Füchse fegen Leipzig aus der Halle – 39:26
Nach 45 Minuten hatten Matthias Gidsel, Lasse Andersson und Max Darj reichlich Zeit, das Spielgeschehen zu analysieren. Der Füchse-Kapitän und die beiden dänischen Weltmeister saßen zu diesem Zeitpunkt gemeinsam auf der Auswechselbank. Ein ungewohntes Bild. Flankiert von Tim Freihöfer und Hakun West av Teigun. Diese Ansammlung von Stammspielern der Ruhezone hatte einen einfachen Grund. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden – bei einem Zwischenstand von 34:17. Trainer Nicolej Krickau konnte so anderen Akteuren aus seinem Kader mehr Spielzeit einräumen.
Die klaren Konturen hatte das Ostderby bereits in der Anfangsphase erhalten. Mit einem kraftvollen Start hatte der Deutsche Meister die möglicherweise kleine Hoffnung der Gäste auf eine lange Zeit ausgeglichene Partie zerstört – 10:3/12. Die Sachsen, seit Saisonbeginn immer auf einem Abstiegsplatz stehend, konnten über weite Strecken keine Bundesligatauglichkeit nachweisen. Sowohl auf der Torhüterposition, immerhin mit den Nationalkeepern Italiens und Tschechiens, wie auch auf dem Spielfeld lagen die Gäste unter dem Schnitt. Ausgerechnet das zehnte Jahr könnte für die DHfK das vorerst letzte in der Bundesliga sein. Es wäre tragisch für den Handballtraditions-Standort.
Ganz anders präsentierten sich vor 8.701 Zuschauer die Hausherren. Herausragend dabei Torhüter Lasse Ludwig. Der Neu-Nationalspieler konnte insgesamt 19 Paraden auf seinem Konto verbuchen, wobei ihm die Gäste mit zum Teil schwachen Würfen die Arbeit etwas erleichterten. Trotz des stetig wachsenden Vorsprungs – 20:10/30. ließen die Berliner in ihrer Konzentration nicht nach. Neben den bewährten Torewerfern Gidsel und Andersson zeigten sich besonders Mijajlo Marsenic und Matthes Langhoff mit jeweils vier Treffern sehr engagiert. Trainer Krickau war mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. „Unsere Effektivität war heute super. Auch der Flow zwischen unseren Spielern aus dem Rückraum hat sich heute weiter in die richtige Richtung entwickelt. Wir konnten wir sehr gut unsere Breite im Kader ausnutzen“.
Diese wird in den nächsten Wochen auch nötig sein. Der April hält für die Füchse Saison wichtige Partien bereit. In der Bundesliga stehen die Spiele in Lemgo (12.4.) und gegen Gummersbach (23.4.) an. Am Wochenende 18./19.4. findet das Final Four im DHB-Pokal statt, wo die Füchse im Halbfinale innerhalb einer Woche erneut auf den TBV Lemgo treffen. Schließlich wartet am letzten Tag des Monats das Auswärtsspiel CL-Viertelfinale. Entweder in Veszprem oder in Paris.
Für die Füchse gegen Leipzig erfolgreich: Prantner (3), Andersson (6), Ariño (3), Grøndahl (5/1), Lichtlein (3), Gidsel (6), Freihöfer (4/2), Pichiri (1), Langhoff (4), Marsenić (4).
Herbert Schalling

