Titelbild: Jurorin Almut Schult (links) während der Gala
Der Abschlussabend am Montag, 30.03.2026, dieser Woche brachte beim 11mm Fußball-Filmfestival Spannung ins Spiel. Während der „Shortkicks Gala“ wurden auch die Preise des Festivals verkündet und zum Teil übergeben. Wer sollte wohl der Preisträger-Film der Jury sein? Es wurde Rise & Fall of 1860 München. Eine Dokumentation über den einstigen Bundesliga-Meister der 60er-Jahre. Den Preis der jungen Jury erhielt ebenfalls eine Dokumentation. „Sapir“ heißt sie. Der Name einer Transschiedsrichterin, die ihren Weg gegen Widerstände gehen muss. Gewinner beim Publikumspreis ist: 360 Pieces. Hier geht es um die ungewöhnliche Suche nach einem letzten fehlenden Teil in einem fußballbezogenen Puzzle.

Unter den sechs konkurrierenden Filmen für den besten Kurzfilm des Jahres setzte sich durch die finale Entscheidung der Jurorin Almut Schult der in vieler Hinsicht ungewöhnlichste Beitrag knapp durch. „Kutte“, fand auch die frühere National-Torwartin Schult, war einfach ein von Anfang bis Ende sich gut und humorvoll steigerndes filmisches Erlebnis. Eine auf einem Offenbacher Flohmarkt erstandene alte Fußball-Kutte eines Anhängers von Darmstadt 98 wird einem Experten nach dem anderen vorgestellt, um sich dem früheren Besitzer durch Informationsaustausch vielleicht anzunähern. Vermutlich handelt es sich um eine sogenannte Raubkutte.
Zu Wort kommen Kutte tragende Metal-, Biker- und Fußballfans. Aufgelöst wurde das Geheimnis und die Frage nach dem Besitzer in dem 15-minütigem Streifen nicht. Dafür hat man nach dem Screening jede Menge Einblick in diverse Subkulturen bekommen. Wichtige Aufklärung für alle, die es noch nicht wissen: Die Kutte wird nie gewaschen. Die Regisseurin Sylvie Hohlbaum konnte kurz nach der Entscheidung ihr Glück am Telefon kaum fassen, dankte den Juroren und dem Berliner Publikum.

Seinen Höhepunkt und Abschluss verdankt das Festival einer weiteren Jurorin, der Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Gisa Flake. Der Abgesang der Anhängerin von Eintracht Braunschweig mit dem inbrünstig und solo vorgetragenen Song „You‘ ll never walk alone“ ließ das Publikum jubeln.
Text und Fotos: Frank Toebs

