Eisbären holen achte Meisterschaft

Die Entscheidung, wer sich den Titel 2021 holt, fiel am 07. Mai und das Wetter gab im Laufe des Tages alles, was zum Eishockeysport passen könnte. Es war zu kalt und in den Regen mischten ein paar Schneeschauer. In der Arena am Ostbahnhof durften keine Zuschauer dabei sein. Vor der Halle versammelten sich ein paar Fans. Sie hatten am 8. März 2020, vor über einem Jahr, letztmals ein Spiel in der Arena verfolgen können.

Im 1. Drittel erzielten beide ein schnelles Tor. Erst waren die Eisbären dran, Daren Olver brachte in der zweiten Minute den Puck im Tor unter. Nur 25 Sekunden später schlugen die Gäste zurück. Der Treffer war strittig. Ein Spieler der Wolfsburger hatten seinen Helm verloren, eigentlich hätte er sofort vom Eis gehen müssen, bevor er das tat, beförderte er den Puck noch zu einem Mitspieler. Den kurzen Moment der Verwirrung nutzten die Grizzlys und es war Mathis Olimb, der ins Tor traf. Es blieb eine Tatsachenentscheidung, ein Videobeweis ist in solch einer Situation nicht möglich. Das Reklamieren der Eisbären brachte nichts, diese krasse Fehlentscheidung schleppten die Eisbären mit. So ganz nebenbei, statt des 1:1, hätte es eine Strafe gegen die Grizzlys geben müssen. Das Unentschieden hielt bis zur ersten Drittelpause. Wolfsburg konterte gefährlich und die Eisbären hatten Mühe, ihren Rhythmus zu finden. Auch ein Überzahlspiel konnten sie nicht nutzen.

Im Mittelabschnitt kamen die Eisbären mit mehr Energie aus der Kabine. In der 24. Minute war es ein onetimer von Leo Pföderl, der die Eisbären mit 2:1 in Front brachte. Die Vorlage kam von Kai Wissmann, der gut nachsetzte und den Puck eroberte. Die knappe Führung hielt bis zur Drittelpause.

Der Schlussabschnitt begann mit einer Überzahl für die Eisbären, aus der sie nichts machten. So stand es Spitz auf Knopf, die Grizzlys nahmen wieder Witterung auf. Es waren noch elf Minuten auf der Uhr, da gab es eine Strafe gegen die Eisbären. Mit Glück und Geschick verteidigten sie ihr Tor. In der 55. Minute hätte Marcels Noebels alles klarmachen können. Er scheiterte an Dustin Strahlmeier, dem Verteidiger war er enteilt. In dieser Saison war mehr das Vorbereiten von Toren sein Ding. Die zweite Luft hatten jetzt die Wolfsburger, die alles reinwarfen, was noch im Tank war. Sie wollten den Ausgleich. Der knappe Spielstand hielt bis zur Schlusssekunde.

Dann war es so weit, Helme, Handschuhe und Schläger folgen aus das Eis, die Jubelfeier nahm ihren Anfang. Es fehlte leider an Fans im Revier. Die Spielerfrauen waren im letzten Spiel der Saison zur Verstärkung anwesend.

Meister 2021 und somit zum 8. Mal in ihrer DEL-Geschichte, die Eisbären Berlin.

Hans-Peter Becker

Stimmen

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Wir lagen in allen Serien mit 0:1 zurück und standen jedes Mal mit dem Rücken zur Wand. Die Mannschaft hat aber nie aufgegeben, hat sich immer zurückgekämpft und jetzt sind wir Meister. Ich bin unglaublich stolz auf mein Team. Es war ein sehr spezielles Jahr und wir vermissen unsere Fans. Dieser Titel ist auch für sie. Wir können es kaum erwarten, wieder vor ihnen zu spielen.“

Frank Hördler (VerteidigerEisbären Berlin): „Respekt an Wolfsburg, sie haben super gespielt. Es war eine sehr harte und enge Serie. Es hätte tatsächlich auch in die andere Richtung gehen können. Auch heute haben sie zum Ende hin noch einmal richtig Druck aufgebaut. Der Charakter unserer Mannschaft ist aber unbeschreiblich. Es macht Spaß mit ihnen jeden Tag zusammenzuspielen. Vom ersten Spiel an haben wir an uns geglaubt. Auch als wir in den Serien zurücklagen.“

Ryan McKiernan (Verteidiger Eisbären Berlin): „Man hätte den Eindruck haben können, dass wir das erste Spiel jeder Serie verlieren mussten und den Druck gebraucht haben. Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaftkollegen, wir sind im Laufe der Saison unglaublich eng zusammengewachsen. Respekt an Wolfsburg, sie haben auch eine gute Serie gespielt. Wir haben nach der Niederlage zum Finalauftakt unser System geändert. Das war ausschlaggebend und jetzt sind wir Meister. Ich freue mich über die Auszeichnung als wertvollster Spieler der Playoffs. Diesen Preis hätte aber jeder in unserer Mannschaft verdient gehabt.“

DEL Finale Spiel 3 (best of three)

EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 2:1 (1:1, 1:0, 0:0)

Aufstellungen:

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka) –Müller, Ramage (A); Després, McKiernan; Hördler (C), Wissmann (A); Mik –Noebels, Reichel, Pföderl; Boychuk, Zengerle White;Fiore, Olver, Foucault; Labrie, Streu, Tuomie –Trainer: Serge Aubin Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier (Pickard) –Melchiori, Likens; Wurm, Bruggisser; Möser, Bittner; Adam –Furchner, Järvinen, Görtz; Rech, Olimb, Machacek; Fauser, Festerling, Jormakka; Hungerecker, Raabe, Busch –Trainer: Pat Cortina

Torfolge:

1:0 – 01:49–Olver(Foucault,Fiore) –EQ

1:1 – 02:14 –Olimb(Busch, Melchiori)–EQ

2:1 – 23:19 –Pföderl (Wissmann) –EQ

Strafen:

Eisbären Berlin: 4 (0, 2, 2) Minuten –Grizzlys Wolfsburg: 4(2, 0, 2) Minuten

Schiedsrichter: Marian Rohatsch, Andre Schrader(Jonas Merten, Nikolaj Ponomarjow)

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