiel in Brno wurde nicht nur das Spiel verloren und die letzte Chance auf das Überstehen der Gruppenphase eingebüßt. Bei der knappen 3:4 Niederlage verletzte sich der als Nachfolger von Petri Vehanen im Tor vorgesehene Marvin Cüpper. Nach Medienberichten wird er 8 bis 10 Wochen ausfallen. Die Eisbären wollten das Wagnis eingehen, mit zwei jungen Torhütern, Cüpper (24 Jahre) als Nummer eins und Maximilian Franzreb (22 Jahre) durch die Saison zu gehen. Es könnte sein, dass die Eisbären kurzfristig noch einen erfahrenen Torhüter verpflichten. Bis dahin schlägt die Stunde für Franzreb, sein Back-up dürfte dann Konstantin Kessler vom Kooperationspartner Lausitzer Füchse aus der DEL 2 sein.

Auf der Kaderliste stehen 10 Verteidiger. Die Eisbären verlassen hat Blake Parlett, der sich dem chinesischen KHL Club Kunlun Red Star angeschlossen hat. Dafür sind zwei Neue in der Mannschaft, vom Meister RB München kam Florian Kettemer und aus der American Hockey League wechselte Mark Cundari über den Teich. Vorläufig nicht zur Verfügung steht Constantin Braun. Drei Stürmer haben die Eisbären verlassen. Sven Ziegler sucht in Straubing eine neue Herausforderung, der erst im Verlaufe der vorigen Saison gekommene Rihards Bukarts schloss sich den Schwenninger Wild Wings an und Nicolas Petersen spielt jetzt für Klagenfurt in Österreich. Als Ersatz wurden dafür Brendan Ranford und Colin Smith aus der AHL verpflichtet. Ganz aktuell im Kader steht Routinier Jason Jaspers, der seit 2006 für verschiedene DEL Vereine tätig war. Bereits vor dem DEL Start musste Ersatz für den kurzfristig in die NHL abgewanderten Marcel Noebels gefunden werden. In der Kaderliste stehen mit Jakob Ustorf, Thomas Reichel und Cedric Schiemenz Spieler für die weitere Perpektive.
Das bei den Eisbären nicht ganz so wild getauscht wurde und komplett neue Spielreihen gebildet werden mussten, wie in einigen anderen Vereinen, könnte im ersten Saisondrittel ein Vorteil sein. Die Verletzung von Marvin Cüpper ist gleich ein Schlag ins Kontor. Ein heuriger Hase ist sein Vertreter nicht. In der vergangenen Saison hat er insgesamt 52 Spiele für Weißwasser, darunter 7 Playoff Begegnungen absolviert. Seine Fangquote und Gegentorschnitt können sich sehen lassen. Es waren Spiele in der DEL 2. Man darf gespannt sein, wie die Eisbären in die Saison starten werden.
Hans-Peter Becker
