DEL Saison 2025/26
Playoff-Viertelfinale Spiel 4
31.03.2026 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 2:1 (2:0/0:0/0:1)
Serienstand (best of seven) 3:1
Wer hätte damit gerechnet, dass die Eisbären nach dem total verpatzten Start in die Viertelfinalserie in das zweite Heimspiel mit einer knappen Führung Serienführung gehen konnten. Erster Matchball oder eine „best of three“ Serie standen zur Debatte.
Straubings Trainer Craig Woodcroft hatte seine Reihen, bis auf seine Paradereihe um Center Tyler Madden gehörig durcheinander gewirbelt. Bei den Eisbären war Markus Niemläinen, ein frisch gebackener Vater, wieder dabei. Neu im Kader war Lennard Nieleck, dafür musste Jean-Sebastian Dea auf die Tribüne. Straubing kam mit gehöriger Wut auf das Eis in Berlin. Mit allen erlaubten Mitteln, bis an die Grenze des Möglichen, sollten die Eisbären beeindruckt werden. Sie hatten einige gute Möglichkeiten die Tigers, Jonas Stettmer sehr früh gefährlichen Puckkontakt. Da Straubing auch mit Härte beeindrucken wollte, hagelte es insgesamt 18 Strafminuten und es hieß das Urteil immer, Härte.
Trotzdem gehörte das Anfangsdrittel den Eisbären. In der 6. und in der 10. Minute schlugen sie zu. Erst war es Marcel Noebels der den Puck versenkte und im Powerplay vollendete Ty Ronning eine tolle Kombination. Der Puck lief über Kai Wissmann zu Liam Kirk und Ronning vollendete. Hielt genau im richtigen Moment den Schläger hin. Bange Schlussminuten, Markus Vikinstad kassierte vier Minuten Strafzeit und diese Unterzahl überstanden sie schadlos.
Es war anzunehmen, dass es in der Kabine der Gäste etwas lauter als sonst zugegangen sein muss. Auf der Uhr war noch genug Zeit. Hatten sie noch was im Köcher gegen die sehr abgezockt wirkenden Eisbären? Eine Chance in Überzahl ließen die Eisbären ungenutzt ab der 35. Spielminute. Nur drei Minuten später saß Ty Ronning auf der Sünderbank und die Gäste machten es auch nicht besser. Die Führung hielt bis zum Powerbreak. Die Gäste hatten im Mittelabschnitt verständlicherweise mehr Puckbesitz. Gefährliche Konter setzten die Eisbären dagegen. Eine Riesenchance verpasste Leonard Pföderl, der über einen Querpass von Ronning säbelte. Da sich der Mittelabschnitt seinem Ende näherte, wäre das dritte Tor für die Eisbären eine Vorentscheidung gewesen. Eine Riesenchance vergab Lean Bergmann in der 36. Minute, seinen Alleingang entschärfte Henrik Haukeland. Es entstand ein bisschen der Eindruck, dass beide sich gegenseitig gut beobachtet hatten. Genau 46 Sekunden vor dem Ende vergaben die Eisbären erneut eine Großchance. So verging dieses Drittel torlos.
Im Schlussabschnitt stellte sich die Frage, rächen sich die im Mittelabschnitt vergebenen Chancen. Ein Tor für die Gäste könnte das berühmte Momentum kippen lassen, nur verwalten ist gefährlich. In der 44. Minute ließen die Eisbären erneut die Vorentscheidung liegen. Es konnte jetzt konstatiert werden, dass die Eisbären mit dieser Großzügigkeit Straubing im Spiel hielt, es war gefährlich, sich nur auf das Verteidigen, Großtaten von Jonas Stettmer und die ablaufende Uhr zu verlassen.
Elf Minuten vor dem Ende wurde es dann richtig spannend. Ty Ronning musste wegen eines Stockchecks auf die Sünderbank. Die zwei Minuten wurden heiß, die Halle half lautstark mit. Als kurz nach Ablauf der Strafe der Puck endlich im Tor war, wurde nach langer Sichtung der Videobilder entschieden, dass Haukeland den Puck wohl knapp vorher gesichert hatte. Die Entscheidung auf dem Eis hatte bestand. Es blieb beim Zwischenstand von 2:0 für die Eisbären. Der Eisbärengoalie hielt und hielt, verdiente sich mehrfach Zwischenapplaus, während Haukeland umso weniger zu tun hatte. In 55. Minute gab es dreimal hintereinander Iceing für Straubing. Es wurde immer weniger Puckbesitz für die Eisbären. Bereits fünf Minuten und etwas mehr vor dem Ende der regulären Spielzeit zog Straubing den Goalie. Der Vorsprung hielt bis in die beiden letzten Spielminuten. Die Auszeit nahm Straubings Trainer 90 Sekunden vor dem Ende. Das Tor gelang den Gästen exakt bei 00:59’4. Tyler Madden war der Torschütze. Ein Schuss in das leere Tor misslang, ebenso wie der letzte Schuss auf das Tor von Stettmer. Der Matchpuck liegt jetzt bei den Eisbären.
Hans-Peter Becker
Foto: Stephan Wenske
Spieldaten
Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße; Wolter) – Müller, Wissmann (C); Niemeläinen, Mik; Kretzschmar, Smith; Nieleck – Tiffels (A), Kirk, Pföderl; Noebels, Eder, Ronning; Veilleux (A), Vikingstad, Bergmann; Hördler, Wiederer, Lancaster – Trainer: Serge Aubin
Straubing Tigers: Haukeland (Bugl; Wieber) – Brandt, Zimmermann; Beaudin, Green; Klein, Merkley; Seidl – Hede, Madden, Halloran; Connolly, Loibl, Allison; Varejcka, Brunnhuber, Fleischer; McKenzie, Scott, Leonhardt – Trainer: Craig Woodcroft
Tore
1:0 – 05:09 – Noebels (Ronning, Niemeläinen) – EQ
2:0 – 09:50 – Ronning (Kirk, Wissmann) – PP1 2:1 – 60:00 – Madden (Halloran, Merkley) – EQ
Strafen
Eisbären Berlin: 18 (12, 4, 2) Minuten – Straubing Tigers: 12 (8, 4, 0) Minuten
Schiedsrichter
Andris Ansons, Ghislain Hebert (Wayne Gerth, Vincent Brüggemann)
Zuschauer
14.200
Fotogalerie von Stephan Wenske
